Zum Erfolg von Peter Herbist
Was bedeutet für Sie persönlicher Erfolg? Erfolg ist die gelungene Symbiose von Wollen und Wünschen mit der Realität. Wenn man es schafft, seine Ziele mit der Wirklichkeit möglichst in Einklang zu bringen und sich dabei die Aufgeschlossenheit für das Neue zu bewahren, ist man ein erfolgreicher Mensch.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, weil unsere Schule in Niederösterreich einen sehr guten Ruf genießt.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Wesentlich für meinen Erfolg waren meine gute Ausbildung, mein stetes Bemühen, Kolleginnen als gleichwertige Partner verstehen, sie zur Arbeit zu verleiten und zu verführen und letztlich die gute Zusammenarbeit mit der Schulbehörde.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Schon ab 1969, ich war eine angesehene Persönlichkeit in einem kleinen Dorf und das mit 26 Jahren.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Weg geprägt hat? Der Präsident des Landesschulrates, Herr Hofrat Stricker hatte immer ein offenes Ohr für meine Anliegen. Weiters Herr Hofrat Dr. Adolf Joksch, ehemaliger Direktor der PÄDAK Krems, der immer wieder bei den richtigen Stellen meinen Namen erwähnte.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Durch die Verleihung des Titels Oberschulrat erfuhr ich hohe Anerkennung. Dass meine Schule für das EU-Projekt Sokrates/Comenius vorgeschlagen wurde, erfüllt mich ebenfalls mit Stolz.Wieviel Zeit brauchen Sie für Entscheidungen? Ich versuche, jede Entscheidung zu überschlafen.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Eine gewisse Problematik liegt darin, dass Sonderschulen in der Öffentlichkeit nicht adäquat gesehen werden.Welche Rolle spielen Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg? Mitarbeiter spielen eine sehr große Rolle, ohne gute Mitarbeiter ist es unmöglich, eine Schule erfolgreich zu führen.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ehrlichkeit, Fleiß, Konsensbereitschaft, Kreativität und Fröhlichkeit sind in diesem Beruf von großer Bedeutung.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere meine Mitarbeiter durch Zulassen von größtmöglicher Kreativität und Eigenverantwortlichkeit innerhalb des gesetzlichen Rahmens.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich werde als sehr starke Autorität gesehen, das resultiert aus meiner Kompetenz, Bereitschaft zur Hilfestellung und Freundlichkeit.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Diese Schule versteht sich als ganz besonderer Dienstleistungsbetrieb, der seinen Kunden, also den Kindern und den Eltern, das Optimum bietet. Neben dem lehrplanmäßigen Unterricht bieten wir Sprachheilunterricht, Deutsch für Ausländer, spezielle Programme für seh- und/oder hörbehinderte Kinder, den monatlichen Besuch eines Therapiehundes und die Betreuung von Kindern außerhalb der Schule durch einen speziellen Beratungslehrer. Wir stellen Verbindungen für Reittherapie, Schulpsychologie, zu Ambulatorien, zum Arbeitsamt und zukünftigen Arbeitgebern her, haben einen Aufsichts- und Abholdienst und beschäftigen pädagogische Hilfskräfte, etwa beim Kochen für schwerstbehinderte Kinder. Weiters bieten wir Unterricht von einzelnen Gegenständen nach dem Lehrplan der Volks-, bzw. Hauptschule und lehren den Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln, wie PC, Internet, Email, etc.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich habe das Glück, dass meine Frau Kindergartendirektorin ist. Wir sind uns somit gegenseitig Supervisoren für unseren schweren Beruf.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich verwende etwa zwei Wochen pro Jahr für meine Fortbildung.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Seid kritisch, neugierig und verlasst eingefahrene Bahnen, ohne dabei die alten Werte über Bord zu werfen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte in meinem letzten Dienstjahr das EU-Projekt forcieren und die Schule danach in einem guten Zustand an meinen Nachfolger übergeben.
Ihr Lebensmotto?
Was kränkt, macht krank - kränke also keinen anderen.