Zum Erfolg von Sascha Pollak
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, in meinem Beruf zufrieden zu sein. Jeder von uns will Geld verdienen, darüber braucht man in diesem Kontext nicht zu sprechen – wesentlich ist es, in der IT-Branche, die mittlerweile ein hartes Pflaster geworden ist, als Unternehmen bestehen zu können, somit ist unser Bestehen für mich schon ein gewisser Erfolg für sich.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Durchaus! Ich habe in meinem Leben bisher viel erreicht und freue mich über den derzeitigen Zustand meines Erfolges.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich interessierte mich immer schon sehr stark für Design und Kommunikation und wuchs eigentlich eher zufällig in die Technik hinein. So erkannte ich, daß die Technik sehr weit davon entfernt ist, was der Normalbürger mit ihr zu tun haben möchte – und diese Diskrepanz versuche ich aus der Welt zu schaffen. Ich kommuniziere sehr gerne mit den Leuten und beantworte grundsätzliche Fragen („Was ist eine Festplatte?“) genauso gerne wie spezielle. Somit gebe ich den Kunden nicht wie viele andere das Gefühl, irgendein User zu sein, der abgecasht werden soll, sondern jemand, dem ich helfe, das nötige Wissen aufzubauen. Darüber hinaus betrachte ich meinen Beruf – wie viele andere, die mit Computer und IT zu tun haben – als Hobby.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Primär gilt für mich das Motto „Geht nicht, gibt’s nicht!“ Ich packe Probleme beim Schopf, analysiere sie und suche mit den gewonnenen Erkenntnissen einen Weg, der für meine Kunden auch finanziell gangbar ist. Wir versuchen immer, dem Kunden eine Lösung anzubieten; dabei schalten wir, wenn nötig, auch Partnerfirmen ein; wir präsentieren uns nicht als perfekte „Supergurus“, die auf ihrem Podest hocken und somit nur Distanz zum Kunden schaffen würden. Grundsätzlich löse ich Probleme gemeinsam mit meinem Team – jeder von uns hat seine Spezialgebiete.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Es gibt zur Zeit in unserem Unternehmen keine Hierarchien, wir verfügen alle über das selbe Wissen und bilden ein junges Team. Die Harmonie innerhalb des Teams ist für mich sehr wichtig, auch zu den freien Mitarbeitern und Programmierern pflegen wir ein sehr kollegiales Verhältnis: deshalb sind mir gute Umgangsformen wichtig. In unserer Branche spielt Genauigkeit eine große Rolle, bei einem Team von neun Mitarbeitern ist es wesentlich, festzuhalten, wer wofür zuständig ist, weil man sonst dem Kunden kein perfektes Service bieten kann. Darüber hinaus muß ich Flexibilität voraussetzen, in unserer Branche kommt es öfter vor, daß man bis in die Nacht hinein an einem Projekt arbeitet.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere höchste Maxime lautet: Das Service soll im Vordergrund stehen. Wir sehen uns als Brücke über die Kluft zwischen Technik und dem normalen Anwender und möchten unseren Kunden mit unseren drei fix angestellten Mitarbeitern Ansprechpartner zur Verfügung stellen, die ihnen mit ihrem hohen Fachwissen bei allen Problemen zur Seite stehen und unter die Arme greifen. Wir bieten sehr individuelle, persönliche Betreuung und legen hohen Wert auf langfristige Kundenbindung, aus der bereits enge Freundschaften entstanden sind.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Obwohl ich es schon oft versucht habe – ich kann die beiden Bereiche nicht trennen. Wenn man selbständig ist, kann man das Büro nicht einfach verlassen und in seine private Welt untertauchen, ich glaube, das kann jeder bestätigen, der selbst ein Unternehmen führt. Besonders bei Problemen oder Schwierigkeiten kann man nicht einfach abschalten und ins Wochenende gehen; der Gedanke an die Firma spielt immer mit. Ich versuche aber dennoch, das Wochenende als „heilig“ zu betrachten, weil ich mein Privatleben grundsätzlich brauche, um wieder Energie zu tanken und Kraft zu schöpfen.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich denke, es ist sowohl wichtig, sich theoretisches Wissen anzueignen, als auch praktische Erfahrung zu sammeln (beispielsweise in den Ferien), und zwar in möglichst vielen Branchen und Unternehmen. Es ist heute wichtig, ein breites Spektrum an Wissen zu haben und sich auf ein Gebiet zu spezialisieren, ohne sich darauf zu versteifen: die Wirtschaft von morgen braucht keine Fachidioten, sondern Menschen mit hohem Allgemeinwissen. Generell kann ich jedem nur raten, nie aufzugeben; gerade wenn man am Anfang von etwas steht, darf man sich nicht entmutigen lassen und soll seine Ziele mit dem nötigen Einsatz und Respekt vor den anderen konsequent verfolgen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein unternehmerisches Ziel ist es, auch die nächsten fünf Jahre zu „überleben“ – die Zeichen dafür stehen gut, weil wir wohlüberlegt expandieren. Grundsätzlich möchte ich keine weiteren Mitarbeiter mehr anstellen, um klein und flexibel zu bleiben. Mein großes, langfristiges Ziel ist es, mich irgendwann aus dem operativen Bereich zurücknehmen und sagen zu können, daß gewisse Dinge auch ohne meine Anwesenheit laufen, um mich sowohl meinen visionären Zielen als auch meinem Privatleben widmen zu können.