Zum Erfolg von Peter Schneider
Was ist für Sie Erfolg?
Als Gewerkschafter, Funktionär und Betriebsrat den Mitgliedern helfen zu können - das ist für mich ein Erfolgserlebnis.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Nur zum Teil, denn aufgrund der wirtschaftlichen Situation gab es in den letzten Jahren immer wieder Probleme, z.B. die Schließung der DDSG (mit über 800 Arbeitern mitgliedermässig der größte Ausfall), Schiffswerft Korneuburg, Konsum, Kaindl, Meindl, etc.
Wobei haben Sie erfolgreich entschieden?
Die Laufbahn als Betriebsrat und Funktionär einzuschlagen.
Wie sieht Sie Ihr Umfeld - als erfolgreich?
Ich bin als Mensch angesehen, stelle die Kollegialität in den Vordergrund und kehre nicht den Chef hervor.
Was ist für Ihren Erfolg ausschlaggebend?
Mein Wirken in der Sektion, das Führen von Kollektivvertragsverhandlungen. Dabei bin ich kein Paragraphenreiter und führe die Verhandlungen aus meinem Instinkt heraus - dafür habe ich ein gutes Gespür. Dazu gehört auch Wissen, Schulungen, sowie Praxis und Erfahrung als Funktionär. Mein größter Erfolg war, daß ich 1986 ein neues Dienst- und Pensionsrecht für Arbeiter in der Sozialversicherung erreichen konnte.
Was macht Ihren spezifischen Erfolg aus?
Geradlinigkeit - was ich denke sage ich auch, das war immer zu meinem Vorteil und ich werde dafür respektiert. Zuverlässigkeit - Zusagen halte ich konsequent ein.Wie schaffen Sie auch in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation gute Ergebnisse? Durch optimale Vorbereitung. Dadurch, daß ich auf meinem Gebiet beschlagen bin, durch Konsequenz und Hartnäckigkeit, mit der ich mein Ziel verfolge und nicht resigniere.
Haben Sie diese Tätigkeit angestrebt?
Ja, seit meiner ersten Funktion 1968 war es mein Bestreben gewerkschaftlich zu arbeiten - die Funktionärslaufbahn einzuschlagen und dabei in der Hierarchie aufzusteigen.
Welche Rolle spielen Familie und Mitarbeiter?
Meine Familie steht voll hinter mir. Als Spitzenfunkionär bin ich viel auf Reisen und wenig daheim, dabei ist der Rückhalt in der Familie sehr wichtig. Erfolge erziele ich nicht für mich, sondern für die Gewerkschaftsmitglieder, die Kollegen und Kolleginnen im Betrieb - das steht für mich im Vordergrund. Meine Mitarbeiter in der Gewerkschaft haben am Erfolg einen sehr großen Anteil, sie stehen hinter mir und stärken mir den Rücken.
Nach welchen Kriterien stellen Sie Mitarbeiter ein und wie motivieren Sie diese?
Meine Mitarbeiter in gehobener Position müssen keine Matura, dafür aber Erfahrung in einem Betrieb mitbringen, sollten als Betriebsrat agiert haben und Erfahrung in Betrieben gesammelt haben. Sie müssen reden und referieren können, das bringt aber ein Betriebsrat schon als Handwerkzeug mit. Ich stelle die Kollegialität in den Vordergrund, lasse meinen Kollegen freie Entscheidungen und wenn nötig, leiste ich als Vorsitzender Hilfestellung.
Kennen Sie Niederlagen?
Eigentlich nicht, das vergesse ich sehr schnell. Niederlagen muß man wegstecken und begraben können, dazu habe ich ein dickes Fell. Wenn Niederlagen aus meinem eigenen Verschulden entstehen, stecke ich sie nicht ganz so leicht weg, versuche aber die Fehler auszubügeln und denselben Fehler kein zweites Mal zu machen.
Woher schöpfen Sie Ihre Kraft?
Bei meinen 16 bis 18 Stunden Tagen, frage ich mich das oft selbst. In erster Linie von meiner Frau, der Familie, die voll hinter mir steht und aus meinen Erfolgen, die von meinem Umfeld anerkannt werden.
Ihre Ziele?
Die Mitgliederzahl zu halten und mehr Mitglieder zu gewinnen - auch wenn das zur Zeit Utopie ist. Trotz aller Probleme sind wir aber mitgliedermässig noch im oberen Drittel.Haben Sie Anerkennung von außen erfahren? Als Funktionär darf man für Erreichtes keinen Dank erwarten. Wenn ich Anerkennung bekomme, freut mich das und zeigt mir, daß ich am richtigen Weg bin. Dank kommt aber selten und wenn doch, genießt man ihn umso mehr.
Ihr Lebensmotto?
Voll und ganz im Dienste der Gewerkschaftsmitglieder zu stehen.
Ihr Erfolgsrezept?
Ich versuche immer einen Mittelweg zu gehen und bin auch bei konsequenter Verfolgung meiner Ziele immer kompromißbereit, um letztlich das Beste zu erreichen.
Haben Sie Vorbilder?
Mein Vorgänger als Betriebsrat-Obmann in der PVArb. Herr Roposs, wegen seiner charakterlichen Eigenschaften - er war mit Leib und Seele Gewerkschafter und Anton Benya, er war der erfolgreichste ÖGB-Präsident.
Anmerkung zum Erfolg?
Als ehrenamtlihcer Funktionär muß man mit Leib und Seele dabei sein.
Ein Ratschlag zum Erfolg?
Ratschläge zu erteilen gehört zu meinem Geschäft, auch wenn viele Menschen nicht leicht einen Ratschlag annehmen und es nicht leicht ist Ratschläge zu erteilen. Letztlich werden meine Tips doch zu 99% angenommen - dazu gehört viel Überzeugungsarbeit. Ein generelles Erfolgsrezept gibt es meiner Meinung nach nicht. Im ÖGB steht einem als Funktionär ein harter, dornenreicher Weg bevor, man darf sich als ehrenamtlicher Funktionär weder Dank, noch finanzielle Reichtümer erwarten.