Zum Erfolg von Michael Gredenberg
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, wenn ich sehe, daß unsere Tätigkeit Anklang findet.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, schon. Im Segment des entbündelten Breitbandinternets sind wir Marktführer und werden mittlerweile von vielen anderen kopiert. Das ärgert und freut uns gleichermaßen, denn wenn man nachgeahmt wird, kann man es nicht schlecht gemacht haben.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Wesentlich war, die richtige Nase für zukünftige Entwicklungen zu haben und der erste zu sein. Wir wußten schon vor den anderen, wo der Zug hinfahren wird, und wissen es immer noch. Der Zug bleibt ja nicht stehen. Kampfgeist und Durchhaltevermögen sind genauso notwendig. Unser Motto könnte auch lauten: Pfeif dir nichts, mach was du willst und brich dabei keine Gesetze. Da muß man eben ans Limit gehen. Wenn auf der Autobahn 130 km/h erlaubt sind, kann man legal auch mit 140 km/h fahren, ist schneller als die anderen, und ansonsten passiert genau nichts.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Das Unangenehmste ist, einen Anzug tragen zu müssen. Alles andere ist in Ordnung.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich sah mich als erfolgreich, als die ersten Mitbewerber aufgeben mußten. Aber eigentlich fühlten wir uns schon erfolgreich, als wir die ersten 100 Kunden hatten und kostendeckend arbeiten konnten. Das war unser Ziel.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Originalität ist besser - wir werden imitiert. Aber ganz so ist es auch nicht. Man muß sich das Gute von den anderen anschauen und das Schlechte besser machen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Vielleicht in einer gewissen Weise der Telekom-Vorstand. Als Vorbilder dienten mir aber am ehesten die Silicon-Valley Pioniere, die gezeigt haben, wie es geht: sich nicht von anderen irritieren lassen - Augen zu und durch. Zu diesem Zeitpunkt sollte man sich nur vor Beratern hüten, die sagen: Hört auf, ihr seid eh super unterwegs. Dann ist es bald aus.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
In erster Linie erfahre ich von unseren Kunden Anerkennung. Es gibt auch immer wieder Aha-Erlebnisse, wenn man plötzlich von Menschen wahrgenommen wird, von denen man es nie erwartet hätte.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Zu dieser Frage könnte man regulatorische Hürden ohne Ende anführen. Da gibt es noch viel zu tun. Der Monopolist kann sich aufführen, wie er will. Es ist schlecht für den fairen Wettbewerb, wenn Monopolisten gleichzeitig Infrastrukturgesellschaften und Anbieter sind. Wir sind zum Beispiel gleichzeitig Kunde und auch Mitbewerber der Telekom Austria. Wie soll das auf einer fairen Basis funktionieren?
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Unsere Mitarbeiter spielen eine extrem wichtige Rolle. Es ist unbedingt notwendig, daß unsere Mitarbeiter mit dem Wachstum in der Branche Schritt halten.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Dafür ist unsere Human-Resources Abteilung zuständig. Mir sind motivierte Mitarbeiter natürlich sehr wichtig. Aber wie ich höre, kommt unser Modell der flexiblen Arbeitszeiteinteilung bei unseren Mitarbeitern gut an. Viele sind mit einem Laptop ausgestattet und können via Teleworking vieles von zu Hause aus erledigen. Das macht flexibel und ist familienfreundlich.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir bieten ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis, hohe Qualität und eine große Auswahl an Services. Wir sind jung, flexibel und treiben den Markt. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Wir versuchen, immer einen Schritt voraus zu sein. Wenn sich ein Mitbewerber unlauterer Mittel bedient, muß man ihn eben in die Schranken weisen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Durch Teleworking und indem ich das Handy ausschalte, wenn ich im Urlaub bin.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich denke, mich laufend durch das, was ich tue, fortzubilden.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Beratung ist eine Holschuld. Wenn mich also keiner fragt, sage ich gar nichts, außer, daß man sich nicht zu viel beraten lassen sollte.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Unser Unternehmensziel ist, on the upswing, also im Aufwärtstrend zu bleiben. Wir wollen nicht dahindümpeln und in Vergessenheit geraten, sondern den Takt angeben. Und irgendwann wollen wir wohl alle nur mehr arbeiten, weil wir wollen, und nicht, weil wir müssen.
Ihr Lebensmotto?
Pfeif dir nichts - just do it.