Zum Erfolg von Birgit Pelke
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg kann viele Aspekte haben und spiegelt sich auch in der Anerkennung der anderen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich sehe mich als erfolgreich, aber mit Höhen und Tiefen.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ausschlaggebend ist, daß ich dranbleibe, nicht so schnell aufgebe und versuche, mich durchzusetzen. Das spielt in der Politik eine besondere Rolle. Wichtig ist mein persönliches Umfeld, das mich trägt, was immer auch passiert.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Herausforderungen nehme ich, wie sie kommen. In der Politik ist nicht alles planbar. Mein Job ist in gewissem Maße abhängig von der Partei, von Mehrheiten und der allgemeinen Stimmungslage. Bestimmte Dinge bereite ich aber genau vor, beispielsweise Reden im Parlament oder die Leitung von Sitzungen. Ist es für Sie als Frau schwieriger, erfolgreich zu sein? Ich denke, es ist als Frau immer noch schwieriger, erfolgreich zu sein. Das war in den Achtzigern so, als ich in den Kreistag gewählt wurde, und das ist heute ähnlich. Als Frau muß man sich immer noch anders beweisen und außerdem auch noch das Familiäre geregelt bekommen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Zum ersten Mal empfand ich das Erfolgsgefühl, als ich als Nachrückerin in den Kreistag von Großgerau kam. Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Originalität: jeder muß seinen eigenen Weg finden. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mich prägte mein Elternhaus: politische Inhaftierung des Vaters in der DDR, Flucht in den Westen, Familientrennung durch den Mauerbau, die Betriebsratstätigkeit meines Vaters bei Opel. Das alles weckte mein politisches Interesse. Ebenso prägte meine berufliche Tätigkeit als Verwaltungsangestellte und die damalige ehrenamtliche Zusammenarbeit mit ehemaligen politischen Häftlingen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich glaube, man sieht mich positiv. Ich bin präsent und bemühe mich, die Menschen zu nehmen, wie sie sind und parteiliche Auseinandersetzungen (auch mit politisch Andersdenkenden) immer auf einem menschlich vernünftigen Maß zu halten. Das hat den Vorteil, daß ich mit vielen Bereichen umgehen kann, und wenn ich beispielsweise in die IHK gehe, werde ich genauso erfreut begrüßt wie im Sportverein.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter sind wichtig, sie begleiten mich. Ich lege Wert auf das organisatorische Umfeld, damit mir kein Termin durch die Lappen geht, Besucher sich gut aufgehoben und betreut fühlen. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Da entscheide ich eigentlich genau nach den eben genannten Punkten, weniger nach Zeugnissen. Das persönliche Vertrauensverhältnis muß stimmen. Es ist Nervenstärke gefragt und das Vermögen, mit Menschen umgehen zu können.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere mit Vorbildwirkung, zeige Verständnis und stehe zu einmal getroffenen Entscheidungen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das ist schon schwierig. Mein jetziger Lebenspartner ist Unternehmer und hat viel Verständnis für meinen Beruf. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Jeder muß für sich Visionen und Träume haben. Jeder ist etwas und kann etwas, egal auf welchem Gebiet. Aber man kann nicht immer auf der Überholspur sein, und vor allem darf man sein persönliches Umfeld nicht aufgeben.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ziel meiner Arbeit als Landtagsabgeordnete ist das vernünftige Zusammenleben der Generationen. Dafür möchte ich auch in den nächsten Jahren weiter arbeiten.
Ihr Lebensmotto?
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.