Zum Erfolg von Max Posch
Was verstehen Sie unter Erfolg? Erfolg setze ich nicht mit Reichtum gleich, sondern damit eine Idee umsetzen und zum Funktionieren bringen zu können. Dabei sehe ich am liebsten meine eigenen Ideen lebendig werden. Als Kreativer reich zu werden halte ich für schwierig, da der Weg zum finanziellen Erfolg andere Komponenten, wie Konsequenz, Zielsetzungen und das Einhalten von Marketing- und Businessplänen voraussetzt. Ein Kreativer, der ständig neue Ideen hat ist einem Kleinkind ähnlich, er geht mit offenen Augen für die Umwelt und für alles Neue mit wenig Konsequenz durch die Welt, erlebt aber dadurch vielleicht um vieles mehr.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Ja, ich sehe den persönlichen Erfolg, weil es mir gelingt Ideen, oft auch rasch, zum Funktionieren zu bringen, Marketingpläne konnte ich oft positiv umsetzen. In dieser Branche ist das nicht ganz einfach, weil der Erfolg von vielen verschiedenen Faktoren abhängt.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich habe das Image eines Kreativen (auch mit allen nachteiligen Komponenten), bin schrill und unterhaltsam. Meine Mitarbeiter schreiben mir auch Ungeduld zu.
Wobei haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich bin kein Freund langer Entscheidungsfindungsprozesse, entscheide schnell und subjektiv. Weichenstellungen finden bei mir oft statt. Als vor zwei Jahren das Internet eine kommerzielle Dimension bekam, setzte ich im Betrieb alle Maßnahmen um offensiv in diesen Bereich zu gehen. In solch einer Phase beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema, bis ich selbst alles beherrsche. Dadurch habe ich den Vorteil genau zu wissen wovon ich spreche. Sich im Internet zu engagieren war eine wesentliche Entscheidung, da es nicht nur ein toller Spielplatz für Kreative ist, sondern auch wirtschaftlich explodieren wird. Da sich nur Wenige profund mit diesem Medium auseinandersetzten bedeutet es einen Vorsprung zu haben.
Haben Sie diese Tätigkeit angestrebt?
Selbständig wollte ich immer schon sein, auch als Arzt hätte ich meine eigene Praxis eröffnet. Zum Praktiker mutierte ich aber erst langsam. Lernen ist eigentlich nur on the job möglich. Erfolg setzt die Gier nach Lernen und Offenheit voraus, nur so stagniert man nicht im Erfolg.
Was ist für Ihren Erfolg ausschlaggebend?
Ich lerne, vielleicht aufgrund meiner Ausbildung, schneller als andere, vorausgesetzt es macht mir Spaß. Mir Unbekanntes kann ich rasch analysieren und brauche für neue Programme weder Gebrauchansweisung noch Seminar. Negativerweise macht mich das ungeduldig, wenn andere länger brauchen als ich um etwas zu begreifen.Was macht in dieser Branche den Erfolg aus?Kreative sollten eine Vordenkerrolle haben. Man hat in der Branche Erfolg, wenn man unkonventionell ist und Zukunftstrends erkennt. Wer stehenbleibt ist in diesem Job verloren.Welche Rolle spielt Ihr Umfeld? Erfolg kann man nicht einsam und allein haben. Die Interaktion mit dem Umfeld (Mitarbeiter, Partnern, Lieferanten, usw.) hat eine enorm wichtige Bedeutung, die ein eigenes Buch füllen würde, schließlich lebt man in einem Netzwerk.Welche Rolle spielen die Mitarbeiter? Die Bindung zu den Mitarbeitern ist für mich persönlich sehr wichtig. Wir arbeiten leistungsorientiert und jeder profitiert von einem erfolgreichen Monat. Im Betrieb geht es freundschaftlich zu und wir sind alle per Du.Nach welchen Kriterien stellen Sie Mitarbeiter ein? Innerhalb der Branche kennt man sich und es gibt kein klassisches Vorstellungsgespräch.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
In unserer Größe versteht man sich vor allem als Community. Wichtig ist, daß wir ein gemeinsames Ziel haben an das alle glauben und von dem jeder profitiert. Der Firmenerfolg muß für jeden ein Thema sein. Da Dienstleistung zu 100 Prozent von der Motivation der Mitarbeiter abhängt, muß jeder an die Sache, die er vertritt auch glauben. Durch Motivationszuckerln kann man nicht viel erreichen, wesentlich ist es, eine eingeschworene Gemeinde zu sein.Was bedeuten für Sie Niederlagen? Persönliche wie auch finanzielle Schwierigkeiten sind ein Anlaß um zu lernen. Wenn es einem nicht umbringt bereichert es. Dazu muß man aber offen sein, sich Fehler eingestehen um daraus Erfahrungen zu sammeln. Eine flache Lebenskurve ohne Auf und Ab bietet wenig Abwechslung und damit auch wenig Chancen. Viele Menschen haben Verlustängste und glauben, etwas besitzen zu müssen. Das beginnt bei Statussymbolen wie Uhr oder Auto und wird dann gefährlich wenn sie andere Menschen, ihre Frau oder gar Kinder besitzen wollen. Auch wenn der Sinn des Lebens nur schwer zu fassen ist, so wissen wir doch alle, daß das Leben endlich ist, wir nichts mitnehmen können und uns alles nur geliehen haben. Der Sinn des Lebens kann daher nur im Erleben gesehen werden.
Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft?
Die Physik lehrt uns, daß alles aus Energie besteht und in allem Energie enthalten ist. Man kann sie also nicht schaffen, sondern nur von seiner Umwelt aufnehmen. Viel Kraft schöpfe ich aus dem Joggen, das ich nicht als sportliche Leistung sehe, sondern zum Aggressionsabbau und um zur eigenen Mitte zu finden nutze. Auch in der Natur liegt viel Kraft. Die meiste Kraft schöpfe ich aber aus Ideen, von denen ich so besessen sein kann, daß ich kaum noch Schlaf brauche. Dabei sehe ich das nicht als Arbeit, sondern als Spaß an der Sache selbst.
Ihre Ziele?
Ich habe ständig neue Projekte, nehme mir aber keine materiellen Ziele vor, da mich materieller Besitz eher belasten würde. Mit meiner Lebensqualität bin ich zufrieden. Reiseziele habe ich einige, z.B. zum Nordlicht. Mein wesentlichstes Ziel ist ein idealistisches: nie stehenzubleiben und daß Mode, Trends, Lifestyle für mich immer verständlich bleiben ohne dabei ein Berufsjugendlicher zu sein. Als wichtig empfinde ich auch meine Kinder, sie werden ein noch komplizierteres Leben haben. Ich will für sie genug Zeit haben, um ihnen für ihr Leben etwas Positives mitgeben zu können.Bekommen Sie ausreichend Anerkennung? Ich empfinde keinen Mangel an Anerkennung, sie ist mir aber auch nicht besonders wichtig. Motivation muß man zum Großteil aus sich selbst schöpfen können, egal ob andere etwas schlecht oder gut finden. Trotzdem bin ich auch selbstkritisch genug um Fehler zu erkennen.
Ihr Lebensmotto?
Bewegung ist Leben.
Haben Sie Vorbilder?
Viele, besonders universell gebildete Menschen, z.B. Leonardo da Vinci wegen seiner spielerischen Offenheit für viele Disziplinen. In der heutigen musikalischen Welt ist das z.B. ein Peter Gabriel, der Musik, Videos und Internet kombiniert. Universalität wird zwar immer schwieriger, trotzdem halte ich es für einen Versuch wert.
Anmerkung zum Erfolg?
Das Glück im materiellem Erfolg zu sehen halte ich für einen Fehler. Ein Obdachloser sieht 1.000 Schilling als etwas sehr wertvolles an, für einen Milliardär ist das nichts und die Skala ist nach oben hin offen. Es gibt immer Dinge, die man sich nicht leisten kann. Daher ist dieser Weg unbefriedigend. Gerade in sehr armen Kollektiven herrscht, durch das starke Zusammengehörigkeitsgefühl, mehr Glück, Kommunikation und auch mehr Gesundheit. Der Spitzenplatz auf der Pyramide eines Rankings macht eher einsam, sowie ängstlich vor Prestigeverlust.
Ein Ratschlag zum Erfolg?
Um reich zu werden braucht man beinharte Konsequenz. Im Sinn meiner Idee des Erfolges sollte man sich ein Beispiel an den Kindern nehmen. Sie sind kreativ, da ihr Geist noch nicht blockiert ist und sie nicht in eingefahrenen Schemen denken. Solche Denkrinnen werden vor allem durch Routine begünstigt. Für eine kreative Laufbahn muß man sich von solchen Denkrinnen befreien und sich Phantasie, Ausgeflipptheit und sogar etwas Irrsinn behalten.