Zum Erfolg von Peter Doppler
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Es ist mir wichtig, mit meiner Leistung zufrieden sein zu können – dann fühle ich mich persönlich erfolgreich. Erfolg bedeutet aber auch eine gewisse Akzeptanz vor allem seitens der Mitbewerber. Angenehme Begleiterscheinungen des Phänomens Erfolg sind finanzielle Aspekte meiner Tätigkeit – sie sind aber nicht das ausschlaggebende Kriterium von Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, im Sinne meiner Definition sehe ich mich heute als erfolgreich.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich denke, daß für meinen heutigen Erfolg eine gewisse Portion Glück ausschlaggebend war – ich habe zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Menschen kennengelernt. Meine Stärken sind meine Umgänglichkeit und in gewisser Hinsicht meine Anpassungsfähigkeit. Ich kann mich in den verschiedenen Geschäftsbereichen sowohl an die Situation, als auch an die entsprechenden Personen anpassen, mich mit Vorstandsmitgliedern, Akademikern oder Bankdirektoren genauso gut verständigen wie mit den Arbeitern auf der Baustelle. Wesentliche Basis meines Erfolges ist mit Sicherheit auch mein Interesse an dieser Tätigkeit. Ich konnte viel Erfahrung sammeln und verstehe sehr viel von meinem Metier, weil ich mich intensiv damit auseinandergesetzt habe. Von nichts kommt nichts – voller Einsatz auch im Hinblick auf Zeit war in meiner bisherigen Berufslaufbahn immer wichtig, oft arbeitete ich von sehr früh morgens bis spät in die Nacht, und zwar durchgehend. Wenn ich mir in einer Angelegenheit sicher bin, bin ich geneigt, schnelle Entscheidungen zu treffen, weil ich zur Überzeugung gekommen bin, daß selbst eine schlechte Entscheidung besser ist als gar keine.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Einer meiner Vorgesetzten beim Projekt Neubau der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Salzburg und Geschäftsführer der Plandata Wien, Architekt Walter Matzka, war eine sehr prägende Figur für mein weiteres Berufsleben und begleitete mich einige Jahre lang. Unter seiner Führung und als seine „rechte Hand“ reifte ich zum „gestandenen“ Techniker. Eine weitere prägende Persönlichkeit war ein Kollege bei der SFB, der mich eine gewisse Härte, ja sogar Rücksichtslosigkeit lehrte, mich gegen Benachteiligungen zu wehren, die in unserer Branche nicht selten vorkommen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter spielen eine wesentliche Rolle, weil mit einigen Schlüsselpositionen das ganze Unternehmen steht oder fällt. Ich bin mir dessen bewußt, daß ich die Erfolge meiner Mitarbeiter nach außen hin vertrete.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ich lege großen Wert auf fachliche Qualifikation für den jeweiligen Arbeitsbereich und halte bei der Besetzung bestimmter Positionen das Alter eines Bewerbers für sehr wichtig.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Das Verhalten meiner Vorgänger, welche den Mitarbeitern kaum Entscheidungsspielraum bei der Erfüllung ihrer Arbeit ließen ist ein für mich neagativer Faktor für Effizienz und Produktivität. Ich fördere die Eigenständigkeit und das Verantwortungsbewusstsein meiner Mitarbeiter, indem ich ihnen einen Spielraum gewähre, innerhalb dessen sie sich grundsätzlich frei bewegen können. Ab einer gewissen Grauzone verlange ich, daß sich Mitarbeiter mit mir in Verbindung setzten, um eine Entscheidung zu fällen.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Die BWS Bewehrungsstahl ist laut einer von mir in Auftrag gegebenen Studie eines der effizienteste Biegeunternehmen Österreichs. Unsere Stärke ist das Engagement unserer Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen identifizieren und von selbst bereit sind, nicht nach acht Stunden nach Hause zu gehen, sondern, wenn nötig so lange zu arbeiten, bis ein Auftrag erfüllt ist.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Mein Privatleben ist mir sehr wichtig und es ist mir in der Zwischenzeit gelungen, einen Modus zu finden, mit dem ich die beiden Bereiche vereinbaren kann. Ich bin beispielsweise am Wochenende gern in den Bergen unterwegs, weil ich beim Wandern leichter „abschalten“ kann. Während der Woche versuche ich, sofern meine Zeit es zulässt, mich mit dem Laufsport zu betätigen, um dabei in Ruhe über den vergangenen Tag nachdenken zu können und Stress abzubauen.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Es ist wichtig, verläßlich zu sein und auf seine fachliche Qualifikation zu achten – man sollte sich aber nicht in jungen Jahren gesundheitlich kaputt machen, weil man sich ausschließlich seinem Beruf widmet. Ich selbst habe mich im Alter von 27 Jahren so intensiv für meine Arbeit engagiert, daß meine Gesundheit beeinträchtigt wurde, daher rate ich heute jedem jungen Menschen, ein goldenes Mittelmaß zu finden und weder den eigenen Körper, noch die Partnerschaft oder den Freundeskreis zu vernachlässigen.