Zum Erfolg von Kurt Groh
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, beruflich anerkannt zu werden, der finanzielle Aspekt ist damit direkt verbunden. Als erfolgreich betrachte ich beispielsweise meine Karriere in der Voest Alpine. Ich konnte die Zuständigen durch meine Arbeit so überzeugen, daß ich von 1991 bis 1997 als bereits selbständiger Fotograf alle Aufträge für dieses Unternehmen übernehmen konnte.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, weil ich mich vom „kleinen Landfotografen“ zum Industriefotografen schlechthin in Linz hocharbeiten konnte. Auch die Berufung zum Prüfer sehe ich als einen Erfolgsbeweis. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Meine fachliche Kompetenz, guter Umgang mit Menschen, der Wille, jederzeit zu arbeiten, also auch nachts, an Wochenenden oder zum Beispiel zu Silvester; die Bereitschaft, dann da zu sein, wenn Kunden mich brauchen, meine permanente Verfügbarkeit auch für meine Mitarbeiter, Verläßlichkeit, Ehrlichkeit gegenüber den Kunden und Ehrgeiz.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Aufgrund meiner beruflichen Selbständigkeit sieht man mich als sehr erfolgreich, jedoch werde ich nicht nur beneidet, sondern auch bedauert. Welches Problem scheint in Ihrer Branche ungelöst? Der Umstieg zur Digitalfotografie fällt sicher so manchem Unternehmen schwer, da er mit hohen Investitionen verbunden ist. Meine Firma ist ein Hybrid zwischen Analog- und Digitalfotografie, das heißt ich digitalisiere Analogfotos selbst über den Computer und kann somit meinen Kunden absolute Produktionssicherheit gewährleisten. Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Mitarbeiter aus? Dies ist zum großen Teil eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Ich erwarte von meinen Mitarbeitern Ehrlichkeit im Umgang mit mir und den Kunden, die Bereitschaft, verfügbar zu sein und auch abends oder an Wochenenden ohne Diskussion zu arbeiten. Um dies auszugleichen, haben meine Mitarbeiter die Möglichkeit, wochentags früher Schluß zu machen, falls das Arbeitspensum dies erlaubt.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Durch Lob, selbständiges Arbeiten und flexible Zeiteinteilung. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Zeitliche Flexibilität, Berufserfahrung und damit verbunden die Möglichkeit, auch in schwierigen Situationen schnell und sicher zu agieren.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Da ich auch außerhalb der Dienstzeiten Termine wahrnehme, muß meine Familie flexibel sein und dies notgedrungen akzeptieren. Daß ich geschieden bin, beweist, daß dies nicht so einfach zu verwirklichen war. Meine Ferien sind auf den Betriebsurlaub der Firma ausgerichtet, wobei ich mein Handy immer bei mir habe, um verfügbar zu sein. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Wichtig als Unternehmer erscheint mir die Bereitschaft, viel zu arbeiten, jede Aufgabe hundertprozentig zu erledigen, absolute Ehrlichkeit den Partnern gegenüber und die Fähigkeit, sich zu Fehlern zu bekennen und diese eingestehen zu können. Oft haben junge Menschen, bedingt durch die Medien, eine falsche Vorstellung von unserem Beruf und sind frustriert oder enttäuscht, weil die Wirklichkeit anders aussieht. Wer in dieser Branche wirklich etwas erreichen möchte, bedarf eines eisernen Willens und außergewöhnlicher Lernbereitschaft, wobei brancheninterne Auslandserfahrungen sehr hoch zu bewerten sind.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte in ca. vier Jahren die Firma an einen Nachfolger weitergeben und nur mehr jene Aufträge übernehmen, die mir Spaß machen. Ich habe nicht vor, bis zu meiner Pensionierung hauptverantwortlich für das Unternehmen zu sein.
Ihr Lebensmotto?
Anerkennung ist mir wichtig.