Zum Erfolg von Stephan W. Huemer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Als Immobilienmakler nicht selten, wenn ich um eine Kleinigkeit besser informiert und schneller reagiere als die Konkurrenz. Im Leben allgemein bedeutet Erfolg für mich, Zufriedenheit zu erreichen - sowohl finanziell als auch menschlich - und neben den erfolgreichen Aktivitäten auch die mißlungenen Ereignisse vor meinem geistigen Auge betrachten zu können, ohne entmutigt zu werden.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Im beruflichen Leben ja, unter Berücksichtigung dessen, was am eher trägen österreichischen Immobilienmarkt möglich ist. In dem sich viel rascher bewegenden US-Immobilienmarkt, den atemberaubenden Baubooms in den Golfstaaten, in Moskau oder Shanghai könnte ich um ein Vielfaches erfolgreicher sein, aber der Preis dafür wäre sehr hoch - Dauerstreß, ständige Businessflüge und wohl ein Verzicht auf ein Privatleben. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? 1989 ging ich nach Los Angeles und habe mir, ohne irgendjemanden dort zu kennen, einfach ein One-Way-Ticket gekauft, bin nachts am Flughafen angekommen und wußte nicht, wo ich die erste Nacht verbringen sollte. Eine Woche später besaß ich bereits ein Auto, zog in eine Wohnung und machte den kalifornischen Führerschein. Das ist typisch für mich, mit Abenteuerlust und Risikobereitschaft fiktive Wunschvorstellungen in die Realität umzusetzen - bevorzugt im Alleingang, denn nach meiner Erfahrung scheitert man zumeist, wenn man auf „Partner“ setzt und auf wundersame Hilfe von außen wartet. Hinter angeblich gemeinsamen Erfolgen von Teams stecken fast immer Leistungen einzelner Erfolgsmenschen, das ist in den Biographien berühmter Wirtschaftsbosse, Wissenschaftler und Sportler nachzulesen. Engagement und Eigeninitiative bleiben oft lange Zeit unbelohnt, doch lasse ich mich nicht entmutigen und versuche finanzielle Tiefs, psychische Selbstzweifel und Hindernisse zu überwinden und daraus zu lernen. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Franz Schmied, der vor 20 Jahren die Maklerfirma Realtransfer gegründet hat, war insofern entscheidend, als ich bei ihm das Immobiliengeschäft von Grund auf lernte.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anders als im UK und in den USA wird der Maklerberuf bei uns gesellschaftlich leider kaum anerkannt - mit Ausnahme von Insidern. Persönlich ziehe ich es vor, eher diskret im Hintergrund tätig zu sein, denn viele Immobilienbesitzer und Investoren wollen nicht, daß über sie und ihre zumeist von Maklern vermittelten Verkäufe und Ankäufe in der Öffentlichkeit und in Medien berichtet wird. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Bei mir waren und sind es mein innerer Impuls und Eigenantrieb, verbunden mit Risikobereitschaft, Anpassungsfähigkeit an die Eigenheiten meiner Kunden, Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen für die sich oft über Jahre hinziehenden Objektvermittlungen, Überzeugungskraft gegenüber meist skeptischen Verkäufern und Kaufinteressenten, und die Bereitschaft, ständig über den letzten Stand informiert zu sein - „wer, was, wo“ Immobilien sucht oder veräußern will.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich würde mich selbst als Workaholic bezeichnen. Mein Arbeitstag beginnt zwar oft erst um neun Uhr, dauert dafür nicht selten bis spätabends - inklusive Wochenenden. Da ich unverheiratet und kinderlos bin, benötige ich nicht allzu viel Freizeit, die ich immer häufiger für den Erwerb und die Sanierung von Anlage-Eigentumswohnungen verwende. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Jüngere sollten an sich selbst glauben und versuchen, Ziele oder Projekte, die sie verwirklichen wollen, primär selbst zu realisieren - oder nur mit langjährig vertrauten Partnern. Sollte ein geplantes Vorhaben auch einmal nicht klappen, sollte man die Kraft haben, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern eine Analyse des Scheiterns vornehmen und entweder am Ziel weiterhin festhalten (denn nicht selten braucht es mehrere Anläufe, bis sich Erfolge einstellen) oder sich neuen Aufgaben zuwenden. Von geschäftlich-finanziellen Partnerschaften und gemeinsamen Firmengründungen rate ich ab.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Zukünftig konzentriere ich mich auf komplexe Projekte und auf größere Immobilien im Bundesland Wien.