Zum Erfolg von Willibald Gabriel
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, daß die Leute mit meiner Arbeit zufrieden sind. Ein Erfolg sind für mich auch positive Rückmeldungen der Bürger und Schüler.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe mich schon als erfolgreich. Die mehrmaligen Wiederwahlen zeigen, daß die Leute mit meiner Leistung zufrieden sind. Ich setzte viele positive Projekte gemeinsam mit meinem Team um. In der Schule benötige ich keine Überprüfung durch den Direktor oder Schulinspektor, das Feedback meiner Schüler zeigt mir meinen Erfolg als Lehrer.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich bin immer in der Gemeinde vertreten und mindestens zweimal am Tag im Gemeindeamt. So kann man Probleme direkt an der Wurzel packen. Ein normaler Arbeitstag hat für mich 14 Stunden, da ich mit der Tankstelle, der Gemeinde und der Schule in drei verschiedenen Bereichen tätig bin. Durch diese Tätigkeiten sammelte ich die Erfahrungen, die mir bis heute weiterhelfen und pflege viel direkten Kontakt zu den Bürgern.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Durch ständiges Vorortsein hört man Probleme und kann sie sofort lösen. Schiebt man sie auf die lange Bank, scheitert man vielleicht, und die Menschen sind unzufrieden. Die Abwechslungen in meinem Alltag bedeuten mitunter auch viel Streß. Ich habe an der Tankstelle meine Kunden, in der Schule meine Schüler und in der Gemeinde meine Bürger. Ich schaffe es aber trotzdem, die unterschiedlichen Anliegen unter einen Hut zu bringen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Als wir in Kohfidisch die neue Trinkwasseraufbereitungsanlage 1991 errichteten und alle Leute damit zufrieden waren, empfand ich mich als erfolgreich. Als ich dann bei den Gemeinderatswahlen einen Sieg mit 72 Prozent erreichte, war das ein unglaubliches Gefühl. Nur der heutige Landeshauptmann Hans Niessl schaffte als Bürgermeister von Frauenkirchen noch um ein Prozent mehr.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Klassenvorstand in der Hauptschule, Alexander Tiwald, prägte mich durch seine korrekte Art. Er unterrichtete mich in jenen Fächern, die ich auch heute selbst unterrichte. Auch mein ehemaliger Hauptschuldirektor Hans Krutzler, zugleich ehemaliger Bürgermeister in Großpetersdorf und Landtagspräsident im Burgenland, prägte mich, da ich durch ihn erkannte, daß Schule und Politik gut zusammenpassen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Meine Anerkennung ist das Feedback der Bürger und Schüler. Auch die Bereitschaft der Menschen, an Projekten mitzuarbeiten, empfinde als Anerkennung. Wird ein Projekt vollendet, empfinden es dann viele Menschen als Anerkennung, dabei zu sein. Es ist dann unser aller Erfolg, und an einem gemeinsamen Erfolg zu partizipieren, empfinde ich als sehr schönes Gefühl.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Als Jungbürgermeister dachte ich immer daran, soviel Dinge wie möglich selbst zu erledigen. Nach einiger Erfahrung erkannte ich, daß man alleine nicht so viel umsetzen kann, man muß auch andere Personen einspannen. Darum delegiere ich heute viel an meine Mitarbeiter. Ich muß ihnen vertrauen, daß sie ihre Aufgaben gut erledigen. Die Zusammenarbeit funktioniert insgesamt ganz gut.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Fleiß, Einfühlungsvermögen und die notwendige Flexibilität sind in allen drei Branchen wichtig.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich investiere viel Zeit in meine Tätigkeiten, das bringt aber auch Abwechslung in mein Leben. Trotz meines Engagements finde ich Zeit für die Familie.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Begibt man sich auf das öffentliche Parkett, muß man sich auch um die Öffentlichkeit kümmern. Man muß da sein und mithelfen, egal ob es sich um Privatpersonen oder Vereine handelt. Funktioniert die Zusammenarbeit im kleinen, funktioniert sie auch bei Großprojekten.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Wir wollen mit der RAIKA ein Großprojekt verwirklichen, da die BA-CA ihren Standort verläßt. Wir gingen 2006 das Parpklatzproblem vor der Gemeinde an und wollen auch weiter in die Infrastruktur investieren. Ein ganz wichtiges Projekt auch für mich persönlich ist, daß unser Schwimmbad in Kohfidisch weiter besteht. Ob wir es generalsanieren oder einen Neubau errichten, wissen wir heute noch nicht.