Zum Erfolg von Antonio Martins da Cunha
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, aus einer scheinbar aussichtslosen Situation gestärkt hervorzugehen. Ich bin Meister des Krisenmanagements.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ehrgeiz, Lernbereitschaft und der Glaube an ein gutes Produkt.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Je schneller Probleme gelöst werden, desto schneller kann man sie wieder vergessen. Entscheidungen werden zwar überlegt, aber doch rasch getroffen.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
In unserer Branche sind es nicht einzelne Entscheidungen, die den Erfolg ausmachen, sondern die Summe vieler richtiger Entscheidungen.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Natürlich muß man nicht immer das Rad komplett neu erfinden; ganz im Gegenteil – eine solche Vorgehensweise wäre höchst ineffizient. Gleichzeitig muß man sich aber bewußt sein, daß der Konsument bereits täglich mit einer schon unüberschaubar werdenden Fülle von Produkten konfrontiert wird. Daher muß sich jeder potentielle Produzent oder Hersteller – bevor er den allerersten Cent in die Umsetzung seiner Ideen und Versionen investiert - kritisch hinterfragen: Was wird mein Produkt haben, was alle anderen nicht bieten können! An dieser Stelle möchte ich etwas in die Tiefe gehen, wenn Sie erlauben. Ich glaube, daß wir an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, im Zeitalter der Informations-, Medien- und Wissensgesellschaft, zunehmend mit ganz neuen Kundenbedürfnissen konfrontiert werden. Nachdem die Bedeutung von Konsum als gesellschaftliches Positionierungsinstrument immer größer wird, reicht es längst nicht mehr aus, „nur“ ein Produkt auf den Markt zu bringen. Heute möchten die Kunden mehr als ein Produkt – sie wollen ein Konzept. Als Kinderarzt, Sportmediziner und Ernährungswissenschaftler sah ich aber diesen Trend vor allem in der Lebensmittelindustrie in die - meiner persönlichen Ansicht nach – komplett falsche Richtung gehen. Wenn man sich etwa Werbung im Fernsehen ansieht, werden bewußt junge, schlanke, aktive, dynamische und attraktive Menschen gezeigt, die ohne Bedenken „ungesunde Lebensmittel“ in ihre alltägliche Ernährung einbauen. Ist es nicht paradox, daß die größten und bedeutendsten Sportveranstaltungen unserer Zeit heute von Fastfood-Ketten, Bierproduzenten, Softdrink-Herstellern oder Anbietern diverser Süßigkeiten gesponsert werden? Ich glaube, daß diese Form der Kommunikation irreführend ist und auf Dauer nicht nachhaltig erfolgreich sein kann. Der Konsument ist nicht dumm und nicht blind – er braucht sich nur bewußt den einen oder anderen Stammgast eines Fastfood- Restaurants oder die Einkaufswägen jener Supermarktkunden, die randvoll mit Softdrinks, Tiefkühlpizza, Kartoffelchips oder Alkoholika gefüllt sind, genauer ansehen. Er wird schnell erkennen, daß jene Bilder, die uns über die Werbung vermittelt werden, mit der alltäglichen Realität oft nicht übereinstimmen. Als Arzt wurde ich schließlich in der jüngsten Vergangenheit immer häufiger mit Studien konfrontiert, welche die gesundheitsfördernde Wirkung von Kokoswasser in Hinblick auf verschiedenste medizinische Aspekte aufzeigten und nachweisen konnten. Kokoswasser ist extrem reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, enthält aber kaum Fett. Vor allem aufgrund dieser Eigenschaft dient es als ideale Prophylaxe gegenüber zahlreichen Zivilisationskrankheiten, von Herz-Kreislaufproblemen über Osteoporose bis hin zu Alterdiabetes. Aber auch bei der Behandlung kurzfristigen Beschwerden, etwa bei leichten Magen- Darmerkrankungen oder Kopfschmerzen, erweist sich Kokoswasser der grünen Kokosnuß als sehr wirkungsvolles Heilmittel. Auch seine Funktion zur Ausleitung von Schwermetallen, vor allem Amalgam, wurde erst vor kurzen aufgezeigt und anhand einer Studie nachgewiesen. Gerade in der heutigen Zeit, in der Umweltbelastungen stetig zunehmen, kann diese positive Eigenschaft nicht hoch genug eingeschätzt werden. Zuletzt möchte ich noch die isotonische Beschaffenheit des Kokoswassers aus der grünen Kokosnuß ansprechen. Immer mehr Experten erachten das Kokoswasser der grünen Kokosnuß als das optimale Rehydrierungsgetränk bei sportlicher Anstrengung, da ihrer Meinung nach die natürliche Zusammensetzung der Inhaltsstoffe aufgrund der besseren Bioverfügbarkeit besser wirken als es je durch ein künstliches isotonisches Sportgetränk möglich wäre Aufgrund all dieser positiven Eigenschaften war es mir ein großes Anliegen, den Saft der grünen Kokosnuß auf dem westlichen Massenmarkt zu etablieren. Bisher hat es zwar schon zahlreiche Versuche gegeben, dieses äußerst nährstoffreiche Getränk in Europa zu vertreiben. Trotzdem schaffte es aber bisher kein Produzent, eine für den Handel akzeptable Haltbarkeit zu gewährleisten, ohne die äußerst sensiblen Inhaltsstoffe, insbesondere das einzigartige Aroma des Saftes, zu zerstören. Durch meine jahrelangen Recherchen ist es mir aber schließlich gelungen, durch ein eigens von mir patentiertes Verfahren allerhöchste Qualitätsstandards (sogar in Bioqualität) zu gewährleisten. Ich bin heute äußerst stolz darauf, daß jenes Getränk, das von der FAO, der Food and Agriculture Organisation der UNO, als das Getränk des 21. Jahrhundert bezeichnet wurde, heute bereits in 25 Ländern erhältlich ist. (weitere Informationen finden Sie auf unserer Webpage http://www.dr-martins.at/)
