Zur Karriere von Thomas Dolleschal
Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Meinen Traum, Pilot zu werden, verfolgte ich nach der Matura an der HTL für Elektrotechnik eifrig, verpflichtete mich ein Jahr zum Bundesheer, schaffte alle Tests und hatte den Termin für den Start an der Pilotenschule, doch die damals lange Ausbildungszeit und Freunde veranlaßten mich in die Privatwirtschaft (Lufthansa, Swissair, AUA) zu wechseln. Ich war überzeugt, es zu schaffen, doch kam es anders. Danach wollte ich meinen Traum in Amerika realisieren, da die Finanzierung leichter war, meine Mutter riet mir aber, vorerst zum Verbund zu gehen, um neben dem begonnen Studium der Elektrotechnik Geld zu verdienen. Ihr zuliebe führte ich mehrere zwanglose Gespräche, denn ich wollte unter keinen Umständen in ein staatliches Unternehmen, da es aber im Unternehmen auch Leitungstrupps gab, die im Hochgebirge und mit Hubschraubereinsatz die Versorgungssicherheit aufrecht erhielten, verband ich diese Tätigkeit mit Abenteuern. 1990 begann ich die Betriebslaufbahn als Betriebstechniker beim Verbund im Umspannwerk Hessenberg, Leoben, und legte 2 Jahre später die Schaltberechtigungsprüfung ab, um das Hochspannungsnetz steuern zu können. Ich lernte das Geschäft von der Pike auf, hatte sehr nette Kollegen und fand Spaß an der Tätigkeit, meine Überseepläne schob ich vor mir her. Da man in der Betriebslaufbahn möglichst viele Bereiche kennenlernen soll, kam ich nach zwei Jahren in das Umspannwerk Obersiellach in Kärnten und kurz darauf nach Wien Süd-Ost, in das größte Umspannwerk des Verbund. Als dritter Techniker betraute man mich mit der Aufgabe, die Inbetriebnahme der Gleichstromkurzkupplung zu begleiten welche ich mit der Inbetriebnahme nach zwei Jahren erfolgreich abschließen konnte; Generell umfaßte die Betriebslaufbahn alle Aufgabenbereiche von Elektrotechnik und Maschinenbau bis hin zum Kaufmännischen und der Mitarbeiterführung. Mit 25 Jahren wechselte ich dann als Betriebsleiter in das Umspannwerk Ternitz, mit der Aufgabe, das Werk auf Fernsteuerung umzubauen und den Mitarbeiterstand von 21 auf sieben zu reduzieren. Es gelang mir, die Unterstützung und das Vertrauen der Mitarbeiter zu gewinnen, obwohl die meisten Mitarbeiter doppelt so alt waren als ich, und obwohl schwierige und gefährliche Situationen zu meistern waren. Nach zwei Jahren erhielt ich das Angebot, als Assistent des Betriebsdirektors in die Zentrale zu wechseln. Ich nahm die Herausforderung an. Viele Umstrukturierungen im Unternehmen folgten. Es kam zur Umgründung zuerst in eine GmbH und 2001 in eine AG, und ich schaffte den Sprung in die Geschäftsfeldleitung. Als Assistent der Geschäftsführung und dann des Vorstandes durfte ich fünf Jahre an der Front die Gesellschaft mit aufbauen und lernen. Aufgrund des raschen Wachstums nahm das Arbeitspensums enorm zu, ein Assistent reichte nicht mehr, und so entschied der Vorstand, eine Stabstelle einzurichten; das Vorstandssekretariat, der verlängerte Arm des Vorstandes. Ich begann mit zwei Mitarbeitern, die sich bis heute zu einer Abteilung mit 19 Mitarbeitern entwickelte. Neben unseren Kernaufgaben Gremienbetreuung, Unternehmensstrategie, Rechtsangelegenheiten, interne und externe Kommunikation, Organisation, Beteiligungsmanagement und die Koordination der Shared Services bearbeiten wir viele Sonderprojekte und Themen, die mit den vorhandenen Ressourcen meist nur knapp realisierbar sind. Mit der ursprünglich erlernten Technik habe ich heute nur noch im Sinne des Unternehmensgegenstandes und in Zusammenhang mit den genannten Kernaufgaben zu tun.