Zum Erfolg von Klaus Pippig
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, meinen Beruf gemäß den eigenen Vorstellungen, also mit Authentizität auszuüben und gewisse finanzielle Ziele zu verwirklichen. Kompromisse des Geldes wegen darf man dabei nicht akzeptieren. Persönlicher Erfolg heißt, weder zu übervorteilen noch übervorteilt zu werden.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, denn ich konnte mir auf einem extrem hart umkämpften Markt eine Position schaffen, die mich zufriedenstellt. Wichtig ist dabei, daß ich gesteckte Ziele erreichen konnte, ohne mir selber untreu zu werden. Als erfolgreich sehe ich mich in Bezug auf die Durchsetzung einer transparenten Preisgestaltung für Kunden und Mitarbeiter. Durch die Aufsplitterung des Preises in die drei Ebenen gesundheitliche Dienstleistung, Handel und handwerkliche Fertigkeiten, konnte ich für unsere Kunden Übersicht schaffen und so zu Verständnis und Offenheit gelangen. Nach anfänglichen Widerständen innerhalb unserer Branche schlossen sich aber auch Mitbewerber an. Ein mündiger, fairer Umgang mit den Kunden war die positive Folge dieses Ansatzes. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Meine seriöse Analyse der Marktentwicklung und daß ich daraus die der richtigen Schlüsse zog, bzw. die konsequente Umsetzung der erforderlichen Strategien. Als Schlüssel zum Erfolg betrachte ich die eindeutige Positionierung der Firma und die Berechenbarkeit für die Umwelt. Meine Stärken bestehen darin, analytisch zu denken und Strategien zu entwickeln, sowie in meinem Talent, andere zu begeistern und zu motivieren. Auch zeichne ich mich durch die Fähigkeit zur Selbstkritik aus. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche ungelöst? In unserer Branche stellt sich die Frage, wohin wir uns entwickeln und welche Strategien wir verfolgen. Nachdem in den letzten Jahren der Anteil an branchenfremden Anbietern enorm gestiegen ist, muß sich unsere Branche eindeutig entscheiden, wo ihre Stärken liegen. Ich glaube, daß bei großen Ketten die Qualität und Beratungsintensität leidet, also jene Kriterien, die Teil der Firmenphilosophie unseres Hauses sind. Ich wollte mit meinem Unternehmen nicht im Haifischbecken der Großkonzerne ums Überleben kämpfen müssen und habe mich deshalb auf unsere Kernkompetenzen besonnen. Wie sich zeigt, war es die richtige Entscheidung, an Top-Standorten unseren Kunden Top-Leistungen zu bieten. Ein perfektes Preis-Leistungsverhältnis, gepaart mit Kunden- und Marktnähe, trägt viel zu unserem Erfolg bei.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Als Maßstab gilt hier wohl das Feedback, das man von seiner Umwelt erhält. Die Begehrlichkeit in Bezug auf meine Person seitens diverser Gremien und Arbeitsgruppen ist für mich ein Indiz für Kompetenz und Erfolg. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Unser Firmenleitsatz lautet: Mittel- und langfristiger Erfolg geht vor kurzfristigem. Von meinen Mitarbeitern erwarte ich, daß sie diese Firmenphilosophie und die dazugehörigen Strategien voll mittragen und umsetzen. Extreme Kundennähe und Engagement sind dazu notwendig. Außerdem sollen meine Mitarbeiter den unbedingten Ehrgeiz haben, Kunden zufriedenzustellen - in dem Wissen, daß diese unsere Gehälter bezahlen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere sie durch maximale Entscheidungsfreiheit und Eigenverantwortlichkeit, sowie durch das Mitwirken bei der Zusammenstellung von Kollektionen und der Produktauswahl. Ein freundschaftliches Klima ist mir sehr wichtig, da wir ja alle mehr Zeit in der Firma verbringen als zu Hause. Meine Angestellten sollen sich im Betrieb wohlfühlen, denn die Zufriedenheit der Mitarbeiter überträgt sich zu einem großen Teil auf unsere Kunden.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Man muß lernen, auch in Führungspositionen mit den eigenen Ressourcen verantwortlich umzugehen. Dabei ist es wichtig, loszulassen und Verantwortung zu übertragen. Damit verbunden ist die Fähigkeit, Fehler zulassen zu können, auch wenn dies vorerst einmal mit Kosten verbunden ist. Fehler sind jedoch gleichzeitig ein Mittel zur Weiterentwicklung, und Perfektionismus kann nur durch Fehler erreicht werden. Mir war es immer wichtig, kein Profilierungsneurotiker zu sein und mir meine Freiräume zu schaffen, was mir von Jahr zu Jahr besser gelingt. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Wichtig erscheint mir, als Unternehmen authentisch zu bleiben - das Sprichwort „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ hat nach wie vor seine Gültigkeit. Das bedeutet, daß man versuchen sollte, seinen Weg konsequent zu gehen, nicht abzuschweifen und sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren. Richtige Berater können eine große Unterstützung sein und bei Problemen weiterhelfen. Außerdem finde ich es essentiell, sich in Bezug auf Mitarbeiter oder Partner mit starken Persönlichkeiten zu umgeben. Kritik zuzulassen und Dinge zu hinterfragen führt zu neuen Wegen und Zielen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte mir selbst und meiner Firmenphilosophie treu bleiben und keine Kompromisse eingehen müssen. Sollte dies nicht möglich sein, so wäre ich eher bereit, den Beruf zu wechseln als mir selber untreu zu werden.