Zum Erfolg von Franz Schmidt
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Mir bedeutet Erfolg nicht mehr so viel, da mir die Anerkennung für meine geleistete Arbeit seit meinem schweren Motorradunfall im April nicht mehr so wichtig ist. Durch diese bedeutende Erfahrung haben sich meine Wertigkeiten ziemlich relativiert.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich empfinde mich persönlich als erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Die Vergrößerung meines Betriebes steht stark im Zusammenhang mit dem Wachstum unserer Kunden. Wir haben außerdem ein junges, motiviertes Team, und von unserer Auftragslage her könnte ich die Firma noch weiter ausbauen, doch ich bin zur Zeit nicht daran interessiert. Im großen und ganzen waren Fleiß und ein gewisses Maß an Hausverstand ausschlaggebend für meinen Erfolg. Da mir meine Tätigkeit sehr gefällt, macht es mir auch nichts aus, doppelt so viel zu arbeiten.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich versuche, die schwierigen Dinge immer so ruhig wie möglich anzugehen. Generell löse ich Probleme sehr gezielt und schön der Reihe nach.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich wollte ursprünglich maximal 20 Mitarbeiter einstellen, jetzt beschäftige ich 30. Vor allem durch die Rückmeldungen von außen wird mir der eigene Erfolg bewußt. Der Erfolg stellte sich durch den großen Arbeitseinsatz und den hohen Qualitätsanspruch sozusagen von selbst ein. Meine Person betreffend erhebe ich keine großen Ansprüche.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Es war sehr wichtig, daß wir uns stets für moderne Fertigungstechniken entschieden. Dadurch können wir im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern auf spezielle Kundenwünsche viel flexibler eingehen
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Wer andere Ideen kopiert, wird nie die Nase vorn haben.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Vater hat mich am meisten geprägt, da ich bereits in meiner Kindheit in seiner Werkstatt mithelfen durfte. Ich zeigte von Anfang an großes Interesse, weshalb bald feststand, daß ich den Betrieb übernehmen würde, obwohl ich mehrere Geschwister habe.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich bin im Aufsichtsrat der Genossenschaft der Firma Stubai und erhalte viel Anerkennung von den beteiligten Betrieben.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Das größte Problem sehe ich in Konflikten mit Mitarbeitern.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Meine Mitarbeiter spielen in dieser Hinsicht eine große Rolle, denn ohne sie gibt es kein Weiterkommen. Gute Mitarbeiter sind für einen Betrieb unbedingt notwendig.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich verlasse mich dabei auf mein Einschätzungsvermögen, das ich mir durch meine langjährige Erfahrung angeeignet habe. Ich stelle bevorzugt Personen ein, die ich persönlich kenne, oder die mir empfohlen werden. Die Einhaltung eines Probemonats hat sich ebenso sehr bewährt.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Durch das rasante Wachstum unserer Firma ist unser Betrieb stets mit den neuesten Maschinen ausgestattet, was viele Mitarbeiter von vornherein motiviert. Aufgrund der ständigen Erweiterung ermögliche ich meinen Mitarbeitern, in einem schönen Umfeld tätig zu sein. Generell vertrete ich die Meinung, daß man durch die Ausübung einer interessanten Arbeit keine zusätzliche Motivation mehr benötigt. Als Arbeitnehmer soll die Bestrebung darin liegen, beruflich weiterzukommen, denn dadurch kann man wesentlich zum persönlichen Erfolg beitragen.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Das ist aufgrund der Betriebsgröße sehr unterschiedlich. Mit einigen Mitarbeitern führe ich ein beinahe freundschaftliches Verhältnis, einige wenige wiederum betrachten mich wahrscheinlich als harten Chef. Doch im großen und ganzen werde ich von meinen Arbeitern sehr geschätzt.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir sind in der gesamten Fertigung sehr flexibel, da unsere Teile nicht nur gedreht, sondern auch gefräst und geschliffen werden können. Außerdem stellen wir nicht nur Einzelteile, sondern auf Wunsch ganze Komponenten her, die in dieser Form montiert werden können. Hervorzuheben ist der Umstand, daß wir sehr vieles selber herstellen und so konkurrenzfähig bleiben.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Man darf Mitbewerber nie schlecht machen, sondern kann nur seine eigenen Stärken hervorheben. Ich respektiere die Arbeit der Konkurrenz und versuche meine Mitbewerber durch eine bessere Arbeitsleistung zu übertreffen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Beruf und Privatleben sind für mich sehr eng miteinander verbunden.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich halte mich durch Fachzeitschriften am laufenden. Im Gegensatz zu früher besuche ich heute wenige Seminare, da ich keinen Nutzen darin sehe.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man soll nur dann viel besitzen, wenn auch etwas dafür geleistet hat. Dadurch lernt man gewisse Dinge, die heute schon selbstverständlich sind, mehr zu schätzen. Außerdem bin ich der Meinung, daß man nicht alles haben muß, um glücklich zu sein. Weniger ist oft mehr.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte in Zukunft mehr auf meine Gesundheit achten und hoffe, daß meine Familie gesund bleibt. Selbstverständlich möchte ich auch, daß der Betrieb weiterhin gut läuft, jedoch lege ich zur Zeit steige ich eher auf die Bremse, als daß ich eine Erweiterung anstrebe. Ich versuche generell, bewußter zu leben.
Ihr Lebensmotto?
Die Dinge so nehmen, wie sie sind, und versuchen, das Beste daraus zu machen!