Zum Erfolg von Mario Filoxenidis
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg hängt für mich mit Motivation zusammen, wobei ich Motivation als die Fähigkeit, sich für etwas zu engagieren, definiere. Damit einher geht die Hartnäckigkeit, einen Weg, für den man sich entschieden hat, konsequent zu verfolgen. Die Balance von Zielstrebigkeit und Flexibilität spielt eine große Rolle beim Erfolg. Ich möchte mich alles in allem in den Spiegel schauen können und mich dabei gut fühlen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Wenn ich bedenke, was ich im Alter von 40 Jahren erreicht haben wollte, bin ich hoch zufrieden. Ich habe Freunde, die wesentlich mehr verdienen als ich, dennoch hält ein Vergleich im Ausmaß an Glück und Selbstbestimmung nicht stand. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Das Erkennen von Bedürfnissen anderer nützt mir in meiner Arbeit als Projektleiter. Was uns intern als Team verbindet, ist das Vertrauen. Vorab Vertrauen zu schenken und das Gute im Menschen zu sehen, erachte ich als eine der wertvollsten Fähigkeiten. Lob für gute Leistungen ist bei uns selbstverständlich - andere Unternehmen loben nur bei institutionalisierten Mitarbeitergesprächen, und gute Arbeit wird oft allzu selbstverständlich hingenommen. Anerkennung ist aber ein wichtiger Teil des Feedbacks. Kritik als negative Anerkennung im Sinne eines Verbesserungspotentials ist wichtig, auch wenn sie emotional zunächst einmal weh tut.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Manchmal sind rasche Entscheidungen unumgänglich. In schwierigen Situationen halte ich gerne eine Siesta und überschlafe das Problem, ehe ich eine Entscheidung fälle. Manche Probleme erscheinen unlösbar, doch nach dem Aufwachen zeigt sich eine neue Perspektive. Klarheit ist eine wichtige Größe für mich. Dort, wo gegenseitige Erwartungen klargestellt werden, ist eine reibungslose Zusammenarbeit fruchtbringend. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ein Vorbild kann jungen Menschen Kraft und Orientierung geben. Mit zunehmender Erfahrung und Reife sind Vorbilder nicht mehr so notwendig, außerdem erkennt man mit der Zeit, daß jede Persönlichkeit Schattenseiten hat, was die Vorbildwirkung abschwächt. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Nach ethischen Kriterien. Ethik äußert sich in einem positiven Menschenbild und in der Vertrauenskomponente. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Siesta Consulting und EUCUSA haben eine sehr kompatible Vision. Beide wollen die Welt ein kleines Stück besser und damit lebenswerter machen. Wenn der hohe Nutzen von Power-Napping für den Menschen erkannt wird, ist die Gestaltung von Rahmenbedingungen selbstverständlich. Davon bin ich überzeugt. EUCUSA versucht mit Mitarbeiter- und Kundenbefragungen Prozesse derart zu gestalten, daß die Menschen in den Unternehmen besser arbeiten, es geht also um die Herstellung einer Win-Win-Situation. Wir glauben, daß zufriedene Mitarbeiter zu zufriedenen Kunden führen, und letztendlich profitieren davon die Eigentümer des Unternehmens. Sinkende Mitarbeiterzufriedenheit bedeutet Kundenabgänge, Unzufriedenheit wirkt sich auf betriebliche Prozesse und dann auf die Ertragslage negativ aus. Studien zeigen, daß wir zu wenig schlafen. Mittagstiefs werden durch zu wenig Schlaf und falsche Ernährung bewirkt. Zu wenig Schlaf beeinflußt die Produktivität. Zuwenig Schlaf begünstigt zudem Aggressionen, die oft Bestandteil einer Übermüdung sind, und es ist fatal, wenn übermüdete Menschen für andere Menschen Verantwortung übernehmen. Leider besteht für qualitative Kriterien der Produktivität noch kein gültiges Meßsystem, dies trifft ja auch auf die Bewertung von Kreativleistungen zu.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Einen Job von acht bis 16 Uhr habe ich nie angestrebt. Ich versuche Beziehungen im beruflichen Kontext und solche im privaten Sinne auseinanderzuhalten, was nicht immer einfach ist und nicht immer gelingt. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Wichtig ist vor allem die Fähigkeit, Eigenverantwortlichkeit zu entwickeln. Das heutige Ausbildungssystem ist zu hinterfragen. Vor allem die Eltern haben die große Verantwortung herauszufinden, in welchem Schultyp ihre Kinder mit ihren Talenten bestens aufgehoben sind. Sprachkenntnisse und kulturelles Verständnis werden zukünftig wesentliche Erfolgskomponenten sein.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meine Arbeit macht mir Spaß. Mein Ziel ist es nicht, auf die Pension hinzuarbeiten, wie viele das tun. Ich möchte mir meine Lebensqualität von heute langfristig erhalten. Dazu gehört die Wahrung meines Anspruches auf Freiraum und die Wahrung der Selbstbestimmung über meine Entscheidungen.