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Nein.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Was den Umgang mit Mitarbeitern betrifft, habe ich sicher meine wertvollsten Erfahrungen als Leiter der Knochenmark-Transplantations-Abteilung in Rio de Janeiro und als Leiter der Kinderabteilung im King Faisal Hospital in Saudi Arabien gemacht. Ich lernte, was es bedeutet, jederzeit für Fehler verantwortlich gemacht werden zu können, die ich weder verursacht hatte noch verhindern hätte können. Den einzigen Einfluß, den ich aktiv nehmen konnte, war zu handeln, bevor etwas passieren konnte. Ich mußte mich auf jeden einzelnen Mitarbeiter hundertprozentig verlassen können. Ich versuchte, zu jedem einzelnen Mitarbeiter ein persönliches Vertrauensverhältnis und eine individuelle Beziehung aufzubauen, von der Hilfspflegekraft bis zum Oberarzt/Oberärztin. Selbstverständlich passierte es auch manchmal, daß mein Vertrauen mißbraucht wurde. Aber ich erkannte trotzdem sehr schnell, daß ich meine Mitarbeiter nur dann wirklich kennenlernen konnte, wenn ich aktiv einen Schritt auf sie zu machte - im übertragenen Sinn also als erstes die Hand ausstreckte. Diese Lernphase war enorm wichtig für in der Startphase meiner GmbH, in der wir uns ja eigentlich noch immer befinden. Auch wenn ich eigentlich ursprünglich aus einer ganz anderen Fachrichtung stamme, erkannte ich sehr schnell die Fähigkeiten und Talente meiner Mitarbeiter und konnte so mit ihnen zusammen unter meiner Führung und der meiner Frau (Anm.: Geschäftsführerin der Dr. Martins da Cunha GmbH) innerhalb kürzester Zeit diesen großen Erfolg verwirklichen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Fachliche Qualifikation, Arbeitswille und eine gewisse Grundintelligenz setze ich voraus. Entscheidend ist für mich aber der Wille zur Teamfähigkeit und zur Kommunikation. Jeder muß sich dem Team unterordnen können, vor allem, wenn es wirklich darauf ankommt. Gleichzeitig dürfen aber meine Mitarbeiter nicht darauf vergessen, ihren persönliche Meinungen und Bedürfnisse auszudrücken. Jeder einzelne muß täglich an seinen Stärken und Schwächen arbeiten und sie dann effizient in das Team einbauen können. Nur so entwickeln wir uns alle zusammen weiter.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Hier orientiere ich mich gerne an einer Stelle aus dem Buch von Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz: Willst Du, daß Deine Männer ein Schiff bauen, mußt Du jeden Tag von der Schönheit des Meeres schwärmen. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, daß es für Erfolg im Team mehr braucht als das Verständnis über die zwei „klassischen Erfolgsfaktoren“ - nämlich für das Verständnis angeblich regelbasierender gruppendynamischer Prozesse und der konkreten Ausformulierung von Unternehmenszielen! Natürlich sind diese Punkte wichtig, aber ich sehe es vornehmlich als meine Aufgabe, jedem meiner Mitarbeiter immer wieder den Sinn seiner Tätigkeit zu vermitteln sowie ihnen ihre Bedeutung für das Unternehmen vor Augen zu halten.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Nachdem wir uns noch in einer starken Expansionsphase befinden, würde ich sagen: Flexibilität. Ich achte sehr darauf, daß unsere Unternehmensstrukturen derart gestaltet werden, daß wir schnell und effizient auf Veränderungen reagieren können.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Frau ist fast immer an meiner Seite, sie ist die Geschäftsführerin unserer Firma. Meine zwei großen Söhne haben sich schon abgenabelt, und unseren kleinen fünfjährigen Sohn versuchen wir so oft wie möglich bei uns zu haben. Aber um ehrlich zu sein, Beruf und Privatleben sind momentan sehr schwer vereinbar.
Wieviel Zeit verwenden sie für Ihre Fortbildung? Für meine Fortbildung verwende ich rund 20 Stunden pro Woche.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man muß sich selbst treu sein und immer ein reines Gewissen haben, dann ist der Erfolg vorprogrammiert.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte der Welt zeigen, daß Green Business möglich ist. Mein Anspruch ist es, mehr als ein Produkt zu verkaufen - ich will dem Kunden ein Gesamtkonzept, eine Alternative bieten. Nachhaltige Entwicklung bedeutet für mich mehr als die Erreichung ökonomischer Zielgrößen. Für mich spielen auch Gesundheits-, Sozial- und Umweltaspekte eine wichtige Rolle; alle Faktoren müssen schließlich zu einem Ganzen zusammenfließen. Das Unternehmen „Dr. Martins“ gründete ein sozialpolitisches Projekt in Brasilien (Anbaugebiet der Kokosnußpalme), mit dem Ziel, Straßenkindern, die in der Stadt vom Müll leben, eine Ausbildung zu ermöglichen und einen Arbeitsplatz in der ökologischen Landwirtschaft zu geben. Der Handel mit Brasilien basiert auf Fair Trade, sodaß es zu keiner Ausbeutung der Menschen oder der Natur kommt. Es entstehen grüne Flächen durch den Anbau von Mischkulturen (Kokosnuß, Orangen, Bananen, Ananas, etc.) statt Abholzung der Urwälder.
Ihr Lebensmotto?
Erstens: Handle stets so, daß weder Menschen noch Tieren oder der Umwelt Schaden zugefügt wird. Zweitens: Wir sind nicht nur auf Urlaub auf der Erde.