Zum Erfolg von Eva-Maria Holzbauer-Schwartz
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Läuft das Hotel gut und sind die Gäste zufrieden, sehe ich das als beruflichen Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich habe erreicht, was ich erreichen wollte - auch ohne Studium.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ursprünglich hielt ich mir nach der Matura auch die Option eines Wirtschaftsstudiums offen. Aber die Mitarbeit im elterlichen Betrieb gefiel mir so gut, daß ich dabei blieb und meine Kenntnisse in diversen Abendkursen vertiefte. Der Spaß am Beruf ist also ein grundlegendes Erfolgskriterium.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Da ich immer im Familienbetrieb arbeitete und inzwischen selbst Chefin bin, gab es diesbezüglich keine negativen Erfahrungen. Auch außerhalb des Hotels, etwa im Umgang mit Behörden, empfinde ich keine Benachteiligung - im Gegenteil: manche Beamte sind zu mir entgegenkommender als noch zu meinem Vater.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Das Hotel Zentral wurde in den sechziger Jahren von meinem Großvater übernommen und später von meinem Vater weitergeführt. Ich wuchs also mit dem Betrieb auf, was für meinen Berufsweg sicherlich prägend war. Schon während der Handelsakademie führte ich die Buchhaltung des Hotels.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Gerade in der Hotellerie spielen die Mitarbeiter eine ganz wesentliche Rolle - sie stehen in direktem Kontakt zu den Gästen und sind das Aushängeschild des Betriebes.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Für mich zählen in erster Linie das Erscheinungsbild eines Bewerbers, sein Benehmen, das Verhalten während des Vorstellungsgespräches und das Zeugnis.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Es gibt für die Mitarbeiter immer wieder kleine Prämien, wenn die Leistung stimmt. Außerdem veranstalten wir mit dem Team zu gewissen Anlässen wie Geburtstag oder Weihnachten kleine Feiern.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die besondere zentrale Lage unseres Hotels bietet den Gästen die Möglichkeit, in kürzester Zeit das Burgenland, Wien, Ungarn und die Slowakei zu erreichen. Wir sind ein familiär geführter Betrieb und bieten individuelle Gastlichkeit. Unser gemütliches Restaurant bietet einen schönen Ausblick über den Hauptplatz von Wiener Neustadt, außerdem haben wir schöne Räumlichkeiten für private Feiern und Veranstaltungen. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Wir sind in der Innenstadt das einzige 3-Sterne-Hotel, daher haben wir auch keine direkte Konkurrenz in unserer Kategorie. Aber trotzdem arbeiten die Hotelbetriebe untereinander zusammen - sind wir ausgebucht, empfehlen wir andere Häuser weiter und umgekehrt.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Der Sommer ist unsere Hauptsaison, da bin ich normalerweise zehn bis zwölf Stunden täglich im Hotel. Das gleiche ich dann im Winter, in der Nach- und Nebensaison, aus. In dieser Zeit gönne ich mir auch einen 14-tägigen Urlaub, den ich strikt einhalte, um meine Batterien wieder aufzuladen. Insgesamt ist es aber sehr schwer, Beruf und Privates auseinanderzuhalten - ich muß ja telefonisch jederzeit erreichbar sein, um bei Problemen eingreifen und reagieren zu können. Zum Glück sind meine Eltern noch nicht ganz in Pension und stehen mir im Bedarfsfall unterstützend zur Seite.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich besuche immer wieder Kurse und Weiterbildungsveranstaltungen, speziell was Betriebsführung und Management betrifft.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Jungen Leuten und Lehrlingen in der Gastronomie und Hotellerie kann ich nur raten: Durchhalten! Die ersten Lehrjahre sind sicher nicht einfach.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ein Ziel wäre es, mit meinem Mann für ein oder zwei Jahre ins Ausland zu gehen. Dafür würde ich meinen Bruder engagieren, um das Hotel während dieser Zeit weiterzuführen. Für das Hotel selbst ist ein Upgrade auf vier Sterne das nächste, wichtige Ziel.