Zur Karriere von Alexander Marik
Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Nach Abschluß meiner Ausbildung zum Nachrichtentechniker an der HTL begann ich bei dem mittelständischen Elektrounternehmen Fleck im Bereich des Tunnelfunks. Zu den Kunden des Unternehmens gehörten unter anderem die Wiener Linien. 1991 übernahm ich bei der Firma Fleck die Gesamtbetreuung der Wiener U-Bahn, eine für mich sehr zeitintensive, abwechslungsreiche und interessante Tätigkeit. Montagearbeiten meines Teams konnten nur in der Nacht durchgeführt werden, und Besprechungen fanden am Gleis statt, daher war es eigentlich ein 24-Stunden-Job. 1994 informierte mich ein Freund, daß Alcatel für Osteuropa Personal suchte. Mit damals 23 Jahren dachte ich - entweder jetzt oder nie. Ich nahm Kontakt zu Alcatel auf. Alcatel suchte eine Person mit Projekterfahrung im Bereich Wireless Local Loop (Fixtelefone, die über Funk die Kommunikation ermöglichen), und meine Erfahrung paßte optimal. Im September 1994 erhielt ich den Auftrag, als Local Loop Manager die Einführung dieses Systems für die neue Tochterfirma der Alcatel (einem Joint Venture mit einem amerikanischen Unternehmen) in Ungarn kommerziell zu bewerten. Unternehmensziel dieses Joint Ventures mit dem Namen UTI (United Telecom Investments) war der Aufbau und der Betrieb von Telefonnetzen in Ungarn. Nach genauer Prüfung des Projekts erschien mir die Einführung eines Wireless Local Loop Systems für UTI nicht kosteneffizient und damit sinnlos. Natürlich führte ich damit auch meine Position ad absurdum. Mein Chef in Ungarn war der heutige Technikdirektor der Telekom Austria, Rudolf Fischer, und gemeinsam überlegten wir, wie die Zielsetzung, rasch und kosteneffizient ein eigenes Telefonnetz in Ungarn aufzubauen, zu erreichen sei. Ich erkannte, daß die Koordination der unternehmenseigenen Experten und zu beauftragenden Subunternehmen fehlte, sprich die Projektleitung, und erschuf damit mein Aufgabengebiet in der Funktion des Director Technical Project Control (1995). United Telecom Investments investierte innerhalb von drei Jahren für den Netzaufbau etwa drei Milliarden Schilling (etwa 220 Mio. Euro), und ich trug damit die Umsetzungsverantwortung für den kompletten Netzaufbau. Meine befristete Entsendung lief 1997 aus, und ich kehrte nach Österreich zurück. Mit meiner dreijährigen Auslandserfahrung erhielt ich im Voice Processing Center, einem Teil der Alcatel, in dem nur ein Produkt entwickelte wurde, die Zuständigkeit für Osteuropa als Business Development Manager. Nach einem Jahr übernahm ich die Verantwortung für die ganze Produktlinie für Zentraleuropa. Unter der Leitung von Andreas Herzog, den ich von Ungarn her gut kannte, baute ich ab dem Jahr 2000 einen neuen Bereich - Dienstleistungen für Telefonnetzbetreiber - innerhalb der Alcatel Austria auf, der mittlerweile zu einem der größten der Alcatel Austria geworden ist. Das war eine tolle Aufgabe, bei der ich mich persönlich einbringen konnte, weil alles von Null weg entwickelt wurde, mit vielen Freiheiten, guter Konzernunterstützung und einer Aufbruchsstimmung, wie wir auch in Ungarn gehabt hatten. Als die Branche der Festnetzbetreiber zusammenbrach, suchte ich eine neue Herausforderung. 2003, nach einem harten Auswahlverfahren, begann ich als Bereichsleiter bei LB-Electronics. Eine neue Branche und kürzere Entscheidungswege im Unternehmen stellten die Basis meiner Veränderung dar, die ich anstrebte. Unsere Standbeine sind die professionelle Videotechnik, die Videoüberwachungstechnik, die Ausstattung von Seminar- und Konferenzräumen sowie der Vertrieb von hochwertiger Beleuchtungstechnik für Theater und Studios. Auch diese Branchen ändern sich laufend, doch aufgrund des tollen Teams schaffen wir es sehr gut, kaum auf Änderungen reagieren zu müssen, da wir schon im Vorfeld agieren. Mit September 2006 eröffneten wir eine Tochterfirma in Kroatien.