Zum Erfolg von Rainer Romstorfer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg zeigt sich für mich in der Harmonie des Berufes mit der persönlichen Lebens- und Wertehaltung.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Im Sinne meiner Erfolgsdefinition sehe ich mich als erfolgreich, obwohl es immer besser sein könnte. Meine Lebensgefährtin ist in der gleichen Branche tätig. Sie ist, wie die meisten Berufskollegen, materiell erfolgreicher als ich. Dafür habe ich mehr zeitlichen Spielraum für private Interessen und Kinderbetreuung.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich habe gelernt, mir selbst treu zu bleiben, meine Vorstellungen konsequent zu realisieren. Wenn dies nicht machbar war, habe ich mich neu orientiert. Für den beruflichen Erfolg war sicherlich meine technische Ausbildung ebenso von wesentlicher Bedeutung, wie mein Studium. Der Schritt in die Selbständigkeit ist nur eine Frage von Risiken und ob man sich deren Beherrschung zutraut.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Die Imitation ist für Massenprodukte und Massendienstleistungen, die Originalität für neue Wege notwendig.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Vielen Personen haben mich geprägt, da ich stets auf der Suche nach positiven Erfahrungen bin.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Keine nennenswerten, mit Ausnahme meiner Mitarbeiter.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Tatsache ist, dass der Wissensbereich in unserem Job immer größer wird und der Gesetzgeber sorgt zusätzlich durch die Legislaturperioden für Abwechslung! Des Weiteren werden wir oft mit zivilrechtlichen Thematiken konfrontiert, wobei rechtsrelevante Themen in z.B. einem Gesellschaftsvertrag finalisiert werden. Diese Art von Verträgen darf aber nur der Rechtsanwalt beraten und gestalten. Seit dem Sommer 2017 wurde unsere Vertragsgestaltungskompetenz rechtlich etwas ausgeweitet, jedoch spiegelt dies noch lange nicht die Nachfrage der steuerpflichtigen Kunden von Klein- und Mittelbetriebe wieder.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Wenn der oder die Bewerber/In dem Anforderungsprofil entspricht, richte ich mein Augenmerk auf die sozialen Fähigkeiten. Offenheit, Ehrlichkeit und der Wille zur Weiterbildung sind Eigenschaften, welche für unser Berufsbild von eminenter Bedeutung sind.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Jeder Mitarbeiter hat seinen Freiraum und zeichnet auch dafür verantwortlich. Jedes Schriftstück, welches unser Haus verlässt, wird von mir kontrolliert, und zwar deshalb, weil jeder Fehler meistens mit Kosten verbunden ist. Darüber hinaus gibt es Jahresgespräche mit den einzelnen Mitarbeitern um u.a. auch Möglichkeiten für die Persönlichkeitsentwicklung aufzuzeigen.
Wie verhalten Sie sich dem Mitbewerb gegenüber?
Die Mitbewerber stören mich nicht! Wenn ein Klient wechseln möchte, dann soll er es auch tun. Tatsache ist, dass ca. 80 Prozent davon, wieder zurückkommen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Eine unserer Stärken sehe ich in unserer Flexibilität. Wir sind in der glücklichen Lage, viele jedoch nicht alle Bereiche abdecken zu können da meine Mitarbeiter neben den Basics auch über unterschiedliches Spezialwissen verfügen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Wenn der Lebenspartner im gleichen Beruf tätig ist, dann kennt er bzw. sie, die positiven aber auch die negativen Seiten unseres Berufes. So haben wir im Winter Hochsaison, im Gegensatz dazu können wir den Sommer umso mehr genießen. Wichtig ist, dass der Partner für den Beruf Verständnis zeigt.
Wie viel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Fort- und Weiterbildung ist in unserem Metier lebensnotwendig! Der Klient hat das Recht darauf, dass sein Steuerberater den letzten Stand der aktuellen Gesetzgebung kennt. Somit ist die Weiterbildung ein permanenter Vorgang. Unsere Standesvertretung verlangt einen Nachweis, dass wir pro Jahr mindestens 40 Stunden für Weiterbildung verwenden. Die Praxis zeigt einen wesentlich höheren Zeitbedarf.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wer sich für unseren Beruf entscheidet, sollte einen ausgeprägten Willen zur Weiterbildung besitzen. Wir verkaufen grundsätzlich Wissen und dieses ändert sich permanent! Wenn man keine Leidenschaft für diesen Beruf besitzt, sollte man es lassen! In Zukunft wird die digitale Verarbeitung immer mehr an Bedeutung gewinnen, dafür wird die manuelle Arbeit sicher weniger. Daher wird die Beratung und Kontrolle der digitalen Verarbeitung mehr in den Vordergrund rücken. Die Tendenz geht in unserem Beruf eindeutig zum Spezialisten, wobei selbstverständlich allgemeines Basiswissen vorhanden sein muss. Meiner Ansicht nach könnte dem Studium des Wirtschaftsrechtes mehr Bedeutung zukommen als bisher. Denn das Betriebswirtschaftsstudium beinhaltet auch Marketing, Beschaffung, Personalwesen und Controlling. Diese Bereiche treten in der Praxis der Steuerberatung allerdings relativ selten auf. Dennoch bin ich überzeugt, dass unser Berufsstand auch in der Zukunft sehr gefragt sein wird.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich richte mein Augenmerk darauf, den bisher erfolgreichen Weg fortzusetzen und in den nächstendrei Jahren eine(n) NachfolgerIn zu finden. Parallel dazu werde ich mein Engagement für den Klima- und Naturschutz intensivieren.