Zum Erfolg von Wolfgang Wieser
Was bedeutet Erfolg für Sie persönlich? Der größte Erfolg wäre es, ausreichend Zeit für meine Familie und meine privaten Interessen erübrigen zu können. Aufgrund der vielen Anforderungen ist das leider nicht immer möglich. Die Treue unserer Kunden, oft über Generationen hinweg, sehe ich ebenfalls als Erfolg an. Wenn nur einige der von mir gefertigten Schmuckstücke der nächsten oder übernächsten Generation erhalten bleiben, habe ich etwas hinterlassen, in dem ich weiterlebe. Das wäre ein großer Erfolg für mich.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Eigentlich nicht, da aufgrund des Zeitmangels noch viele Aufgaben auf ihre Bewältigung warten.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Eine gewisse Konsequenz und ein absoluter Arbeitswille sind Grundvoraussetzungen, um erfolgreich zu sein. Auch die Liebe zum Beruf hat dazu viel beigetragen, da die Schmuckerzeugung ein sehr emotionelles Handwerk ist.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Die Mittelschule zu verlassen und mich dem Berufsleben zuzuwenden, war eine wichtige und folgenreiche Entscheidung. Letztendlich hat sie sich auch als richtig erwiesen.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
In der Branche der Schmuckerzeugung spielen Emotionen eine große Rolle, und Originalität ist dabei ein sehr wichtiger Faktor. Viele Kunden wünschen sich unverwechselbare Einzelstücke oder lassen sich Schmuck nach eigenen Vorlagen fertigen, deshalb entscheide ich mich für die Originalität.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Diesbezüglich war mein Vater eine sehr wichtige Person. Seine Entscheidung, meinen frühzeitigen Abgang von der Mittelschule zu akzeptieren, war für meine Laufbahn entscheidend. Auch mein Lehrherr, Professor Bruder Bernward, hat meine Kreativität stets gefördert und mir großen Spielraum in künstlerischer Hinsicht gewährt. Dadurch hat auch er meinen Werdegang positiv beeinflußt.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die Zufriedenheit meiner Kunden ist die größte Anerkennung meiner Arbeit. Wenn ich zum Beispiel höre, daß von mir gefertigte Schmuckstücke bei Anlässen wie dem Opernball getragen werden und Beachtung finden, freut es mich sehr.Welche Probleme in Ihrer Branche sehen Sie als ungelöst? Ein Problem besteht im Mangel an geeignetem Nachwuchs für das Gewerbe der Gold- und Silberschmiede. Es gibt aber auch zu wenige Lehrstellen.Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Mitarbeiter aus? Da muß man zwischen den Bereichen der Werkstatt und des Verkaufs unterscheiden. Für den Beruf als Gold- und Silberschmied sind in erster Linie die Freude am Beruf und künstlerische Begabung die Voraussetzungen. Für unsere Mitarbeiter im Verkauf ist es wichtig die Kunst des Bedienens zu beherrschen und den Wünschen der Kunden stets offen zu begegnen. Fachkompetenz und die Liebe zu unseren Produkten sind ebenfalls gefragt.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich versuche meinen Mitarbeitern selbst ein gutes Beispiel zu geben. Natürlich ist eine gute Bezahlung wichtig, aber auch das gute Betriebsklima ist eine Motivation.Welches sind die Stärken Ihres Unternehmens? Eine der Stärken liegt darin, daß wir ein Familienbetrieb sind. Ich sehe mich selbst in erster Linie als Handwerker, nicht als Geschäftsmann. Unser umfangreiches Angebot unter dem Motto Alles ist möglich, die Flexibilität unserer Werkstätte und unsere Serviceleistungen sind weitere Faktoren, die zu unserem Erfolg beitragen.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Wir begegnen einander mit gegenseitiger Akzeptanz.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Da auch meine Gattin im Betrieb tätig ist, lassen sich die beiden Bereiche oft sehr schwer trennen. Dieses Problem ist nur durch beidseitige Toleranz zu lösen.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Durch meine Tätigkeit als gerichtlich beeideter und zertifizierter Sachverständiger ist eine laufende Fortbildung notwendig. Diese erfolgt meistens durch Kurse. Aber auch für die Arbeit in der Schmuckherstellung ist laufende Weiterbildung nötig. Zusammenfassend kann man sagen, daß ein ständiges Lernen erforderlich ist, wofür ich jährlich ungefähr drei Wochen verwende.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Mein Rat ist der, das Handwerk in seiner Wertigkeit wieder höher einzuschätzen und den Beruf nicht nur nach den Verdienstmöglichkeiten zu wählen. Um erfolgreich zu sein, ist es auch wichtig, ein einmal angepeiltes Ziel mit Konsequenz und Ausdauer zu verfolgen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ein großes Ziel besteht darin, mehr Freiraum für mich und meine Familie zu haben. Mehr Zeit für berufliche Experimente zu finden, ist ein weiteres Ziel, das es zu erreichen gilt. Meine Gesundheit zu erhalten, hat natürlich ebenfalls eine sehr hohe Priorität.
Ihr Lebensmotto?
Verdienen kommt von Dienen.