Zum Erfolg von Hubert Roszkopf
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist die Integrität vieler Teile. Nicht nur der finanzielle Faktor und der Bekanntheitsgrad sind wichtig, für mich hat die Architektur als Königin der Künste auch einen hohen kreativen Anspruch. Somit ist der Leitfaden eigentlich die Befriedigung dieses kreativen Prozesses. Ich bezeichne Erfolg als positives Grundgefühl bzw. Folge einer optimistischen und lebensbejahenden Einstellung.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, im Sinne einer Gesamtzufriedenheit.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Fleiß, Durchhaltevermögen und meine Fähigkeit, mich nicht dem Verdruß hinzugeben, wenn ich scheitere. Wichtig ist, daß die Chemie mit den Kunden stimmt, um verschiedene Projekte zur Zufriedenheit aller abzuwickeln. Sehr geholfen hat mir dabei meine Erfahrung als Psychotherapeut, durch die sich mein Berufsbild als Planer um 180 Grad gedreht hat.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Zuerst muß festgestellt werden, warum etwas nicht paßt. Dann suche ich den Kontakt zu den Kunden und stelle fest, ob die Bedürfnisse wirklich entsprechen. Konflikte können nur entstehen, wenn das Beziehungsfeld nicht klar ist und Bedürfnisse mißverstanden wurden. Man darf als Architekt nicht für sich selbst planen, sondern muß sich immer nach den Bedürfnissen des anderen richten.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
In den ersten zehn Jahren meiner beruflichen Tätigkeit arbeitete ich noch für verschiedene große Firmen und wickelte deren Projekte ab, bis ich merkte, daß man den eigentlich kleinen, kreativen Teil meiner Arbeit an jemand anderen abgab. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir bewußt, daß mir etwas wesentliches verlorenging. Dort fiel die Entscheidung, diesen schönsten Teil meiner Arbeit bei mir zu behalten, und in diesem Sinn betreibe ich heute mein Büro mit meiner Frau.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Gute Architekten beginnend vom Bau der Dome über die Renaissance bis heute.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich muß nicht mehr wie früher um meine Honorare kämpfen, wobei ich auch glaube, daß meine Arbeit wertvoller wurde. Anerkennung ist für mich auch, wenn ich von Kunden, für die wir vor Jahren das Optimum herausholen konnten, auch heute noch ein positives Feedback bekomme.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Der Egotrip in der Architektur. Viele versuchen sich in falschem Sinne selbst zu verwirklichen, und die Komposition vieler Projekte ist oft nicht schlüssig, sondern wurde einfach nur gut verkauft.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Meine Frau ist mein einziger Mitarbeiter.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Keine Angst vor Herausforderungen, Konsequenz und Intensität in der Pflege von Kontakten. Entscheidend für mich ist nicht die Größe eines Projektes, wobei ein Flughafen allerdings meine derzeitige Planungsstruktur übersteigen würde, sondern die innere Struktur, deren Komplexität es umzusetzen gilt.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Konkurrenzempfinden war mir immer fremd, privat wie beruflich. Auch gibt es auf der Ebene von menschlichem Kontakt, auf der ich arbeite, eigentlich keine Konkurrenz. Wenn man selbst keine Konflikte provoziert, erfährt man auch keine.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das gelingt mir sehr gut, da sich alles unter einem Dach befindet. Im Erdgeschoß befindet sich das Büro und im ersten Stock unserer Wohnung, was eine stimmige Atmosphäre ergibt.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich bin eigentlich permanent in Weiterbildung und werde das auch künftig sein.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Selbsterkenntnis und fachliche Kompetenz sind die wichtigsten Faktoren des Erfolges.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich bin offen für jedes neue Projekt. Ziel ist in jedem Fall die Stimmigkeit, das Musikstück Architektur muß klingen.
Ihr Lebensmotto?
Wenn du liebst, was du täglich machst, wirst du in deinem Leben nie mehr arbeiten.