Zum Erfolg von Ulrike Lukas
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn es mir gelingt, ein Lächeln in ein trauriges Gesicht zu zaubern, dann ist das für mich der größte Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich habe meinen Wunschtraum, mit Menschen zu arbeiten, erfolgreich realisiert.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Menschlichkeit und Kompetenz, meine Lebensfreude und mein Denken in Bildern. In meiner Arbeit versuche ich den Menschen mit Akzeptanz, Wertschätzung und Respekt zu begegnen. Ich reflektiere regelmäßig meine Arbeit; nach einem Jahr lade ich meine KlientInnen zu einem Gespräch ein, um von ihnen zu hören, wie sie rückblickend die wesentlichen Schritte in der Therapie bewerten, was hilfreich war und wie sich die Lösungen weiterentwickelt haben. Aufrichtig Anteil an ihren Lebensgeschichten zu nehmen, ist für mich sehr wichtig.Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Erfolg ist geschlechtsneutral, und wenn man seinen Beruf aus Leidenschaft und mit Liebe ausübt, wird man damit auch erfolgreich sein.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ab meinem 19. Lebensjahr, als mir meine Professoren zum ausgezeichneten Erfolg bei der Matura gratulierten.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich habe nie den Blick fürs Wesentliche verloren. Selbst in der schweren Zeit nach dem plötzlichen Ableben meines Mannes bin ich, gestärkt durch meinen Sohn, meinen Glauben und meine Familie, zuversichtlich in diesen neuen Lebensabschnitt gegangen.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Wir leben in einer sich rasch wandelnden Ideengesellschaft. Ich bin eine Nischensucherin und frage mich ständig, was fehlt und was die Menschen brauchen. Da ist viel Kreativität und Pioniergeist notwendig, um Vorhaben auch realisieren zu können.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ich stamme aus einem protestantischen Haus, und Religion und Spiritualität spielten stets eine bedeutende Rolle zur Reifung meines Weltbildes und meiner Haltung. Meine Haltung in meiner psychotherapeutischen Arbeit hat ein Workshop mit einer Psychotherapeutin aus den USA, Evan Imber-Black, besonders geprägt.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die Gespräche und Dankesworte meiner Klienten sind eine wichtige Anerkennung für mich. Daß sich mein Sohn beruflich so vorbildlich und konsequent entwickelt hat - er hat den Beruf des Elektroeinzelhandelskaufmannes erlernt -, macht mich sehr stolz. Eine offizielle Anerkennung - die Martin-Luther-Medaille in Bronze - habe ich Anfang 2001 für die Gründung und Arbeit in einer Familienberatungsstelle einer evangelischen Pfarrgemeinde erhalten. Diese Ehrung hat mich sehr gefreut.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Als warmherzig und einfühlsam, als Mensch, der wirklich zuhören kann und viel Verständnis aufbringt. Vor allem kann ich mich aus vollem Herzen mit jemandem mitfreuen, und die Menschen spüren, wenn das aus vollem Herzen kommt.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Ich arbeite vorwiegend als Psychotherapeutin und verwende zu den systemischen Interventionen auch Interventionen aus dem Bereich der Körperarbeit, die ich an mir selbst nach meiner Weiterbildung als sehr hilfreich erleben konnte. Ein Spezialgebiet ist meine Arbeit mit Schmerzpatienten. Da, wo die Seele weint, macht sie sich halt auch über den Körper bemerkbar. Schmerztherapie wird eine meiner künftigen Hauptaufgaben sein. Vorwiegend arbeite ich mit Erwachsenen oder Jugendlichen ab dem 16. Lebensjahr. Mittlerweile hält sich der Anteil Männer-Frauen die Waage. Zudem arbeite ich in einem sehr guten Netzwerk mit kompetenten Partnern, die dieselbe Haltung wie ich leben.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich bilde mich permanent weiter. So habe ich im Zeitraum von 1999 bis 2001 eine Weiterbildung in narrativer Therapie in München und eine in Körperarbeit in der Psychotherapie in Wien mit Schwerpunkt Bioenergetische Analyse absolviert. Lebenslanges Lernen ist eine wundervolle Aufgabenstellung.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ein junger Mensch soll hartnäckig und genau in sich hineinhören, denn Planungen und Ziele müssen mit der eigenen Haltung übereinstimmen - nur dann kann man sich wohlfühlen. Kommunikation ist ein wichtiger Teil im Leben und soll gepflegt werden. Man soll gut zuhören und niemanden bevormunden oder glauben, daß man selbst immer die richtige Antwort hat. Auch ist es wichtig zu wissen, daß man angestrebte Ziele auch über Umwege erreichen kann. Man muß geduldig sein, auch die Stolpersteine im Leben meistern und darf vor allem nie aufgeben.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel ist es, mich voll auf die Schmerztherapie zu konzentrieren. Vielleicht steht auch ein Wohnortwechsel bevor, zudem möchte ich mich noch mehr mit Kräutern, Tieren und der Natur beschäftigen, wobei das Konzept eines Projektgemeinschaftshofes zur Diskussion steht.