Zum Erfolg von Ernst Langer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg liegt für mich in der Erfüllung einer Aufgabe und der Umsetzung von Zielen. Es ist wichtig, daß sich die eigenen Vorstellungen auch mit der Zielsetzung des Unternehmens decken, sodaß man Ideen einbringen kann.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe mich als erfolgreich, man kann jedoch nie zu 100 Prozent Erfolg erreichen, sonst würde das Privatleben zu kurz kommen. Dieses ist wichtig für den Erfolg, denn ein geordnetes Familienleben ist die Garantie dafür, auch im Job Höchstleistungen erbringen zu können. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Mein Erfolg liegt in einer guten Mitarbeiterführung begründet, denn man kann die meisten Aufgaben nicht allein bewältigen. Dazu muß man ein guter Motivator sein. Auch meine Zielstrebigkeit war ein wesentlicher Faktor, darüber hinaus bin ich ein neugieriger und offener Mensch. Wenn ich glaube, nichts mehr bewegen zu können, suche mir ein neues Betätigungsfeld. Ich bin nie in dieselbe Branche zurückgekehrt und habe immer versucht, positive Erfahrungen mitzunehmen und negative zu vermeiden.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Der Entschluß, im Ausland tätig zu sein, war meine beste Idee. Ich war vier Jahre in Afrika tätig und bin auch mit einer Asiatin verheiratet. Im Zuge der Globalisierung ist es wichtig, andere Länder, andere Kulturen und Verhaltensweisen kennenzulernen. Wenn man lange Zeit im Ausland und auf sich selbst gestellt ist, lernt man zu improvisieren und flexibel zu agieren. Man muß auf unvorhergesehene Dinge vorbereitet und schnell entscheiden können.Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein? Eine Mischung aus beidem ist zielführend. Man sollte in der Lage sein, eigene Ideen einzubringen, muß aber das Rad nicht neu erfinden.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Es gibt zwar Personen, vor denen ich höchste Achtung habe, allerdings habe ich nie jemanden imitiert. Man muß auch anerkennen, daß es Leute gibt, die besser sind als man selbst. Ich bin nicht so vermessen, zu glauben, ich sei der Größte.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Das Unternehmen UTA kämpft im Grunde genauso wie wir. Ich versuche, Dinge aus Eigenleistungen zu finanzieren, wir benötigen keine Hilfe von Banken.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Gerade in unserer Branche, in der die Hierarchien flach sind, muß Teamgeist geschaffen werden. Entscheidungen müssen gemeinsam getroffen werden. Man muß immer mit gutem Beispiel vorangehen und sollte anderen nie Aufgaben zumuten, die man selbst nicht bereit ist zu übernehmen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere meine Mitarbeiter mit Lob. Wenn etwas nicht so funktioniert, wie die Vorgaben sind, soll man dies sagen. Wenn eine Aufgabe erfolgreich bewältigt wurde, muß man loben und darf nicht davon ausgehen, daß es sich um eine Selbstverständlichkeit handelt. Geld als Motivationsfaktor ist gut, wichtiger ist jedoch ein harmonisches Betriebsklima.
Wie ist Ihr hierarchischer Strukturkoeffizient?
Es gibt eigentlich keine Hierarchien. Ich habe meine Ansprechpartner in den Bereichen Technik, Administration und Finanzen. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Eine Person gibt die Gangart vor, die anderen machen bei diesem Konzept mit, das funktioniert hervorragend. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Unsere Stärke ist, daß wir uns in Österreich nicht marktkonform bewegen. Wir legen großen Wert auf Qualität und kundenorientiertes Verhalten. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Wir behaupten uns durch Qualität, hervorragendes Service und eine kurze Reaktionszeit auf diverse Anfragen. Wir versuchen darüber hinaus, die Administration sehr stark zu automatisieren. Es ist wichtig, das Unternehmen schlank zu halten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Dies funktioniert bestens. Auch meine Frau ist am Wochenende berufstätig. Termintreue und Qualität der Arbeit sind wichtige Elemente, an welchem Tag oder zu welcher Uhrzeit man eine Aufgabe wahrnimmt, ist unwesentlich.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich glaube, daß die jüngere Generation es nicht leicht hat. Die Eltern stehen unter Druck und kümmern sich zu wenig um Ihre Kinder. Das ist der Eindruck, den ich im Bekanntenkreis gewonnen habe. Die heutige Jugend hat leider zu wenig Ziele. Meine Generation war aktiver. Man sollte lieber mehr lesen, nicht dauernd fernsehen oder vor dem Computer sitzen. Ich glaube, daß Eltern mehr Verpflichtungen hätten. Sie kaufen sich jedoch mit einem hohen Taschengeld frei und wundern sich dann, wenn ihre Kinder nicht zielstrebig oder erfolgreich sind.
Ihr Lebensmotto?
Leben und leben lassen! Ich denke positiv und möchte, wenn es mir gut geht, andere an meinem Erfolg teilhaben lassen. Im Alter lernt man, Dingen routinierter zu begegnen. Mitarbeiter gewinnen dadurch Vertrauen und kommen auch mit ihren privaten Problemen zu mir.