Zum Erfolg von Günther Gorgas
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich etwas umsetzen kann, das ich geplant hatte, bedeutet das für mich Erfolg. Alles andere wäre unter Glück oder Zufall einzuordnen. Erfolg muß man sich erarbeiten. Einer der urmenschlichsten Triebe ist es, Beute zu machen und sie auch zu zeigen. Für mich gehört zum Erfolg auch, andere daran teilhaben zu lassen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich habe meine Linie von Beginn des Studiums bis etwa zwei Jahre vor meinem Ausscheiden bei Kapsch recht erfolgreich durchgezogen. Dann begann das Umdenken in Richtung Selbständigkeit und Unternehmensberatung - ob ich hier ebenso erfolgreich bin, kann ich aufgrund der kurzen Zeitspanne noch nicht beurteilen. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Meine Ausbildung hat sicher wesentlich zum Erfolg beigetragen. Wenn man in Österreich einen akademischen Titel hat, wird man danach beurteilt und auch bezahlt. Das ist traurig, aber wahr. Ausschlaggebend für meinen Erfolg ist aber auch die soziale Komponente: Geprägt durch mein Elternhaus bin ich ein ausgleichender, flexibler Mensch, der mit fast allen Menschen zurechtkommt. Ich akzeptiere jeden so, wie er ist, und nehme ihn für voll. Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Ich bin erfolgreicher, wenn ich das umsetze, was ich denke und fühle - unbeeinflußt von anderen. Ein Plagiat kann nie so gut sein wie das Original. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ich hatte einige ältere Freunde und Bekannte, die Physik studierten oder im Bereich der Forschung arbeiteten. Dadurch wurde auch mein Interesse geweckt, und so kam ich eigentlich zum Physik- und Mathematikstudium. Durch verschiedene Umstände ging ich dann nicht in die Forschung, sondern in die Wirtschaft, meine Kenntnisse konnte ich aber doch immer wieder gut einsetzen. Bei Kapsch hatte ich einen guten Kollegen und Freund, mit dem ich intensiv über meine Zukunftspläne in Richtung Unternehmensberatung sprechen konnte und der mich auch bestärkte.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Man sieht den Beruf des Unternehmensberaters ohne regelmäßiges Fixeinkommen sehr kritisch - so meine Erfahrung aus dem persönlichen Umfeld. Meine Frau hingegen steht voll zu mir.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Ich bin als Unternehmensberater ein Einzelkämpfer, der vollkommen flexibel ohne Hierarchien eines Beratungsbüros auf den Kunden zugehen und auf ihn eingehen kann. Der Kunde muß sich nicht auf verschiedene Berater einstellen. Eine meiner größten Stärken ist meine Erfahrung; ich habe sehr viel gesehen, erlebt und gemacht und unterscheide mich damit von vielen anderen Beratern, die teilweise ohne jede Berufserfahrung direkt nach dem Studium in diese Branche einsteigen. Mein Hintergrund der Quality Austria und als Auditor rundet das Spektrum noch zusätzlich ab.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich habe mir in unserer Wohnung mein Büro eingerichtet. Das war zu Beginn recht hart, da ich ja die Infrastruktur eines Großbetriebes gewöhnt war. Wenn man zu Hause arbeitet, nimmt die Familie das oft nicht als Arbeit wahr - ich bin ja daheim und könnte daher auch dieses und jenes erledigen. Aber grundsätzlich funktioniert es recht gut, auch wenn die Grenzen aufgrund der räumlichen Gegebenheiten oft fließend sind.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, Feuer und Begeisterung zu zeigen. Das gelingt nicht jeden Tag, aber dann muß man sich eben wieder selbst motivieren.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Beruflich möchte ich mein Geschäft konsolidieren, momentan gibt es noch zu viele Schwankungen in der Auslastung. Ich möchte mir mehrere Standbeine erarbeiten. Fällt dann eines weg, bringt mich das auch nicht um. Wenn es mir gelingt, das Unternehmen auszubauen, werde ich durchaus auch andere Berater beschäftigen.