Zum Erfolg von Martin Wörndl
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, in einem gewissen sozialen Umfeld zu leben und auch sozial karitativ tätig sein zu können. Beruflicher Erfolg bedeutet Zufriedenheit und daher Lob der Kunden.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Im Sinne meiner Definition sehe ich mich als erfolgreich, weil ich meine Kunden zufriedenstellen kann und mit meinem Leben zufrieden bin.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Für meinen Erfolg sind einige Faktoren entscheidend. Als wir begannen, uns mit dem Internet zu beschäftigen, war es noch ein weißer Fleck auf der technologischen Landkarte – wir waren also zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Idee am Markt. Man sollte aber auch einen gesunden Hausverstand haben und wissen, wie das Geschäftsleben funktioniert. Allein kann man heute nicht mehr erfolgreich sein. Man braucht ein gutes Team, aber auch Fleiß und Ausdauer. Meine Familie stand immer hinter mir.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Wir entwickelten 1996 für unseren ersten Kunden, einen Sanitär- und Heizungsgroßhändler, ein auf Internet basierendes Bestellwesen. Der Kunde war er sehr begeistert über die Einsparungen und die ganze Verarbeitung.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Man plant etwas, analysiert es und setzt es dann um. Schnelle Entscheidungen aus der Hüfte sind meist schlechte Entscheidungen. Eigentlich sollten alle Entscheidungen positive Ergebnisse bringen. Meine erfolgreichste Entscheidung zu Beginn unseres Unternehmens war die Idee, mit dem Medium Internet Geschäftsprozesse aus den Unternehmen auszulagern und umzusetzen.
Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein?
Es ist für kleine Firmen sehr schwer, sich durchzusetzen, wenn Großunternehmern einen Trend vorgeben. Die Internetprogramme müssen mit eigenen Ideen umgesetzt werden, um Erfolg zu haben.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ja, mein Partner Herr Hundsberger, aber auch unser gemeinsamer Berater, der nicht Unternehmensberatung, sondern Beratung für Unternehmer macht. Er hat uns eine Sichtweise vermittelt, die der Firma sehr gut getan hat: erstens, daß Geld eine Illusion ist und zweitens, daß eine Internetfirma keine Ansammlung von Studenten sein darf, die zwar preiswert agieren, aber ohne Koordination nur ihre eigenen Ideen in die Software einbringen und dadurch am Markt vorbei entwickeln.Welche Anerkennung haben Sie erhalten? Wir werden in der Presse erwähnt und zu Podiumsdiskussionen eingeladen. Intern empfinde ich es als Anerkennung, daß das Team hinter mir steht und ich vorangehen kann.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Eines der größten Probleme ist die mangelnde Kapitalausstattung der kleineren Firmen. Die Fehleinschätzung jener Betriebe, die zum Beispiel an der Börse aufgetreten sind, waren typisch. Kapital, Ideen und Menschen reichen nicht aus, um erfolgreich zu sein. Das Umfeld und das Team müssen stimmen, damit sich die Firma auf Dauer stabil etablieren kann.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter spielen eine sehr große Rolle. In einem so kleinen Unternehmern müssen die Mitarbeiter hinter dem Unternehmer stehen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Das Wichtigste ist seine soziale Kompetenz, er muß einfach zum Team passen. Fachlich kann man immer noch etwas dazulernen, im sozialen Bereich ist das schwieriger.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Durch Gespräche, durch Zielvorgaben, die auch erreicht werden können und durch die Teilnahme am Erfolg motivieren sich die Mitarbeiter selber.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Teilweise bin ich Vorbild, meine Stärke ist die Ruhe, und daß Mitarbeiter auch mit Problemen kommen können. Ich bin ein ruhiger, analytischer Typ und entwickle Temperament nicht im ersten Anlauf, sondern wenn ich dreimal etwas sagen muß und es passiert nichts.
Wie ist Ihr hierarchischer Strukturkoeffizient?
Wir haben eine sehr flache Hierarchie, unser Unternehmen ist eher säulenartig angelegt. Erst wenn eine Säule oder ein Bereich stabil ist, wird eine nächste ins Auge gefaßt, oder erweitert. So entstand zum Beispiel die Jazzy-GmbH als Ausgründung, die jetzt Herr Hundsberger führt.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere Stärken liegen in der Flexibilität, in Nischen Platz zu finden und schnell auf Anforderungen reagieren zu können. Wir garantieren durch permanente Forschung und Entwicklung und die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern maßgeschneiderte Produkte und Lösungen von höchster Qualität.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich nehme keine Arbeit mehr mit nach Hause, das habe ich aufgegeben, eher bleibe ich etwas länger in der Firma. Ich habe auch keinen Computer zu Hause. Im Moment ist immer noch sehr viel zu tun, so daß die Partnerin oder das Kind oft zurückstecken müssen.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Normalerweise habe ich pro Jahr immer einen Kurs besucht, im Vorjahr gelang das leider nicht. Ich lese die Literatur aus meinem Fachbereich, ansonsten lese ich lieber Thomas Mann oder Arnold Zweig.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich kann nur jedem raten, die Geschwindigkeit des gesamten Lebenszyklus etwas zu reduzieren. Ich meine, man muß für sich selbst Lebensqualität produzieren. Wer immer auf der Überholspur lebt, übersieht die Schönheiten des Lebens und verliert den Kontakt zu den Menschen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein persönliches Ziel ist, daß ich so weiterleben kann wie ich jetzt lebe, und daß wir ein stabiles Unternehmen am Markt werden.
Ihr Lebensmotto?
In der Ruhe liegt die Kraft.