Zum Erfolg von Andrij Peter Puluj
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich ein neues Projekt bekomme, ist das für mich Erfolg. Erfolg ist wichtig für die Selbstbestätigung und weil dadurch Geld hereinkommt, aber definieren kann ich nicht, was Erfolg wirklich ist.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich bin nicht so groß im Geschäft, daß ich mich jetzt für sehr erfolgreich halten würde. Aber immer wenn ein Projekt gelingt, bin ich erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend für meinen Erfolg war Menschenkenntnis. Nicht nur Kontakte sind wichtig, sondern vor allem zu merken, wie Menschen wirklich sind.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich differenziere zwischen Herausforderungen. Handelt es sich dabei um ein Filmprojekt, reagiere ich meist mit Begeisterung, handelt es sich um irgendwelche Büroarbeiten, reagiere ich eher mit Ablehnung.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich glaube nicht, einen bestimmten Zeitpunkt angeben zu können, obschon ich oft mit Stolz und Zufriedenheit auf ein erfolgreiches Projekt blicke, dann aber konzentriere ich mich bereits auf das nächste. Sonst würde Stagnation eintreten. Was man einmal erreicht hat, ist nicht von ewiger Dauer.
Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein?
Ich hoffe, daß Originalität der bessere Weg ist. Es gibt zwar immer wieder Leute, die mit Imitation erfolgreich sind, aber nur kurzfristig.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Von meinem Vater und von Karl Benedikter, dem Chefkameramann im Landesstudio Oberösterreich, lernte ich viel.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung erfahre ich meist, wenn ein Film fertig ist und vorgeführt wird. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche ungelöst? Ein großes Problem ist, daß es nicht möglich ist, firmenübergreifend zu arbeiten und Personal auszutauschen. Dazu kommt: floriert die Wirtschaft nicht, machen die Leute keine Filme.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich wüßte selbst gern, wie ich von meinem Umfeld gesehen werde.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ohne meine Mitarbeiter ginge es nicht, ich habe nur ausgesprochen nette und kompetente Mitarbeiter.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Rein nach menschlichen Gesichtspunkten, ich schaue mir nie Zeugnisse an. Mit ist ganz wichtig, wie ich mich mit den Leuten verstehe.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Die beste Motivation ist ein schönes, interessantes Projekt, wobei Auslandsprojekte natürlich am begehrtesten sind. Auch eine Art von Motivation, auf die ich jedoch überhaupt keinen Einfluß habe, ist, wenn der ORF meine Mitarbeiter anfordert.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Da die Technik in allen Firmen weitgehend gleich ist, machen Kreativität, Art der Umsetzung eines Projektes und Menschlichkeit im Betrieb unsere Stärken aus.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Offenbar verhalte ich mich der Konkurrenz gegenüber zu gut, weil ich immer wieder Enttäuschungen erlebe, wenn ich versuche, im kleinen Rahmen zusammenzuarbeiten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Beruf und Privatleben sind für mich ident. Ich lebe in dem Haus, in dem auch der Betrieb ist. Urlaub im herkömmlichen Sinn langweilt mich, für mich ist Urlaub, mit der Kamera im Ausland unterwegs zu sein.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Es gäbe sehr viele Möglichkeiten für Fortbildung, die jedoch auch sehr kostenintensiv und deswegen nicht möglich sind. Learning by doing ist für mich Grundsatz. Auch ins Kino zu gehen ist für mich Fortbildung.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wichtig ist, das zu machen, was Freude macht.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich setze mir keine langfristigen Ziele. Alles ergibt sich. Das, was ich mache, will ich weiterhin machen. Ich setze mir immer wieder kurzfristige Einzelziele.