Zum Erfolg von Fritz Kaspar
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist das Feedback und die Anerkennung von Leuten, daß man etwas gut macht. Erfolg törnt mich an.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, weil ich etwas umsetzen kann und mir bis jetzt alles gelungen ist. Ich arbeite gern kreativ und gestalterisch, darum bin ich lieber Bürgermeister als ein Abgeordneter zum Landtag oder Nationalrat.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Die Fähigkeit, mit Erwachsenen umgehen zu können. Ich richte mich nach dem Zitat von Bruno Kreisky: Man muß die Leute lieben! Bürgermeister wird und bleibt man nur, indem man gewählt wird und darum arbeite ich leistungsorientiert.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich bemühe mich, Zeit zu gewinnen, da ein Problem am Anfang meist riesengroß erscheint. Es ist aber besser, Ruhe zu bewahren, nachzudenken und nicht hektisch zu reagieren.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Seitdem ich meinen Lehrberuf ausgeübt habe. Ich fühlte mich sehr wohl und merkte, daß ich gut mit Kindern umgehen kann, die da ehrlicher als Erwachsene sind.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Erstens mit dem Entschluß, Sportlehrer zu werden, zweitens, als ich mich entschied, die Matura nachzumachen und drittens mit dem Entschluß, in die Politik einzusteigen.Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein? Beides ist wichtig, es gibt kein ideales Schema.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? In der Politik prägte mich mein Vorgänger, Altbürgermeister Ferdinand Reisinger. Er war mein Ziehvater.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die Stadt Marchtrenk ist mittlerweile so groß (12.000 Einwohner), daß man nicht mehr übersehen wird, man wird von offizieller Seite ernst genommen. Anerkennung erhalte ich auch von den Bürgern bei Veranstaltungen.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Die Verkehrssituation im Zentralraum Linz-Wels. Für die B 1 forciere ich den Neubau von Unterführungen anstelle der Ampeln, um den Verkehr flüssiger zu gestalten. Man sollte gleich Verkehrslösungen europäischen Formats bauen, wie in Portugal und Spanien, Platz ist ja vorhanden.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter spielen eine unwahrscheinlich wichtige Rolle. Wenn es gelingt, sie zu motivieren, lassen sie mich nicht anlaufen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Indem ich ihre Leistungen anerkenne. Ich weiß von mir allerdings, daß ich etwas zu wenig lobe.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Wir haben ein relativ gut funktionierendes Hearingsystem, bei dem meine Mitarbeiter und alle Parteien vertreten sind. Jeder Posten wird ausgeschrieben.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Als Kumpel, manchmal etwas zu introvertiert. Jeder Mitarbeiter weiß, daß ich viel verlange, wenn es um harte Arbeit geht. Ich bin schließlich auch der Betriebsleiter von 135 Mitarbeitern.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Wir haben am Standort eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur: An der B 1 und an der Innkreisautobahn gelegen, das ÖBB-Terminal und den Flughafen in der Nähe, zwischen Linz und Wels. Unser Motto ist: Modern - menschlich - Marchtrenk, wir sind eine starke Siedlergemeinde mit vielen Einfamilienhäusern und gutem Vereinsleben. Außerdem sind in der Gemeinde sehr viele Mittel- und Kleinbetriebe angesiedelt.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Die Region Wels-Land umfaßt 24 Gemeinden und wir entwickeln ein gemeinsames Regionalmanagement.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Für mich ist keine Unterscheidung möglich.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Für Fortbildung verwende ich etwa zehn Prozent meiner Arbeitszeit.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Man muß permanent lernen, und zwar in allen Bereichen. Man darf nicht betriebsblind werden, sollte flexibel sein und sich so spät als möglich spezialisieren.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte Bürgermeister von Marchtrenk bleiben.