Zum Erfolg von Norbert Fidler
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Der persönliche Erfolg liegt bei mir sicher im Bereich des Geschäftes. Erfolg hat immer mit positiven Zahlen zu tun. Diese positiven Zahlen hängen mit der Mannschaft zusammen. Für mich ist ein wesentlicher Faktor, daß unser Team zusammengeschweißt ist. Ich kann mich auf jeden Mitarbeiter im Team zu 100 Prozent verlassen. Ein weiterer wesentlicher Teil des Erfolges ist ein funktionierendes Privatleben. Für mich ist wichtig, daß das Privatleben funktioniert. Meine Familie steht auch voll hinter mir, damit meine ich nicht nur meine eigene Familie, sondern auch meine Eltern.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich selbst beurteile das nicht sehr gerne, ich lasse das von außen, von Fachleuten, beurteilen. Erfolg kann man messen, und Erfolg hat man, wenn man medial, wirtschaftlich und gemeinsam mit der Mannschaft erfolgreich ist.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich hatte das Glück, daß ich einen bis in die Wurzeln gesunden Betrieb von meinen Eltern übernehmen konnte. Dazu kommt, daß ich ein sehr fleißiger Mensch bin, ich gehe in meiner Arbeit auf. Ich brauche natürlich auch Freizeit und Entspannung. Aber bei mir hört Entspannung nach vier Tagen auf: ich kann mich nicht zwei Wochen in die Sonne legen. Ich bin sicher ein Workaholic und verbringe zum Leidwesen meiner Familie viele Wochenenden im Betrieb.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Der erste Meilenstein des Erfolges war der Entschluß, den Betrieb und das Land für zehn Jahre zu verlassen und Erfahrung in der Industrie zu sammeln. Der zweite Meilenstein war dann die Rückkehr in den elterlichen Betrieb und die Zusammenarbeit mit einem erfolgreichen Team.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ich habe Vorbilder, auch meine Frau hat mich immer begleitet und zeigte großes Verständnis. Richtig geprägt haben mich sicher die zehn Jahre Industrieerfahrung. Dort lernte ich Durchhaltevermögen, mit Entscheidungen umzugehen und Geduld.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Unsere Branche ist durch die permanente Technologieänderungen eine sich sehr schnell ändernde Branche. Sie leidet im Bereich des Handels durch die Billigstanbieter, wie Einrichtungsketten und Baumärkte sehr stark. Der Konsument beginnt aber bereits, wieder Qualität zu kaufen. Das zweite Problem ist die Dienstleistung. Hier gibt es auch Billigstanbieter, die mit zu wenig qualifiziertem Personal arbeiten.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Eine sehr wesentliche Rolle. Wir arbeiten nach dem Motto „unsere Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied“. Diese Kette reicht von mir bis zum Lehrling.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ich betrachte die Lehrlingsausbildung als Kaderschmiede und beschäftige derzeit sechs Lehrlinge. Diese Lehrlinge werden nach dem Elternhaus, aber nicht unbedingt nach den Zeugnisnoten ausgewählt. Die genaue Beobachtung während der Schnupperlehre hilft ebenfalls bei der Auswahl. Bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern hilft mir das AMS sehr gut.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Gemeinsam sind wir stark! Die Monteure, die die Baustellen leiten, sind mit dem besten und teuersten Werkzeug ausgestattet, haben große Entscheidungsfreiheit und können autonom arbeiten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Manchmal habe auch ich einen sogenannten „Durchhänger“. Dann bleibe ich einen Tag zu Hause und entspanne mich. Das Privatleben beschränkt sich auf gemeinsame Urlaube. Wir machen daher sehr oft Kurzurlaube, die drei oder vier Tage lang dauern.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich absolviere pro Jahr drei bis vier Seminare, die sich meist über zwei Tage erstrecken.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Der wichtigste Grundstein ist eine qualitative Ausbildung im Handwerk und im kaufmännischen Bereich. Unser Geschäft wird immer ein Nischengeschäft im Bereich der Dienstleistung bleiben. Demjenigen, der am Heiligen Abend um 19.30 Uhr einem Kunden den Wasserschaden repariert, gehört die Zukunft unserer Branche.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte mit 50 nicht mehr so viel arbeiten wie jetzt, bezweifle aber bereits, daß ich dieses Ziel erreichen werde. Zweitens möchte ich den slowakischen Betrieb in ähnlichen Strukturen organisieren wie diesen, und ein wesentliches Ziel ist, daß mein Privatleben weiterhin so funktioniert wie bisher.