Zum Erfolg von Julian Breitenecker
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Werbung für Jugendliche ist ein sehr sensibles Thema und oft eine Gratwanderung. Mit unserer Agentur ist es uns bisher erfolgreich gelungen, diese Gratwanderung zu bewältigen, und das ist ein schöner, auch persönlicher Erfolg. Es gibt ein gutes Gefühl, ein funktionierendes und innovatives Unternehmen von Start weg aufzubauen, Arbeitsplätze zu schaffen und sich dabei selbst weiterzuentwickeln. Inzwischen ist es mir gelungen, mir auch mehr persönliche Freiräume zu schaffen. Ich muß heute nicht mehr 14 Stunden täglich arbeiten, sondern kann mir mehr Freizeit gönnen und die Firma funktioniert trotzdem. Ein harmonisches und erfülltes Familienleben ist ein wichtiger Bestandteil des Erfolges.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Durchhaltevermögen, Einsatz, Nervenstärke und Risikobereitschaft. Wer nicht bereit ist, ein Risiko einzugehen, wird immer mittelmäßig bleiben. Wichtig ist, in kritischen Phasen nicht aufzugeben, sondern stärker zu werden.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich war ein sehr schlechter Schüler und mußte mich durch die acht Klassen Gymnasium regelrecht durchkämpfen. Aufgeben oder ein Schulwechsel kam für mich aber nie in Frage. Diese Kämpfernatur habe ich mir bis heute bewahrt. Ich begegne den Herausforderungen des beruflichen Alltags nach dem Motto: Was mich nicht umbringt, macht mich härter.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich machte mich im Alter von 22 Jahren selbständig. Im Vergleich zu meinen Kollegen und Freunden fühlte ich mich schon damals erfolgreich, obwohl ich außer einer Geschäftsidee und Ehrgeiz noch nicht viel vorzuweisen hatte.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Ich denke, es ist eine Kombination aus beidem. Wenn ich einen Kinderwagen auf den Markt bringe, der wesentlich benutzerfreundlicher und praktischer ist als die anderen, habe ich kein wirklich neues Produkt geschaffen - Kinderwagen gibt es wie Sand am Meer. Trotzdem werde ich erfolgreich sein, weil mein Kinderwagen originell und einzigartig ist. Dieses Beispiel läßt sich auch auf unsere Branche übertragen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Von meinem Bruder Markus Breitenecker, der bei ProSieben, Sat1 und Kabel1 in verschiedenen Führungspositionen tätig war bzw. noch immer ist und die österreichischen Werbe- und Programmfenster aufgebaut hat, habe ich sehr viel gelernt.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Wir haben glückliche und zufriedene Mitarbeiter, die gern in unserem Unternehmen arbeiten - das ist eine Form von Anerkennung, die mir große Freude bereitet. Von außen erhalten wir sehr positive Anerkennung von den Medien, die unsere Arbeit in Berichten und Artikeln würdigen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter sind absolut wichtig, da sie unsere Ideen in die Tat umsetzen. Bei einem erfolgreichen Projekt macht die Idee fünf Prozent aus, 95 Prozent liegen bei der Art der Umsetzung.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ausbildung und Erfahrung sind natürlich wichtige fachliche Kriterien. Die endgültige Entscheidung treffe ich dann nach Gefühl. Ein neuer Mitarbeiter muß Power mitbringen, emotional und mit Spaß bei der Sache sein.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Durch Anerkennung, Respekt und Teamgeist.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir sind in Österreich einzigartig: es gibt keine andere Media-Agentur mit einer derartigen Fokussierung auf die junge Zielgruppe von sechs bis 29 Jahren. Auch die breitgefächerte Palette an unterschiedlichen Werbeplattformen zeichnet uns aus. Wir agieren sehr serviceorientiert und transparent und entwickeln immer wieder neue, innovative Konzepte.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Es kommen immer wieder junge Menschen mit Ideen zu mir und glauben, diese Idee ist jetzt schon der Garant für den Erfolg. Eine Idee allein ist aber gar nichts, auf die Umsetzung und genaue Planung kommt es an.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Wir wollen weiterhin neue Medien und Ideen kreieren, um die junge Zielgruppe anzusprechen. Im November 2005 eröffnete beispielsweise der Bogi Park, Österreichs größter Indoor-Spielplatz mit Funpark, Klettervulkan, Labyrinth, Zauberhöhle, einem Partyland für Geburtstagsfeiern, Gastronomie und vielen anderen Attraktionen. Das ist eine absolute Marktlücke, die wir mit Young Enterprises vermarkten. Auf diesem Gebiet sind noch einige weitere Projekte angedacht. Das Portfolio wird also ständig erweitert. Auf der anderen Seite wollen wir unsere Kompetenz im Bereich der Jugend-Marktforschung noch stärker ausbauen. Mein ganz persönliches Ziel ist die Unabhängigkeit von der Firma. Heute bin ich noch sehr stark eingebunden, und ohne mich würde die Agentur in dieser Form nicht funktionieren. In zehn Jahren möchte ich die Freiheit haben, mein Leben völlig frei von unternehmerischen Zwängen zu gestalten.