Zum Erfolg von Norbert Koppensteiner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Man kann in vielen verschiedenen Bereichen erfolgreich sein - gesellschaftlich, im Beruf, innerhalb der Familie und im Privatleben, oder eben für sich selbst. Dieser persönliche Erfolg kommt zustande, wenn ich mich selbst überwinde und etwas in mir zum Besseren bewegen kann. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele aus ganz unterschiedlichen Gebieten. Ich bin persönlich erfolgreich, wenn es mir gelingt, besser auf meine Gesundheit zu achten. Ich bin auch erfolgreich, wenn ich mich beispielsweise intensiver mit zeitgenössischer Musik beschäftigte, obwohl der Einstieg in diese Materie nicht einfach ist.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich übte im Laufe meines Berufslebens viele unterschiedliche Tätigkeiten aus. Meine wichtigste Erkenntnis daraus war, daß nichts Sinnloses dabei war. Als Leiter des Stadtmuseums komme ich jeden Morgen gern und mit Freude an meinen Arbeitsplatz - es gibt nichts schöneres. Wenn ich sehe, daß Qualität und Quantität der Museumsbesucher unter meiner Leitung zugenommen haben, kann man dies durchaus als Erfolg werten. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Konsequenz und Durchhaltevermögen. 60 Arbeitsstunden pro Woche sind für mich keine Seltenheit. Wenn ich mich nach einem harten Arbeitstag noch auf das Fahrrad setze, um etwas für meinen Körper zu tun, ist das ja auch ein persönlicher Erfolg. Für bestimmte Leistungen gönne ich mir dann aber auch eine Belohnung, beispielsweise eine Reise. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Natürlich war das Elternhaus prägend, aber auch später im Beruf gab es immer wieder Menschen, die mich durch ihr Wissen oder besondere Eigenschaften beeindruckten. Stephan von Friedberg, damals Geschäftsführer der Amadeo Vertriebsges.m.b.H., imponierte mir besonders. Er war eine ausgesprochen kunstsinnige, gebildete und menschliche Persönlichkeit.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Das Team spielt eine extrem wichtige Rolle. Der Erfolg des Museums ist auch das Ergebnis einer ausgezeichneten Teamarbeit. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ich hatte die Möglichkeit, zwei unserer fünf Mitarbeiter selbst auszuwählen. Die anderen Kollegen habe ich übernommen, was aber nicht heißt, daß ich nicht zufrieden mit ihnen wäre. Im Gegenteil. Meine Auswahlkriterien sind zunächst fachliche Qualifikation, aber auch handwerkliche Geschicklichkeit, da ja in einem historischen Museum immer wieder kleinere Reparaturen anfallen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Der verbale Umgang im täglichen Leben, Höflichkeit und Freundlichkeit, Lob oder ein einfaches Dankeschön sind gerade in einem kleinen Team sehr wichtig. Die Atmosphäre ist freundschaftlich-familiär, und natürlich nehme ich auch Anteil an persönlichen Problemen der Mitarbeiter.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Frau ist Lehrerin, und wir unternehmen in den Ferien sehr viel gemeinsam. Das ist der Ausgleich zu den Belastungen des beruflichen Alltags.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich rate der jungen Generation, eine Ausbildung zu machen, bei der die persönlichen Interessen und Neigungen im Vordergrund stehen - ohne Seitenblick auf die aktuelle Arbeitsmarktsituation, der ja ohnehin permanenten Veränderungen unterworfen ist.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich werde in absehbarer Zeit in Pension gehen. Bis dahin habe ich durchaus noch ehrgeizige Ziele, die ich für das Stadtmuseum umsetzen möchte - dazu gehören die bildliche und computertechnische Erfassung all unserer Exponate. Außerdem planen wir immer wieder Sonderausstellungen und versuchen, besonderen Anlässen auch mit entsprechenden Veranstaltungen gerecht zu werden.
Ihr Lebensmotto?
Bedenke die Auswirkungen deiner Taten, ehe du sie setzt.