Zum Erfolg von Helmut Pöltl
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich Ziele erreichen kann, die ich mir gesteckt habe, und diese überdies noch wirtschaftlichen Erfolg mit sich bringen, bin ich erfolgreich. Das Ziel jedes Unternehmers sollte es sein, sprichwörtlich etwas zu unternehmen, und das sollte natürlich von Erfolg gekrönt sein.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Eigentlich ja. Ich habe mir in meinem Leben alles selbst erarbeitet - bereits in sehr jungen Jahren zog ich von zu Hause weg, und heute führe ich einen florierende Betrieb.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich hatte nie Angst davor zu arbeiten. Es war in den Anfangszeiten meist so, daß es in unserem Gewerbe nicht sehr viel Freizeit gab, allerdings sah ich das eher als Chance denn als Nachteil, da ich sehr viel Erfahrung sammeln konnte und auch ein dementsprechend gutes Einkommen hatte.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Seit der Zeit, als ich mein erstes Gasthaus eröffnete, da ich nicht mehr als Pächter von jemandem anderen abhängig war und die weitere Richtung des Betriebes selbst entscheiden konnte.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Der Kauf dieses Gasthauses war sicherlich richtunggebend. Ich kam als Fremder nach Weigelsdorf und eröffnete überdies das zwölfte Gasthaus in einer Zweitausend-Seelen-Gemeinde, daher erhielt ich anfangs nicht nur positive Rückmeldungen. Mittlerweile bin ich allerdings seit 20 Jahren hier und konnte mich sehr gut behaupten.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Wenn es überhaupt eine prägende Figur gab, dann war das mein ehemaliger Küchenchef, der mich in sein neues Restaurant mitnahm, und von dem ich beruflich sehr viel lernte. Im Grunde erarbeitete ich mir bisher aber alles alleine.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die größte Anerkennung stellt für mich die erfolgreiche Führung des Betriebes dar, da das wirtschaftliche Vermögen der Firma sehr stark an das Vertrauen der Gäste gekoppelt ist. So gesehen machte ich in den letzten Jahren sicherlich vieles richtig.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Probleme sind dazu da, um gelöst zu werden. Ich sehe keine gravierenden Branchenprobleme.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Mittlerweile werde ich als Wirt akzeptiert und habe keinen Probleme mit meinen Mitmenschen. Ich denke, als eher umgänglicher Mensch gesehen zu werden, der von sich aus den Kontakt zu anderen sucht.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere Küche und unser Service sind ganz auf den Kunden abgestimmt, was von unseren Gästen sehr geschätzt wird. Außerdem sind wir ein reiner Familienbetrieb, was ebenso zum Erfolg des Gasthauses beigetragen hat, da die persönliche Betreuung unserer Gäste immer im Vordergrund stand. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Sehr partnerschaftlich. Ich besuche oft die anderen Gasthäuser im Ort und konsumiere dort ebenso, was ein sehr freundschaftliches Verhältnis schafft.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Bedingt dadurch, daß meine Frau ebenso im Betrieb arbeitet und wir so den gesamten Tag gemeinsam verbringen, lassen sich Beruf und Privatleben einerseits recht gut vereinbaren, andererseits gibt es keine wirkliche Trennung, sondern einen fließenden Übergang, was manchmal ein Vorteil, oft aber auch ein Nachteil sein kann.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Das Gastgewerbe ist bis heute ein sehr anstrengendes Gewerbe. Es ist notwendig, sich mit dieser Art der Arbeit zu identifizieren, und ein junger Mensch sollte sich sehr gut überlegen, ob er den Schritt in diese Branche wagt.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Langsam beginne ich an meinen Ruhestand zu denken, da ich auch nicht mehr der Jüngste bin und die Zeit langsam ihre Spuren hinterläßt. Ich möchte mittelfristig einen geeigneten Nachfolger für den Betrieb finden, wobei meine Tochter kein wirkliches Interesse an der Gastronomie zeigt.
Ihr Lebensmotto?
Ich hatte nie Angst vor der Arbeit.