Zum Erfolg von Hans Ferdinand Lechner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, die Ziele, die man sich gesteckt hat, zu erreichen. Wie hoch man sich seine Ziele steckt, hängt immer vom Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, der Einschätzung seiner Chancen, und vor allem vom Wollen ab. Erfolg beginnt im Kopf und findet seine Fortsetzung im Tun. Eine Idee zu haben ist vergleichsweise einfach; sie zu verwirklichen ist erst ausschlaggebend für den eigenen Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
In beruflicher Hinsicht bin ich im großen und ganzen zufrieden mit dem bisher Erreichten. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ausdauer, Durchsetzungsvermögen, Beurteilungsvermögen und die entsprechende Einsatzbereitschaft sind die Stärken, die zu meinem Erfolg führten. Ich investierte viel Zeit und Arbeit in meinen Betrieb und interessierte mich schon sehr bald für das Phänomen Erfolg, indem ich mich an erfolgreichen Menschen orientierte und von ihnen lernte. Einen Betrieb zu führen bedeutet vorausschauendes Planen, und das lernte ich bereits mit meinem Eintritt in das Unternehmen meines Vaters. Ich bin sehr gut im Organisieren, das heißt, ich kann Dinge sehr rationell und kostengünstig abwickeln. Ich überlege grundsätzlich sehr gründlich, bevor ich mich entscheide, kann aber auch sehr rasch auf eine Situation reagieren, wenn es erforderlich ist. Wenn Probleme auftreten, versuche ich immer, ihre Ursachen herauszufinden und zu beseitigen - und nicht, die Symptome zu bekämpfen. Niederlagen empfinde ich als etwas sehr Positives, weil man daraus oft mehr lernen kann als aus Erfolgen - wenn man sich seine Fehler eingesteht und in Zukunft vermeidet.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich habe mich hinsichtlich der Auswahl meiner Mitarbeiter meist sehr erfolgreich entschieden, eine weitere erfolgreiche Situation war der Bau des Betriebsstandortes hier am Stadtrand. Ich wußte bereits im Alter von 20 Jahren, daß ich den Betrieb meines Vaters übernehmen will. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Ich würde mir einen gerechteren Wettbewerb wünschen. Großkonzerne haben gegenüber Klein- und Mittelbetrieben sehr viele Vorteile. Das sollte speziell im Hinblick auf die Einkaufsbedingungen gesetzlich geregelt werden. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ebenso wie mit meinen Lieferanten und Händlern möchte ich auch mit meinen Mitarbeitern langfristig zusammenarbeiten, weil dies für beide Seiten von Vorteil ist. Es ist mir wichtig, mit ihnen auf einer partnerschaftlichen Ebene zusammenarbeiten zu können und sie langfristig in meinem Betrieb zu beschäftigen. Die wesentlichen Kriterien sind für mich Selbständigkeit und gegenseitiges Vertrauen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Mitarbeitermotivation ist immer wieder gefordert, aber nicht einfach. Ich versuche erstens, einen guten Kontakt zu meinen Mitarbeitern zu pflegen, und sie zweitens leistungsorientiert zu entlohnen. Wenn Probleme auftauchen, werden sie möglichst rasch mit allen Beteiligten besprochen, weiters verdeutliche ich den Mitarbeitern von Anfang an den Standpunkt und die Ziele des Unternehmens. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Wir verfügen im Holzfachmarkt Holzwurm über eine sehr große Auswahl - wir können zum Thema Holz so ziemlich alles anbieten. Außerdem stehen wir den Kunden mit fachlich bestens geschultem Personal mit Rat und Tat zur Seite. Auch das ausgezeichnete Preis-/Leistungsverhältnis ist eine unserer großen Stärken. Weiters betreiben wir im Stadtzentrum von Wiener Neustadt einen Bastel- und Dekoshop. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Die Konkurrenz ist wie in den meisten Branchen sehr hart. Da wir mit den enormen Werbebudgets der großen Baumärkte nicht mithalten können, forcieren wir unsere Stärke, nämlich die Spezialisierung auf Holz samt fachgerechter Beratung. Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich verwende einige Zeit zur Lektüre von Fachzeitschriften und Fachbüchern, informiere mich über das Internet und besuche branchenspezifische bzw. Managementseminare, wenn es die Zeit erlaubt. Grundsätzlich denke ich, daß die Praxis selbst der beste Lehrmeister ist, weil man nur so wertvolle Erfahrungen sammeln kann. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Erfolg hängt vom Denken und den eigenen Fähigkeiten ab. Man sollte sich seiner Stärken bewußt werden und an seinen Schwächen arbeiten.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Nach der Realisierung eines großen Zubaus sind wir nun technisch wieder bestens eingerichtet. Auch in Zukunft wird es immer wieder kleinere Verbesserungen geben, um den Kunden ein möglichst umfassendes Service bieten zu können.
Ihr Lebensmotto?
Ich trachte immer nach Harmonie. Würden das mehr Menschen beherzigen, ließen sich viele Probleme leichter lösen oder würden erst gar nicht auftauchen.