Zur Karriere von Elisabeth Drzaic
Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Nach der HAK-Matura 1991 begann ich das Studium der Handelswissenschaften und Rechtswissenschaften. Nebenbei arbeitete ich drei Jahre bei einem Anwalt. Nach einem Jahr merkte ich, daß ein Vollzeitjob und zwei Studien zu viel sind, und führte nur noch das Jusstudium fort. Nach weiteren drei Jahren wurde mir bewußt, daß Anwalt kein Beruf ist, denn ich auf Dauer ausüben möchte. Ich entschloß mich, doch wieder in die Wirtschaft zu gehen. Meine Karriere startete im August 1994 bei Inzersdorfer. Ich begann als Assistentin der Geschäftsleitung, nach vier Monaten machte ich zusätzlich den Export, da der Exportmanager ausfiel. Danach wurde ich innerhalb des Unternehmens von einem Geschäftsführer zum anderen abgeworben, Dies geschah durch Frau Mag. Pecher, bei der ich das Produktmanagement von der Pike auf vier Jahre lang lernte. Das Marketing bei Inzersdorfer war eine wesentlich zentralere Drehscheibe als in vielen anderen Unternehmen, da auch Dinge wie Produktionsplanung mit dabei waren. Wir waren neben den üblichen Marketing-Aufgaben auch für den gesamten Produktionsbereich verantwortlich. Einer meiner Vorteile für meine spätere Laufbahn war sicher, daß soviel globales Wissen kaum in einen anderen Betrieb erlernbar war. Wir änderten in dieser Zeit auch grundsätzliche Technologien bei Inzersdorfer. Wir machten den Schritt aus der Dose in die Schachtel, weshalb wir die Produktion umstellten und Tests durchführten. Wir bekamen neue Produkte hinzu, daher mußten wir innerhalb eineinhalb Monaten das gesamte Sortiment ausbauen und Preislisten erstellen. Damit begann mein Einstieg in den Verkauf, da ich einen Verkaufsleiter hatte, der fand, daß es nicht schlecht wäre, wenn das Marketing mit dem Verkauf mitgeht. Marketing präsentiert sicher ganz anders als Verkauf, und empfinde ich es als optimal, wenn man beides gemacht hat. 1998 warb mich Bergland Milch ab. Dort arbeitete ich von September 1998 bis Juni 2000 und betreute die Marken Schärdinger und Desserta. Ich begann als Produktmanager für Schärdinger und hatte am Schluß die Verantwortung über die gesamte gelbe Palette, das ist der Käse- und Butterbereich. Das Unternehmen war für mich interessant, weil es eine Genossenschaft war und wir uns gegenüber den Bauern als Eigentümern verantworten mußten. Oft hatten wir einen Überschuß an Milch, die dann entweder zu Butter verarbeitet werden mußten, oder die Produktentwicklung forschte, was der Markt bot. Bergland Milch übersiedelte 2000 von Wien nach Linz. Coca Cola kontaktierte mich damals direkt, und ich entschied, daß mir ein internationaler Konzern noch in meinem Erfahrungen fehlte. Da ich sehr viel Marketing-Erfahrung hatte, interessierte mich der Verkauf, und so begann ich im Juli 2000 als Channel Manager. Seltsam war für mich, daß es im gesamten Management von Coca Cola keine Frauen gab. Ich holte daher viele Frauen in die Teams und veränderte einiges. Im Juli 2001 wurde ich wiederum intern abgeworben und wurde Market Development Manager für den gesamten Bereich des Handels. Als mein Chef zu einem anderen Projekt abgezogen wurde, erhielt ich mit einem Schlag die Verantwortung für 54 Herren. Ich baute ein Custom Relationship Management Tool mit der EDV auf, das auch heute noch bei Coca Cola International verwendet wird. Dieses beinhaltete, daß wir alle Mitarbeiter mit Laptops und eigener Software ausstatteten, um ihnen die bestmögliche Unterstützung mitzugeben und ein Feedback vom Markt zurückzubekommen. Ab Februar 2003 kam ich ins Key Account Management, mein absoluter Schritt in den Verkauf. Zu einem Zeitpunkt, als ich von der Lebensmittelbranche wechseln wollte, erhielt ich ein Angebot von Elizabeth Arden. Für mich waren zwei Dinge entscheidend für den Wechsel. Zum Einem, daß Elizabeth Arden von einer Frau aufgebaut wurde, die eine absolute Pionierin war und deren Spirit man spürte, zum anderen, daß mir mein damaliger Chef auf der menschlichen Basis lag und der interaktive Austausch paßte. Ich begann im Mai 2005 als Sales und Marketing Manager für Österreich und machte so ziemlich die schnellste Karriere, die es je im Unternehmen gab. Mit September 2005 wurde ich zusätzlich für Schweiz Sales und Marketing Manager, im April 2006 Country Manager für Österreich und die Schweiz, und seit August 2006 bin ich Vizepräsidentin des Key Account für Europa und Geschäftsführerin für Frankreich, Deutschland, Österreich und die Schweiz. Mein Erfolg verbirgt sich hinter keinem großen Geheimnis, sondern liegt einfach darin, daß ich meinem Beruf und alles, was ich mache, liebe und mit vollem Herzen dahinterstehe.