Zum Erfolg von Heribert Mitter
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, unabhängig zu sein, meine Ideen zu verwirklichen und Ziele zu erreichen. Von zehn Visionen kann man im besten Fall zwei realisieren, Erfolg bedeutet, eine solche Idee wachsen zu sehen und damit positive Ergebnisse im Unternehmen zu erzielen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe mich als erfolgreich, weil ich viel von der Welt sah, immer gut verdiente und mit 43 Jahren ein erfolgreiches Unternehmen führe. Die Konditorei Mitter existiert seit mittlerweile 13 Jahren und ist für seine Qualität von Graz bis Salzburg bekannt und beliebt. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Meine Tätigkeiten, sowohl am Schiff, als auch in der Konditorei Zauner, ermöglichten mir schon sehr früh Einblicke in den kaufmännischen Bereich. Wesentlich war auch, daß ich seit meinem dritten Lebensjahr Sport betreibe. Dadurch lernte ich, daß man nur im Team erfolgreich sein kann.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich erstelle Jahrespläne, in denen ich meine jeweiligen Ziele definiere. Somit kann ich direkt kontrollieren und vergleichen, was ich am Ende des Jahres erreichen konnte und was ich noch verbessern muß. Ich versuche, Tradition mit neuen Ideen zu verbinden und kann mich somit kreativ entfalten. Seit einiger Zeit habe ich mein Hobby, den Wein, mit meinem Beruf verbunden und meinen Betrieb um diesen Bereich erweitert.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Der Sprung in die Selbständigkeit war eine besonders erfolgreiche Entscheidung, obwohl es zunächst nicht einfach war, einen Kredit zu bekommen. Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein? Ich lege keinen Wert auf Imitation, halte es jedoch für legitim, bestehende Ideen aufzugreifen und in veränderter (und verbesserter) Form zu verwenden. Wenn ich verreise, besuche ich die besten Restaurants des jeweiligen Landes und mache mir dabei Notizen, aus denen teilweise die Grundsteine für neue Kreationen entstehen.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Eine prägende Persönlichkeit war Herr Zauner, auf dem Schiff war es Herr Sodomin, der damals als Koch tätig war, zum Küchenchef und in weiterer Folge zum Executive Chef beider Schiffe aufstieg und mich sehr stark prägte. Heute leitet er ein Büro in der Fifth Avenue in New York und ist für ca. 1.500 Mitarbeiter verantwortlich. Er bot mir damals eine Stelle an, jedoch entschloß ich mich, in der Konditorei Zauner zu bleiben und mich in weiterer Folge selbständig zu machen. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Es ist in der Gastronomie äußerst schwierig, qualifiziertes Fachpersonal zu finden.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Meine Mitarbeiter sind mir gleichgestellt und werden in Entscheidungsprozesse eingebunden. Ich lege großen Wert auf Offenheit und pflege ein sehr gutes Verhältnis zu ihnen. Weiters motiviere ich durch mein Vorbild, da ich selbst mitarbeite und lade sie alle sechs bis acht Wochen zur Mitarbeiterbesprechung und zum Essen ein.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich kann mich durch Flexibilität und die Vielfalt der Marktnischen von meinem Mitbewerb, dem Großhandel, distanzieren.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Da meine Frau auch meine Partnerin im Berufsleben ist, lassen sich Beruf und Privat sehr gut verbinden. Wir ziehen an einem Strang und haben unser Hobby zum Beruf gemacht.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich verwende pro Jahr rund zwei Wochen Zeit für Fortbildungsmaßnahmen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte mein Unternehmen entweder an meinen Sohn oder einen Mitarbeiter übergeben, dabei ist mir wichtig, daß meine Firmenphilosophie erhalten bleibt. Ich habe mir auch zum Ziel gesetzt, mich mit fünfzig Jahren ein wenig aus dem Betrieb zurückzuziehen und mein Fachwissen in Form von Kursen weiterzugeben.