Zum Erfolg von Marc Jabornig
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich an der Umsetzung eines Projektes arbeite und dieses Ziel schließlich erreiche, verbinde ich das mit Erfolg. Es ist ein tolles Gefühl, ein Projekt erfolgreich abzuschließen. Neben dem beruflichen gibt es selbstverständlich noch den privaten Erfolg in Form einer intakten Familie, wo man sich wohl fühlt, und in Form einer glücklichen Beziehung. Ein ausgeglichenes und harmonisches Privatleben ist die Grundsubstanz für beruflichen Erfolg.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ein Projekt wie G-Star erfolgreich umzusetzen erfordert ein hohes Maß an Konsequenz und Zielstrebigkeit. Außerdem braucht man auch Mut und Begeisterungsfähigkeit. Wenn ich von einer Idee überzeugt bin, kann ich sie auch realisieren. Außerdem muß die Liebe zum Produkt dahinterstehen. Ich muß mich damit identifizieren können, ebenso wie mit der Philosophie des Unternehmens. Ein Waschmittel könnte ich nicht mit dieser Begeisterung verkaufen und wäre dann auch nicht so erfolgreich.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Meine Zeit in London war sicher eine entscheidende Phase in meinem Berufsleben. Ich lernte die Abläufe in einem internationalen Unternehmen kennen, mir wurde viel Verantwortung übertragen, und ich bewältigte die Herausforderungen. Die Motivation in dieser Firma war sehr hoch, und daher fühlte ich mich auch erfolgreich.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ich bekam von meinen Eltern einen guten Background, auch weil mein Vater selbständig ist. Den Rest brachte ich mir nach dem Motto Learning by Doing selbst bei.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Die Modebranche ist ein hartes Business. Um darin zu bestehen, muß man immer up to date sein. Als Franchisepartner der internationalen Kette G-Star werden mir aber viele Dinge abgenommen, um die ich mich sonst selbst kümmern müßte. Mit diesem Support und jeder Menge Einsatz lassen sich eigentlich alle Probleme lösen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Das ganze Team vom Lagerarbeiter bis zum Shop-Manager ist für den Erfolg enorm wichtig. Ich muß Aufgaben delegieren können, da ich nicht jede Kleinigkeit selbst erledigen kann. Wir sind mittlerweile eine eingespielte Mannschaft und verstehen uns bestens.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich lade jene Bewerber, die einen interessanten Lebenslauf haben, zum Gespräch ein. Dabei zählt dann vor allem mein persönlicher Eindruck, ob mir der Bewerber sympathisch ist, ob er meine Philosophie und Meinungen teilen kann.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich halte nichts davon, Provisionen zu bezahlen - es ist mir lieber, das ganze Team zu belohnen, wenn bestimmte Ziele erreicht werden. Das ist für alle motivierend und verhindert mögliche Reibereien im Verkauf. Sonst motiviere ich aus gegebenem Anlaß mit Komplimenten und Lob, auch in Meetings werden besonders gute Leistungen hervorgehoben und anerkannt.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Wir haben eine sehr angenehme Atmosphäre und sind ein relativ junges Team. Obwohl wir alle per Du sind, werde ich als Vorgesetzter und Chef respektiert.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die Marke G-Star ist das Ergebnis einer konsequenten Marktentwicklung. Das Unternehmen wächst sehr schnell und sehr gesund, und jeder Schritt wird wohl überlegt. G-Star gehört im Jeansbereich zu den absoluten Global Playern und bietet innovative, komplette Kollektionen für Damen und Herren. G-Star bleibt dabei stets authentisch, und das schätzen die Kunden. Die Zielgruppe liegt bei modebewußten Menschen zwischen 25 und 50 Jahren. Wir bieten den Kunden auf Wunsch eine Stylingberatung an, nehmen uns viel Zeit und stellen für sie komplette Outfits zusammen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das ist klarerweise nicht immer einfach. Meine Lebensgefährtin hilft bei Engpässen zwar manchmal im Geschäft aus, aber eigentlich ist sie meine Beraterin. Ihre Meinung ist mir sehr wichtig. Die Familie, die Partnerschaft, meine Tochter und meine Freunde haben trotz des Arbeitseinsatzes einen hohen Stellenwert.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Wir bilden uns ständig weiter - auf Messen, bei Meetings in der Amsterdamer Zentrale von G-Star, bei Verkaufstrainings und Schulungen. Außerdem gehört auch das Lesen von Fachmagazinen und Modezeitschriften zur Weiterbildung.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Viele junge Leute träumen davon, selbständig zu arbeiten, sehen das aber oft zu einfach. Es ist wichtig, sich einen Background zu schaffen und ein gewisses betriebswirtschaftliches Verständnis an den Tag zu legen. Dieses Wissen kann man durch ein Studium oder durch viele Jahre Praxis in Firmen erwerben. Wer im Modebereich erfolgreich sein will, muß sich wirklich intensiv mit dieser Branche auseinandersetzen und sich ein Netzwerk aufbauen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich will Urban Fashion weiterhin erfolgreich führen. Wenn sich das Geschäft gut entwickelt, denke ich natürlich über weitere Standorte nach. Ein langsames, gesundes Wachstum steht dabei im Vordergrund, nicht die Expansion um jeden Preis.