Zum Erfolg von Rudolf Kropej
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, mich weiterentwickeln zu können, Altlasten abzubauen und in die Gewinnzone zu gelangen. Wenn die Konjunktur weiterhin so positiv bleibt, lassen sich diese Ziele sicherlich bald erreichen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich habe einige schwierige Jahre hinter mir, doch befinde mich jetzt auf einem erfolgreichen Weg.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Der Schritt in die berufliche Selbständigkeit war ein entscheidender Erfolgsfaktor. Ich übernahm meine Geschäftspartner und die Geschäftsbereiche, die ich bereits in der Firma Steinhoff innehatte. Mein damaliger Chef reagierte sehr nervös und wollte mich liquidieren. Ich bereitete aber den Schritt in die Selbständigkeit so gut vor, daß ihm das nicht gelungen ist.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Als ich 1977 die Position des alleinverantwortlichen Vertriebsingenieurs für Rumänien übernahm, verzeichnete die Firma Steinhoff einen Umsatz von 200.000 DM, doch binnen zwei Jahren gelang es mir, einen Umsatz von sieben Millionen DM zu erzielen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Eigentlich nicht. Mein Vater war Lehrer und wünschte sich für mich eine Karriere als Beamter oder ebenfalls als Lehrer. Auch mein älterer Bruder, ein Diplomkaufmann, war zwar sehr erfolgreich, aber nie selbständig tätig.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Bei Kriegsausbruch wußte ich nicht, ob ich mein Geschäft in Jugoslawien aufrechterhalten soll, entschied dann aber doch, bei meinen Geschäftspartnern zu bleiben. Jetzt ist unsere Branche wieder zahlreich vertreten, doch früher war ich einer von den wenigen, und das haben viele nicht vergessen. Ich führte auch einige Hilfsaktionen durch, um die Menschen vor Ort zu unterstützen - nicht um irgendwelche Orden zu erhalten, sondern um Verantwortungsbewußtsein zu zeigen.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
In Österreich gibt es keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Früher gab es in Jugoslawien immer wieder Probleme mit der Zahlungsmoral, heute jedoch nicht mehr. Manchmal gibt es auch kleinere Reiberein mit der Konkurrenz, doch wirklich ungelöste Probleme plagen mich zur Zeit nicht.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich werde wohl von einigen positiv gesehen, von anderen weniger.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ich arbeite nur mit meiner Frau Eva zusammen, die die Buchhaltung für das Unternehmen erledigt und diese Arbeit auch ausgezeichnet macht. Seit vielen Jahren habe ich einen sehr engen Geschäftspartner in Kroatien, Herr Dipl.-Ing. Ozbolt Pavao, der bei der Eisenbahn arbeitete. Er ist mittlerweile in Pension, und wir sind bis heute sehr gut befreundet.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Das Unternehmen ist überschaubar und flexibel und zeichnet sich durch eine sehr korrekte Arbeitsweise aus.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich versuche meine Vorteile gegen die Konkurrenz mit legalen Mitteln auszuspielen. Wir stellen unsere Stärken, nämlich rasche Reaktionsweise und Flexibilität, in den Vordergrund.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Frau und ich arbeiten eng zusammen, daher lassen sich Beruf und Privatleben kaum trennen. Früher, als ich in Rumänien arbeitete, begleitete mich meine Frau nicht, doch es war nie ein Problem.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Jeder Mensch ist seines Glückes Schmied, und Menschen sind sehr unterschiedlich. Es ist schwierig, einen Rat zu geben, aber meine persönliche Empfehlung lautet, seine Vorhaben einfach zu verwirklichen.
Ihr Lebensmotto?
Ehrlichkeit hat den größten Wert. Es ist manchmal schwer, auch in unangenehmen Situationen immer ehrlich zu sein, aber es lohnt sich.