Zum Erfolg von Harald Beck
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich bin der Ansicht, dass das wichtigste Kriterium für den beruflichen Erfolg darin zu sehen ist, dass man die Arbeit nicht scheuen darf und jede Tätigkeit in Angriff nimmt. Zu glauben, dass man für eine Tätigkeit überqualifiziert ist, wäre ein falscher Zugang.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Wenn Persönlichkeiten wie Helmut Berger und Pamela Anderson meine Ordination aufsuchen, dann ist es sicherlich ein Erfolg. Erfolgreich sehe ich mich deshalb, weil es zwei Triebfedern gab, welche mich in die derzeitige Situation brachten. Die eine Triebfeder war mein ausgeprägtes Interesse an handwerklichen Tätigkeiten. Schon als vierjähriger versuchte ich „handwerkliche Ergebnisse" vorzuzeigen. Während meiner Kindheit bedeutete Basteln und Nähen für mich sehr viel. Die zweite Triebfeder waren meine Eltern, die beide Ärzte sind und mich somit prägten, ohne mich zu drängen. Ich bin selbst Vater zweier Kinder und verstehe die häufig geübte Praxis, Kindern den eigenen Beruf näher zu bringen. Mittlerweile habe ich mir innerhalb der Medizin jenen Bereich ausgesucht, wo ich glaube, mein Gefühl für Feinmotorik am ehesten einsetzen zu können. So bin ich in diesem Bereich der plastischen Chirurgie angelangt, wo Sinn für Ästhetik, Formen und der Umgang mit unterschiedlichsten Gewebearten gefragt ist. Leider kommt es immer wieder vor, wenn der Laie ein Video im Internet sieht, in dem medizinische Eingriffe im Vordergrund stehen, dass wir wie Fleischhauer dargestellt werden, also ein sehr grobschlächtiger Umgang mit dem menschlichen Körper suggeriert wird. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Wie ein Tischler, der großes Verständnis für die unterschiedlichsten Holzarten hat und die Wirkung unterschiedlichster Leimarten auf verschiedene Holzarten kennt, müssen auch Ärzte meines Faches die Gegebenheiten des menschlichen Körpers viel genauer berücksichtigen, als es in Videos wirkt. Dies bleibt einem Uneingeweihten immer verborgen. Wenn man mich fragt, ob ich das Tischlerhandwerk seinerzeit erlernen wollte, würde ich dies sofort bejahen und wenn ich nicht den medizinischen Weg eingeschlagen hätte, wäre ich vielleicht ein guter Tischler geworden.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich glaube, dass grundsätzlich jede Tätigkeit von sehr vielen Menschen erlernt werden kann, wenn die entsprechende Bereitschaft vorhanden wäre, neue Dinge in Angriff zu nehmen. Allgemein betrachtet stecken viele Talente in jeder Person, und man sollte lernen, diese auch zu aktivieren. Der Wille etwas zu erreichen, ist die Kraft eigene Talente und Fähigkeiten zu fördern. Allerdings müssen solche Talente bei sich selbst erst gefunden werden. Wenn man das Glück hat, dass die eigenen Eltern diese Talente schon frühzeitig erkannt und auch gefördert haben, hat man sicherlich einen Startvorteil, welcher vielleicht so groß ist, dass er in manchen Fällen gar nicht aufholbar ist. Meiner Ansicht nach, zeigt sich der große Unterschied zwischen beruflich Erfolgreichen und weniger erfolgreichen Menschen darin, dass die Energie fehlt. Beruflicher Erfolg verlangt nach Energie um Dinge in Angriff zu nehmen und diese auch durchzuziehen; unabhängig davon, dass man auch mit Hindernissen rechnen muss. Energie-geladene Menschen zeigen das nicht nur im Beruf, sondern sind meist auch im privaten Umfeld aktiver. Erfolgreiche Menschen tun mehr als weniger Erfolgreiche. So sind sie z.B. in Vereinen tätig, oder sind sportlich sehr aktiv. Der Energielevel jedes einzelnen ist somit sehr entscheidend und ist schwer änderbar.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Ich glaube, dass es die Mischung ist, die zum Erfolg führt. Unabhängig davon, darf die Authentizität dabei nicht verloren gehen. Es bedarf jedoch einer kontinuierlichen Entwicklung und Innovation, um zu den Erfolgreichen zu gehören und es auch zu bleiben.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Als Jugendlicher beeindruckten mich meine Eltern. In weiterer Folge und auch während meiner Ausbildung beobachtete ich das Tun und Handeln von Persönlichkeiten, die ich als meine Lehrer bezeichnen würde. Inzwischen gehe ich meinen eigenen Weg und der war und ist ein erfolgreicher!
Wie verhalten Sie sich dem Mitbewerb gegenüber?
Der Mitbewerb ist nicht wirklich ein Thema für mich.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Für die Beratungstermine nehme ich mir gerne viel Zeit, um Patienten und Patientinnen optimal über Möglichkeiten zu informieren. Meine Patienten fühlen sich immer gut beraten und vor allem verstanden.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Gattin arbeitet zwei Zimmer weiter als Fachärztin für Dermatologie. Somit lässt es sich nicht vermeiden, dass wir auch in der Freizeit über unseren Beruf kommunizieren. Da wir unsere Tätigkeiten mit Begeisterung ausüben, legen wir keinen großen Wert auf eine strikte Trennung zwischen Beruf und Privatleben, das ist Fluch und Segen zugleich.
Wie viel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Diese ist mir sehr wichtig und hat in der Vergangenheit auch viel Zeit benötigt. Für den Nachwuchs leite ich persönlich Aus- und Weiterbildungsseminare.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich empfehle Begeisterung, Liebe zum Mitmenschen und Lernfähigkeit. Ohne persönlichen Einsatz wird Erfolg nicht machbar sein, egal in welchem Beruf. Wenn man in meinem Metier eine Karriere anstrebt, bedarf es nicht nur medizinischen Fachwissens, sondern auch Feingefühls, um auf Patienten eingehen zu können.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meinen bisher erfolgreichen Weg weiterzugehen!