Zum Erfolg von Reinhold Eibel
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Es ist mir wichtig mein eigener Chef zu sein und keinen Druck von oben zu haben. Es ist nicht leicht, den Erfolg auf Dauer zu halten, aber ich denke, daß ich das ganz gut schaffe. Wenn ich das derzeitige Niveau halten kann, bin ich zufrieden.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, denn ich gründete meine Firma 1974 ohne jegliche Unterstützung von außen. Ich hatte weder finanzielle Mittel, noch Büro- und Lagerräume zur Verfügung. Mit einem Rahmenkredit von 50.000 Schilling und einem Büroraum in meinem Wohnhaus legte ich damals den Grundstein für ein erfolgreiches Bauunternehmen. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Um Erfolg zu haben muß man sehr flexibel agieren und auf Wochenende und Feiertage anfangs sicher verzichten. Zweitens muß man ständig Controlling betreiben, das heißt, von der Kalkulation bis zur Nachkalkulation immer dahinter sein, daß die Zahlen stimmen. Man muß jedenfalls ein guter Kaufmann sein, um am Markt zu bestehen. Für mein Unternehmen in speziellen war es sicher wichtig, daß ich mich 1983 dazu entschlossen habe, mich auf den Tankstellenbau zu spezialisieren. Auf diesem Sektor sind wir bis heute sehr erfolgreich tätig und konnten neben privaten Auftraggebern auch die OMV als Kunden gewinnen.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Die Schwarzarbeit nimmt in unserer Branche immer mehr überhand, der organisierte Pfusch nimmt stetig zu. Das macht sich vor allem darin bemerkbar, daß der Wohnhausbau rückläufig ist. Es gibt aber leider auch sehr viele Unternehmen, die derzeit nicht wirtschaftlich kalkulieren und dadurch einen enormen Preisdruck ausüben. Daher ist es schwer konkurrenzfähig zu sein. Eine mögliche Lösung wäre, den Mehrwertsteuersatz für den privaten Wohnhausbau von 20 auf zehn Prozent zu senken, um einen Anreiz zu bieten, auf konzessionierte Firmen zurückzugreifen. Aber auch die Lohnnebenkosten müssen unbedingt gesenkt werden.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Mir ist der Kundenkontakt sehr wichtig, da die Aufträge eigentlich nur durch persönlichen Kontakt zustande kommen.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Wir legen sehr viel Wert darauf, daß unsere Mitarbeiter sich mit dem Unternehmen identifizieren und es nach außen hin repräsentieren. Ein guter Mitarbeiter muß nicht nur fachlich kompetent sein, sondern auch Freude daran haben, für das Unternehmen zu arbeiten und die gemeinsamen Ziele zu verfolgen.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Der direkte Kontakt zu mir ist sehr wesentlich. Ich möchte nicht, daß Leute zwischengeschaltet sind, sondern daß die Mitarbeiter jederzeit zu mir kommen können. Wir haben ein fast freundschaftliches Verhältnis zueinander.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Wir haben immer versucht, gute Mitarbeiter zu beschäftigen und daher auch viel in deren Aus- und Weiterbildung investiert. Denn mit den Mitarbeitern steht und fällt ein Betrieb. Sie sind ausschlaggebend für den Erfolg.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Die Konkurrenz innerhalb Österreichs wird sicher immer stärker und es ist ein deutlicher Rückgang im Wohnungsbau zu verzeichnen. Außerdem besteht enormer Druck seitens der Großfirmen, die aufgrund der immer geringer werdende Auslastung bereit sind, auch kleinere Aufträge zu übernehmen. Daher setze ich vor allem auf Qualität und bin ständig um meine Kunden bemüht. Im Jahre 1994 bin ich der bgld. Bauwirtschaftsförderungs GmbH beigetreten (Zusammenschluß von 24 Baufirmen als Einkaufsgemeinschaft). Der Vorteil ist der, daß wir gemeinsam stärker sind und mehr bewegen, das heißt, günstiger Material einkaufen, Schulungen und Seminare veranstalten können und so den Mitbewerbern wieder einen Schritt voraus sind.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Man muß sich die Zeit sehr genau einteilen. Durch engagierte Mitarbeiter war es in den letzten Jahren möglich, beruflich ein bißchen zurückzuschalten. In den Jahren des Unternehmensaufbaus war das so gut wie unmöglich. Daher versuche ich meine Freizeit sehr bewußt zu leben, denn diesen Ausgleich brauche ich.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Fortbildung?
Ich glaube, daß man sich als erfolgreicher Unternehmer ständig fortbilden muß, das geht in der heutigen Zeit einfach nicht anders. Ich besuche deshalb laufend Weiterbildungsseminare.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Erfolg muß sich jeder selbst erarbeiten. Wichtig war mir, daß ich immer nur mit, den mir zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln gearbeitet habe, um das Risiko zu minimieren. Investitionen sollten gut überlegt werden. Viele kleine Aufträge entsprechen einem großen, nur das Risiko ist wesentlich geringer. Kostendeckende Preise kalkulieren und auch bei härterem Wettbewerb Fairness an den Tag legen. Professioneller Auftritt des Unternehmens und gepflegte und genutzte Referenzen geben oftmals den Ausschlag für den Zuschlag.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte die derzeitige Dimension des Unternehmens auch künftig halten können und möchte auch weiterhin versuchen, Abläufe zu rationalisieren und immer am letzten Stand der Dinge zu sein.