Zum Erfolg von Oliver M. Schmidt
Was bedeutete für Sie Erfolg? Erfolge spielen sich heutzutage im Management, im Geschäfts- und Alltagsleben genauso wie in Politik und Kultur ab. Der Erfolg wird allerdings häufig zu positiv verstanden. Man sollte den Erfolge nicht immer positiv „erfolgreich“ verstehen; man könnte auch sagen, daß es ein schlechter Erfolg war. Ich verstehe Erfolg eigentlich mehr als Ergebnis einer gewissen Ursache, als die Folge davon. Zum besseren Verständnis möchte ich für diese Definition zwischen selbst bestimmbaren und fremdbestimmten Faktoren unterscheiden. Es kann an einem persönlich liegen, aber es gibt auch sehr viele unbestimmte, vage, nicht selbst beeinflußbare Faktoren, die das Ergebnis bzw. Erfolg verursacht haben, z.B. hat man sich in der Wirtschaft oftmals bei der Einführung eines Produktes verschätzt. Oder im politischen Bereich hat die Einführung einer bestimmten Steuerreform oder eines Gesetzes nicht den bezweckten Erfolg, sondern (ganz) das Gegenteil bewirkt. In der heutigen Zeit wird allzu gern, besonders von den Medien der Erfolg an einzelnen Person festgemacht, meist zu Unrecht. Verschiedene Faktoren oder ein ganzes Team z.B. mag für die Ursache der Folge, des Erfolges verantwortlich sein. Meistens erfolgen Erfolgsbeschreibungen bzw. -bewertungen völlig ungenau und sind falsch. Für den Erfolg sind eine gewisse Autorität, Motivation und Menschenkenntnis unerläßlich. Als erfolgreicher Manager und Unternehmer muß man das Umfeld schnell richtig einschätzen können, den Charakter, die Fähigkeiten und Schwächen des Gegenübers erkennen und entsprechend handeln. Mit zunehmenden Erfahrungen ist der Weg zum Erfolg leichter geführt.Was glauben Sie, macht Sie erfolgreich? Dazu gehört eine gewisse Motivationsfähigkeit. Ein Chef oder Unternehmer muß stets seine Mitarbeiter für die Arbeit begeistern können, in der Lage sein, seine Außenwelt für die Sache zu begeistern. Mitarbeiterlob und Kritik gehört auch dazu und soll offen ausgesprochen werden. Ganz nach dem Motto: hege und pflege die Motivation deiner Mitarbeiter, wie es gebührt! Natürlich gehört eine gewisse Autorität dazu. Ich meine, daß man den Erfolg letztlich nur an den Taten messen kann und sollte (wie sind die Ergebnisse ausgefallen, hat sich diese Maßnahme als Erfolg herausgestellt: positiv oder negativ? Was hat man geschafft und was nicht?). Bei jeder Betrachtung des Erfolges sollte man letzten Endes immer darauf achten, wer letztlich maßgeblich daran beteiligt war bzw. was den Erfolg ausgemacht hat. Exakte Ursachenforschung statt Selbstüberschätzung. Meistens ist Erfolg ein Zusammenspiel von mehreren Personen und Faktoren, nicht selten Zufall. Mit dieser Anschauung verstehe und sehe ich den Erfolg.Was sind die Voraussetzungen für Erfolg? Natürlich nimmt die Ausbildung eine sehr wichtig Rolle ein. Aber ich finde, daß für den Erfolg ein akademisches Studium allein nicht genügt, weil es nicht bzw. zu wenig an der Praxis ausgerichtet wird und deshalb auf Anhieb nicht für den Erfolg den Ausschlag geben kann. Vor bzw. im (frühen) Berufsleben muß man sich also mühsam den eigenen, hoffentlich richtigen Weg suchen. Schon schnell wird man spüren, daß dort mit ganz anderen Schwierigkeiten und Herausforderungen gearbeitet wird. Ein persönliches Profil, eine eigene Strategie bestimmt den Weg zum Erfolg. Oftmals sind Kompromisse einzugehen, weil eigene Vorstellungen und Wünsche zurückgestellt werden müssen. Aber man kann nun mal nicht alle Dinge selbst beeinflussen um Erfolg zu bekommen, den man sich lange gewünscht hat. Kompromisse und Vergleiche sind oftmals notwendig. Aber wichtige Hilfsmittel für den Erfolg sind Geduld, Überzeugungskraft und die persönliche Ausstrahlung. Egal, ob im Büro oder im Privaten: eine ausgeprägte Persönlichkeit und ein guter Charakter, die aus Überzeugung begeistern und motivieren. Auf den anderen zugehen, kundenorientiertes Verhalten (aber nicht nach dem Mund des Kunden reden!) und unternehmerisches Denken schaffen die Basis zum Erfolg im Beruf.Was ist ihr Ziel? Ich sehe eine Kombination aus persönlichen und beruflichen Zielen im Vordergrund ich fasse meine Aufgabe nicht so auf, daß ich nur einen Job mache. Ich möchte mich persönlich weiterentwickeln, mehr Verantwortung übernehmen und dabei neue Erfahrungen sammeln. Überhaupt gefällt es mir, vielseitige Aufgaben und Projekte anzunehmen, und ich möchte das, was man noch besser machen könnte, verbessern: also persönliche und berufliche Optimierung erzielen. Ob die eigene Arbeit erfolgreich war, darüber sollte man nicht selbst urteilen.
Woraus schöpfen Sie Kraft?
Wenn eine größere Änderung oder ein neues Projekt ansteht, hat das schon seinen Reiz und ist eine gerufene Herausforderung für mich. Mich begeistert auch, daß man mit ganz unterschiedlichen Menschen zu tun hat, die zum Teil schon langjährige Erfahrung besitzen und ihr Wissen mit einbringen. Zu jeder Arbeit gehört der Ausgleich zu. Ich bin auch ehrenamtlich tätig und habe einen angenehmen Freundeskreis. Dort nehme ich zusätzlich Erfahrungswerte, die oftmals sehr nützlich und fruchtbar sind, und biete meine Hilfe an. Zum modernen Menschen gehört heutzutage eine sehr gute Mischung aus beruflichen, gesellschaftlichen und kulturellen Denken. Daraus kann man genug Kraft nehmen und schöpfen.Welche Rolle spielt die Familie für den Erfolg? Ich bin da konservativ und meine, daß eine Familie für eine erfolgreiche Entwicklung bestimmend sein kann, aber nicht muß . Wobei ich nicht sagen will, daß diejenigen ohne Familie keinen Erfolg haben können. Wir leben heute in einer Leistungsgesellschaft, in der viel gefordert wird, und um erfolgreich zu sein, dabei das Familienleben erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird. Da muß man schon ein Organisationskünstler sein, um alles auf die Reihe zu bekommen. Umgekehrt kann das Familienleben natürlich Auswirkungen auf die berufliche Situation haben. Die Familie hat ursprünglich eine Ausgleichsfunktion, sie sollte ein harmonisches Bündnis sein. Ich kann mir vorstellen, daß Ehepartner nicht nur privat sondern auch beruflich als gute Berater für den Erfolg zur Seite stehen. Aber eine Familie zu haben, ist nicht immer ausschlaggebend für den Erfolg. Was man aber für den Beruf braucht ist die private Ebene als Ausgleichsfunktion. Wer auf Dauer ohne private Ebene einen Beruf ausübt, erleidet meines Erachtens bald Schiffbruch.