Zum Erfolg von Diethart Weiss
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg im Berufsleben bedeutet für mich eine sinnerfüllende Tätigkeit auszuüben, mit der man zufrieden ist. Objektiv betrachtet, könnte man Erfolg an der erreichten hierarchischen Stufe messen. Ich bin aber der Ansicht, dass sich wahrer Erfolg aus sinnvoller, befriedigender Tätigkeit für die jeweilige Persönlichkeit ergibt.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich bin mit meiner beruflichen Tätigkeit mehr als zufrieden, wobei die tägliche Herausforderung für mich klar im Vordergrund steht. Ich messe mich nicht mit anderen Mitmenschen. Wirklich wichtig ist mir, etwas persönlich zu bewegen und Themen zusammen mit meinem Team voranzutreiben! Dies spornt mich täglich an. Die alltägliche Routine ist für mich daher eher Mittel zum Zweck, um meinem Team und mir Freiräume zur Gestaltung zu schaffen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Meiner Ansicht nach, gehört ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein dazu, um erfolgreich zu sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass entscheidend für den beruflichen Erfolg auch das private Umfeld ist. Ich habe z. B. das Glück mich mit meiner Ehefrau auch über berufliche Situationen austauschen zu können. Durch den Blick von außen führt dies oft zu einer differenzierten Sicht auf diverse Sachverhalte und schafft dadurch Chancen. Die sogenannte „private Reflexion“ erachte ich also, als eine starke und wichtige Hilfestellung um so manche Herausforderung zu meistern.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Vorbild im klassischen Sinne gab es keine. Es gab auf meinem Berufsweg allerdings viele Persönlichkeiten, welche mich durch ihr Tun und Handeln sehr beeindruckt haben – vor allem positiv, aber mitunter auch negativ.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Der Klimawandel ist die zentrale Herausforderung unserer Zeit- und dies natürlich auch in unserer Branche. Wir sind darauf spezialisiert unterschiedliche Gase für unsere Kunden vom Profikoch über Barista bis Endkunden zu Hause zu verpacken. Als global agierendes, familiengeführtes Unternehmen sind wir uns also der Verantwortung bewusst, einen aktiven Beitrag zu leisten die Erderwärmung zu reduzieren und damit an der Lösung dieses globalen Problems mit Nachdruck mitzuarbeiten. Dieser Anspruch zur „Nachhaltigkeit“ spornt uns täglich an, innovative Produkt- und Anwendungslösungen für die Kulinarik zu entwickeln.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Wenn die fachliche Kompetenz passt, zählt Loyalität. Ebenso gilt es dem Mitarbeiter Vertrauen entgegenzubringen. Ich will und kann nicht permanent kontrollieren. Als Führungskraft sollte Empathie kein Fremdwort sein. Auf gleicher Augenhöhe zu kommunizieren erachte ich als die Grundlage für jene Wertschätzung, die es gilt dem Gegenüber entgegenzubringen. Als Führungskraft hat man es mit Menschen zu tun und als solches sollte man sie auch behandeln.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Zum Thema Motivation habe ich in meiner bisherigen Karriere sehr viel gelernt: ich praktiziere den kooperativen Führungsstil und versuche - unabhängig davon, dass ich letztlich die Entscheidungen treffen muss - einen gemeinsamen Weg zu finden, der zum Ziel führt.
Wie verhalten Sie sich dem Mitbewerb gegenüber?
Als global agierendes Familienunternehmen, befinden wir uns selbstverständlich in einem entsprechend globalen Wettbewerb. Wir haben uns über viele Jahrzehnte hinweg in der Branche als innovativer Spezialist sowie Weltmarktführer positioniert und setzen mit unseren Produkten gerne die Benchmark am Markt. Naturgemäß ahmen uns dadurch Mitbewerber gerne nach. Unseren Führungsanspruch kontinuierlich zu untermauern und dabei weiterhin kontinuierlich neue Maßstäbe zu setzen, treibt uns täglich voran.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die große Stärke unseres eigentümergeführten Unternehmens ist die laufende Weiterentwicklung – von Generation zu Generation. Als Weltmarktführer aus Österreich steht „iSi Culinary“ für innovative Qualitätsprodukte für Gastronomie und Haushalt. Die Produktwelt umfasst Systeme aus perfekt aufeinander abgestimmten Geräten, Kapseln und Zubehör. Die Anwendungsbereiche reichen von der Herstellung von Schlagsahne, Espumas, Suppen, Saucen und Desserts bis hin zur Herstellung von Soda sowie kreativen Nitro-Drinks. Ausgehend vom Wiener Headquarter vertreibt das Unternehmen die Produkte in über 90 Ländern. Derzeit wächst die 6. Generation der Eigentümerfamilie Schritt-für-Schritt ins Unternehmen und formt damit auch die Unternehmenskultur weiter. Wir befinden uns in einem Arbeitnehmermarkt und sehen gute Chancen, dass wir uns als guter Arbeitgeber positionieren. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass wenn man in den Betrieb hineinblickt und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kennenlernt, man ein charmantes Unternehmen, in dem man viel erreichen und mitgestalten kann erlebt.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich glaube ganz gut. Wichtig ist, dass dem Privatleben auch genügend Zeit gewidmet wird. Es kann natürlich vorkommen, dass einmal mehr Zeit für den Job aufgewendet werden muss. Dies wird aber von mir dann aber auch wieder kompensiert, um die Balance wiederherzustellen. Ohne Verständnis des Partners wäre dies allerdings nicht praktikabel. Es ist wichtig, neben dem Beruf dann auch Phasen der Entspannung zu finden.
Wie viel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Bei mir stellt sich die Fortbildung als ein laufender Prozess dar, denn „learning by doing“ hat mein Berufsleben in den letzten Jahren kontinuierlich begleitet. Ergänzend habe ich extrem viele Seminare und Kurse berufsbegleitend besucht. Ich habe daraus laufend sinnvolle Impuls gezogen, doch für die Praxis zeigte sich „learning by doing“ für mich am wichtigsten.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Unabhängig von einer qualifizierten Ausbildung, ist Ausdauer, sowie ein gutes Auftreten und Benehmen unschätzbar wichtig. Kommunikation und speziell das Formulieren von korrekten Sätzen, sollte die nächste Generation klar beherrschen. Leider wird dies in österreichischen Schulsystemen nicht nachdrücklich berücksichtigt. Somit gilt es, nach Alternativen zu suchen, um diese kommunikative Lücke zu schließen. Unterm Strich ist soziale Kompetenz, meiner Ansicht nach, wichtiger als das fachliche Wissen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Klare Priorität haben für mich alle Innovationen und Produktentwicklungen rund um den Schwerpunkt der Nachhaltigkeit. Wir arbeiten mit unseren Teams mit Hochdruck an neuen Kundenlösungen und ich freue mich darauf diese in den kommenden Monaten Zug um Zug launchen zu können.
Ihr Lebensmotto?
Wir können nicht von anderen etwas erwarten, das wir selbst nie bereit wären, zu tun.