Zur Karriere von Herbert Jansky
Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Ich absolvierte die Lehre zum Elektrotechniker bei den Österreichischen Bundesbahnen. Da ich kurz nach meinem Lehrabschluß unzufrieden mit den weiteren Berufsperspektiven bei der Bahn war, leistete ich zunächst meinen Präsenzdienst ab und begann danach als Elektriker in einem Fachbetrieb im ersten Wiener Bezirk im Servicebereich zu arbeiten. Parallel zu meiner beruflichen Tätigkeit absolvierte ich abends die zweijährige Werkmeisterschule für Elektronik und legte in weiterer Folge auch die Gewerbeberechtigungsprüfung für mein Fachgebiet ab. Diese Zeit war sehr anstrengend, da ich Beruf, Familie und Fortbildung unter einen Hut bringen mußte. Ab 1990 war ich als selbständiger Elektromeister tätig, wobei ich anfangs als selbständiger Subunternehmer für Unternehmen wie Philips beschäftigt war. Im Laufe der Zeit nahm ich Personal auf und war einige Jahre mit Arbeiten im Bereich Sicherheits- und Mobilfunktechnik ausgelastet. Ich bin nicht dem Alten verhaftet, sondern lasse mich gerne vom Ruf des Neuen leiten, auch war ich immer daran interessiert, meinen Kunden Gesamtleistungen anzubieten. Eine neue Herausforderung tat sich auf, als mich ein Freund eines Tages darauf hinwies, daß bei Haussanierungen der von der Gemeinde Wien verwalteten Häuser schwierige Arbeiten anstehen würden. Auf diesen Hinweis hin bot ich meine Dienste dem Fonds der Stadt Wien an. Nach ersten Kontakten zum Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds (heute Wohnfonds Wien) wurde mir eine Anstellung angeboten, wobei ich der Bedingung, nebenher keiner selbständigen Tätigkeit nachzukommen, zustimmte. Als im Jahr 2000 das Hausbesorgergesetz geändert wurde, betraf diese Änderung 4.800 Hausbesorger alleine im Bereich der Stadt Wien. Verschiedene Modelle wurden angedacht, um Reinigungs- und Reparaturarbeiten für Gemeindebauten weiterhin zu erledigen: die Beschäftigung von privaten Reinigungsfirmen, eine eigene Firmengründung für diesen Zweck oder die Delegation der Dienste eines Hauses an eine Person. Schließlich wurde im Jahr 2002 die vom Gemeinderat bewilligte Stadt Wien - Wiener Wohnen Hausbetreuungs GmbH gegründet, als deren Geschäftsführer ich fungiere. Diese GmbH betreut derzeit in den rund 2.100 Gemeindebauten mit 222.000 Wohnungen ca. 30 Prozent im Sinne des Hausbesorgergesetzes und ist zusätzlich damit betraut, kleinere Reparaturen selbst durchzuführen. Das Unternehmen verfügte zu Beginn über geringe Ressourcen, anfangs standen mir fünf Mitarbeiter zur Seite. Wir erarbeiteten ein Leitsystem für unsere Verfahrensweise. Wir wußten, daß es zu einer sukzessiven Übernahme von Wohnhausanlagen und einer damit verbundenen Aufstockung der Mitarbeiteranzahl kommen würde. Im Team erstellten wir eine genaue Minutenberechnung für unsere Dienste, vermaßen Stiegenhäuser, Dachböden, Keller, Waschküchen und sonstige Flächen, zählten Fenster und Türen und legten Faktoren für eine effiziente Methode fest. Es liegen nun genaue Zeit- und Arbeitspläne für alle Mitarbeiter vor, und eigens erstellte EDV-Programme erfassen die Mitarbeitereinsätze. Das Tochterunternehmen, Wiener Wohnen Außenbetreuungs GmbH, im Jänner 2005 gegründet, betreut Verkehrs- und Grünflächen. Die Gründung dieser Firma ermöglicht größere Flexibilität, auch für die Mitarbeiter. Ich legte zusätzlich die Meisterprüfung für Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung ab, ein sehr vielfältiges Gewerbe, das von Chemie über Mineralkunde bis hin zu Oberflächenherstellungsverfahren viele verschiedene Bereiche umfaßt. Ich belegte viele zusätzliche Seminare, zum Beispiel im Bereich Controlling, und bin nun dabei, eine Schlosserteilgewerbeberechtigung zu erwerben.