Zum Erfolg von Lieselotte Cendon
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg stellt sich von selbst ein, wenn man das nötige Engagement und den nötigen Ehrgeiz an den Tag legt, somit braucht man nicht über Erfolg nachzudenken. Die finanzielle Komponente stand für mich nie im Vordergrund, sondern vielmehr meine Freude an der Arbeit mit meinen Kunden, die gerade in unserer Branche sehr intensiv sein muß. Dieser positive Kontakt zu Kunden, kombiniert mit Hilfsbereitschaft, ist auch maßgebend für meine eigene Zufriedenheit.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
In jedem Fall, da ich nach meiner Definition von Erfolg sehr vieles erreichen konnte.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Sicherlich mein Umgang mit dem Kunden, der für mich immer noch König ist. Natürlich gibt es auch in unserer Branche Probleme und Reklamationen, die es zu bewältigen gilt, allerdings stehen die positiven Kontakte im Vordergrund und bestätigen mich in meinem Weg.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
In meiner Branche eigentlich nicht, da mein Beruf immer noch als Frauenberuf gesehen wird. Natürlich mußte ich mir meinen Weg erst bahnen und hatte verschiedene Kontroversen mit männlichen Kollegen, allerdings verliefen diese meist positiv für mich und erweiterten meinen Erfahrungsschatz.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Etwa drei Jahre nach Eröffnung meiner Apotheke, als ich von der Bevölkerung akzeptiert wurde und von vielen Seiten positive Rückmeldungen bekam.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Die Entscheidung, mich selbständig zu machen, war rückblickend betrachtet für mich und meine Familie die richtige.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Herr Prof. Zigeuner, Lehrer für Pharmazeutische Chemie an der Universität Graz, war mir während des Studiums immer wieder eine Hilfe und motivierte mich stark.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Viele Kunden bedanken sich, weil ich ihnen die richtigen Medikamente empfehle, und die Menschen sind froh, daß es im Ort eine Apotheke gibt.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Es gibt für Apotheken in Österreich keine Niederlassungsfreiheit, darüber hinaus gibt es ständige gesetzliche Neuerungen im Zuge des EU-Beitrittes und der damit verbundenen Liberalisierung des Marktes, die natürlich auch Apotheken betreffen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Eine sehr wesentliche. Ich würde sogar sagen, daß ich ohne gute Mitarbeiter niemals hätte erfolgreich werden können.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Weniger nach Qualifikation und Benotung als vielmehr nach meinem Gefühl und persönlicher Sympathie, wobei ich bisher meist recht behielt und sehr gute Arbeitskräfte lukrieren konnte.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Jeder hat seinen eigenen Bereich, in dem er großteils eigenverantwortlich arbeiten kann, was von allen sehr geschätzt wird.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Während meiner Zeit im Angestelltenverhältnis gab es geregelte Arbeitszeiten, was sich durch meine Selbständigkeit radikal verändert hat. In den ersten fünf Jahren hatte ich praktisch keine Freizeit, da ich alles, bis hin zur Buchhaltung, selbst erledigte. Mittlerweile achte ich sehr auf meine Erholung, die ich in einem netten Haus im Grünen mit Pool finde.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Es gibt fixe Termine, die ich wahrnehme, um Neuerungen zu erfahren und Kollegen zu treffen, mit denen ich mich austausche.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Im großen und ganzen habe ich meine Ziele bereits erreicht. Ich möchte nur mehr dahingehend einwirken, daß sich meine jungen Kollegen ebenso unentbehrlich machen wie ich und persönliche Kontakte aufbauen, um in Zukunft selbst erfolgreich zu werden.
Ihr Lebensmotto?
Es gibt weniger einen Satz als vielmehr meine Einstellung, immer für andere da zu sein.