Zum Erfolg von Konrad Brandtner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, innovative Ideen umzusetzen und Erfindungen zu machen. Wir haben die Bürstenerzeugung von Haushaltsbürsten komplett um auf technische Bürsten umgestellt und decken in diesem Sektor alle Bereiche ab. Wir schaffen dabei Lösungen, die vorher unvorstellbar waren. Jeden Tag kommen drei bis vier neue Aufgaben auf uns zu, und das hat uns zu einem erfolgreichen Unternehmen gemacht. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ausschlaggebend waren der konstante Weg und die Spezialisierung auf technische Bürsten, die es in dieser Art vorher noch nie gegeben hat. Wir erlitten auch teilweise Rückschläge, aber wir gingen bewußt diesen Weg. Wir arbeiten nicht lager-, sondern auftragsbezogen und können, auch aufgrund der Anschaffung von Spezialmaschinen, extrem kurze Lieferzeiten garantieren. Lieferzeiten von früher vier Tagen haben wir auf acht Stunden reduziert.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Erfolgreich fühlte ich mich ab dem Zeitpunkt, als mich der Bankdirektor freundlich gegrüßt hat.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Originalität ist der beste Weg. Unsere Lösungen sind einfach originell. So haben wir zum Beispiel Aromaauftragsbüsten für Gebäck oder Backblechreinigungsmaschinen für 1.100 Bleche in der Stunde auf den Markt gebracht.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Meine Frau, die jetzt im Betrieb tätig ist, gab mir Rückhalt in einer Lebensphase, in der ich zweifelte, ob mein Weg erfolgreich sein würde. Auch mein Prokurist im Büroteam, Herr Herzog, ist eine wichtige Persönlichkeit.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Das größte Problem ist die Konkurrenz in Deutschland, die technische Bürsten zu Tiefstpreisen anbietet. Trotzdem können wir mit unseren Speziallösungen neue Kunden erreichen. Wenn Kunden ein besonderes Problem haben, kommen sie zu uns.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter spielen eine sehr große Rolle, und einer der Erfolgsfaktoren ist, daß wir sehr viele langjährige Mitarbeiter beschäftigen, die bis zu ihrer Pensionierung bei uns arbeiten. Die Einarbeitungszeit dauert aufgrund der vielen verschiedenen Arbeitsschritte ein Jahr, darum ist es sehr von Vorteil, langfristige Mitarbeiter zu haben.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Für mich zählt vor allem Zuverlässigkeit. Die Auswahl der Arbeiter delegiere ich an ein türkisches Brüderpaar, das schon längere Zeit in unserem Unternehmen arbeitet, und auf das ich voll vertraue.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich verbringe mindestens 50 Prozent meiner Zeit im Betrieb. Ich denke, daß meine Mitarbeiter sehen, daß ich aktiv mitarbeite, und das schafft ein besonderes Gefühl des Miteinanders.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Da meine Frau ebenfalls im Betrieb arbeitet, gibt es keine Trennung. Wir wohnen 50 Meter weiter, aber ich schalte ab, wenn ich zuhause bin. Der Sonntag ist für mich kein Arbeitstag, und wir nehmen uns auch ausgiebig Urlaub.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Wer sich selbständig macht, muß zu 100 Prozent von seinem Vorhaben überzeugt sein. Grundsätzlich rate ich einem jungen Menschen, sich mit ganzem Herzen seinem Beruf zu widmen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte die Übergabe einmal ohne Probleme abwickeln und wünsche mir, daß die Firma weiterexistieren kann.
Ihr Lebensmotto?
Viel lachen und Spaß an der Arbeit haben!