Zum Erfolg von Otto Prieler
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, nach einer gewissen Zeit auf sein Leben zurückzuschauen und behaupten zu können, man habe etwas verändert oder erreicht: sowohl persönlich als auch in der Tätigkeit, mit der man beschäftigt ist.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, wir haben in den letzten fünf Jahren, in denen ich Direktor bin, sehr viel zum Positiven verändert, werden von unseren Mitgliedern anerkannt und sowohl ich, als auch viele unserer Mitarbeiter können zufrieden sein.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Das war zunächst einmal sicherlich mein Elternhaus, in dem ich Rücksichtnahme auf andere gelernt habe und die Mitarbeit in der familiären Landwirtschaft. Ein weiterer Faktor war, daß ich mich schon während des Gymnasiums in Jungschar und Studentenverbindungen engagiert habe. So wurde ich in demokratische und organisatorische Strukturen eingebunden, lernte deren Spielregeln kennen und legte auch gewisse Hemmschwellen, wie beispielsweise vor einem Auditorium von zwei- bis dreihundert Menschen zu sprechen, ab. Außerdem ist immer der Kontakt zwischen Jung und Alt gegeben und man lernt als junger Mensch, auch partnerschaftlich mit einem Achtzigjährigen umzugehen. Die Studentenverbindung war und ist noch immer ein sehr wichtiger Faktor in meinem Leben, da man ständig neue und wichtige Dinge lernt und mit der Zeit das nötige Selbstvertrauen bekommt.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Im Alter von 16 Jahren habe ich gemeinsam mit drei Freunden ein Stiftungsfest für 250 Leute organisiert. Als das Fest dann erfolgreich über die Bühne gegangen ist, war ich natürlich schon sehr stolz und habe mich erfolgreich gefühlt. Etwas später dann beim Bundesheer, ich habe mich ja ein Jahr freiwillig gemeldet, durfte ich mit 23 Jahren eine Kompanie mit 200 Mann führen. In dieser Mob-Funktion war es doch ein erhebendes Gefühl, in so jungen Jahren derart viel Verantwortung übernehmen zu dürfen.Gibt es jemanden, der Ihren Lebensweg besonders geprägt hat? Ja mein Vater hat mich sehr geprägt. Generell denke ich aber, daß alle Menschen, denen man im Laufe seines Lebens begegnet, einen prägen, ob positiv oder negativ, bleibt allerdings offen.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Bisher konnten wir trotz des EU- Beitrittes viele kleine landwirtschaftliche Betriebe aufrechterhalten, das wird künftig immer schwieriger werden. Denn unsere Kleinstrukturierung wird immer mehr durch größere Betriebe ersetzt werden. Da gilt es sicherlich zu reagieren.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Wir führen Hearings unter acht Augen durch, um die Objektivität zu fördern. Daran nehmen ich, der jeweilige Abteilungsleiter, ein Fachberater und der Bewerber teil. Dabei achten wir neben den Zeugnissen vor allem auf praktische Berufserfahrung und Persönlichkeit. Im persönlichen Gespräch versuchen wir herauszufinden, ob die Zeugnisse auch der tatsächlichen Qualifikation entspricht. Wichtig sind uns auch die Kommunikationsfähigkeit, da wir ein Dienstleistungsunternehmen sind, und die Verläßlichkeit des Bewerbers. Jemand der den ganzen Tag auf die Uhr schaut und nicht bereit ist, einmal eine Überstunde zu machen, ist bei uns sicher fehl am Platz.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich lobe meine Mitarbeiter, finanziell ist aufgrund unserer starren Bezugsschemas nicht viel möglich, und versuche für sie eine Vorbildfunktion einzunehmen. Motiviert werden sowohl sie als auch ich auch durch die Rückmeldung von unseren Mitgliedern, die sich bei uns persönlich bedanken und unsere gute Arbeit bestätigen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere größte Stärke ist die Nähe zu unseren Mitgliedern. Wir trauen uns zu behaupten, daß wir immer wissen, wo der Schuh gerade drückt und mit welchen gravierenden Problemen unsere Mitglieder gerade konfrontiert sind. Unsere zweite Stärke ist, daß unser Verwaltungsapparat wirklich alle möglichen EU- Förderungen und Unterstützungen in Anspruch nimmt und wir diese dann an unsere Mitglieder weitergeben und versuchen deren Interessen bestmöglich zu vertreten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich habe Gott sei Dank eine sehr verständnisvolle Frau, ohne die ich es nicht geschafft hätte. Ich bin beruflich auch oft am Wochenende oder abends unterwegs, da bin ich froh, daß sie sich um unsere Kinder kümmert und zu meinen Gunsten auf vieles verzichtet.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man kann nie früh genug damit beginnen, sich zu engagieren, ob nun für einen Verein oder für spezielle Personen, spielt keine Rolle. Es ist wichtig, den Zugang in die Gesellschaft zu finden, seine Rolle zu lernen und Spielregeln zu akzeptieren. Erfolg hat keiner allein, er hat viele Väter. Meist sticht aber eine Person besonders hervor und erntet Lob. Ich denke, erfolgreich ist jemand, der die Chance nützt, gemeinsam mit anderen erfolgreich zu sein.
Ihr Lebensmotto?
Ich versuche ein christliches Leben zu führen und meine Entscheidungen entsprechend meines Weltbildes zu treffen.