Zum Erfolg von Lisa Kolb-Mzalouet
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg heißt für mich, daß ich das, was mir ein Anliegen ist, umsetzen kann, daß ich andere Leute damit gewinnen kann und daß meine Arbeit in die Öffentlichkeit gelangt und Auswirkungen hat.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich sehe mich durchaus als erfolgreich, weil ich die Art des Theaters, die mich interessiert und hinter der ich stehe, in Österreich sehr weit verbreiten konnte. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ausschlaggebend für meinen Erfolg war, daß ich etwas tue, wofür ich Leidenschaft empfinde, außerdem meine besondere Art des Netzwerkdenkens und -arbeitens. Meine Strategie beinhaltet kein Konkurrenzdenken, sondern Zusammenarbeit. Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Ich glaube, daß es manchen Männern leichter fällt, auf ihr eigenes Vorankommen zu schauen als mir, und ich denke, daß das an meiner Sozialisation als Frau liegt. Ich fühle mich nicht benachteiligt als Frau, doch ich mache laufend die Erfahrung, daß die Honorare in sozialen und pädagogischen Kontexten niedriger sind, obwohl die gleiche qualitätvolle Arbeit geleistet wird wie in der Wirtschaft. Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Mittelfristig braucht man Originalität. Man übernimmt Dinge, die man gut findet, und entwickelt sie weiter zu etwas eigenem.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? In diesem Zusammenhang möchte ich René Reiche nennen, meinen Lehrer, Kollegen und Mentor, und Augusto Boal, den Erfinder der Theaterpädagogik, nach der ich unterrichte.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich erfahre Anerkennung aus dem Kreis meiner Kollegen für meine Arbeit und für den Status, den ich mir erarbeiten konnte. Ich bekomme überall dort Anerkennung, wo Auftraggeber sich trauen, etwas Innovatives zu machen, denn bisher waren meine Methoden immer erfolgreich.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Meine Stärken sind innovative, kreative Angebote für Fortbildungen und Projekte und ein klares Profil.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich versuche, den Beruf in mein Privatleben zu integrieren bzw. soweit es geht, entsprechend meinen Bedürfnissen zu arbeiten. Das ist deswegen möglich, weil ich keine Kinder habe, sonst wäre das sicher relativ schwierig. Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Phasenweise gibt es intensive und lange Fortbildungsphasen. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Wichtig ist ein gutes Verhältnis zwischen Idealismus und pragmatischem Handeln. Ich glaube, man braucht Ideale, um voranzukommen, doch man braucht auch den richtigen Blick auf die Rahmenbedingungen und ein Gespür für die Umsetzbarkeit. Da wiederum nur die wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen im Auge zu haben, ist nicht nützlich, wenn das, was man tut, nicht mit einem sinnvollen Inhalt gefüllt ist.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meine Ziele gehen in Richtung Qualitätssicherung. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, das Berufsbild der Theaterpädagogin und die entsprechenden Ausbildungskriterien etablieren zu helfen.
Ihr Lebensmotto?
Es braucht Mut, um glücklich zu sein! (Zitat A. Boal)