Zum Erfolg von Josef Laimer-Gerstl
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Meine Einstellung verpflichtet mich zu 100 Prozent dem Sport. Für mich ist es ein schönes Erfolgserlebnis, wenn ich sehe, daß aus einem jungen Spieler, den ich vielleicht seit seinem vierten Lebensjahr kannte, ein Profispieler wurde, der von jenem Bereich leben kann, der ihm Spaß macht. Ich betreute einige Spieler, die im Ausland großen Erfolg hatten. Wenn ich dazu einen kleinen Beitrag leisten konnte, bin ich glücklich.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
In meiner nun 16jährigen Laufbahn als Trainer gibt es zehn Spieler, die international erfolgreich sind. Daran hatte ich durch langjährige Arbeit einen gewissen Anteil, der mich manchmal erfolgreich fühlen läßt.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich würde sagen, daß harte Arbeit und ein Festhalten an meiner Linie die wichtigsten Kriterien für mein berufliches Glück waren und sind.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich kann nicht sagen: heute fühle ich mich erfolgreich. Es gibt immer einen fortwährenden Kampf um neue Herausforderungen, die gewonnen werden wollen. Ich habe auch schon zu viele Tiefpunkte erlebt, um einen Zeitpunkt nennen zu können.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Es gibt viele Entscheidungen, die gut oder weniger gut ausgingen. Eine sicherlich wesentliche Entscheidung war es, meinen erlernten Beruf aufzugeben und mein Hobby zu meinem Beruf zu machen. Gegen den Rat der Eltern und mit einer gewissen jugendlichen Unbekümmertheit traf ich eine Entscheidung, die mein weiteres Leben bestimmte.
Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein?
Ich bin der Meinung, daß man einen gesunden Hausverstand braucht, hinter dem sich Originalität verbirgt. Mit reiner Imitation wird man nicht weit kommen. Es gibt jedoch immer wieder Punkte, wo ich entscheiden muß, ob ich diese für mich verwenden kann. Wenn ich diese auf eine persönliche Art und Weise umsetze, bin ich schon weg von der reinen Kopie.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Es gibt einige Personen, die mich beeinflußten. Mir fällt dabei jedoch niemand ein, der mich besonders prägte.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Rückblickend habe ich noch keine öffentliche Anerkennung erhalten. Ich bemühe mich auch nicht darum. Anerkennung ist es für meine Arbeit, wenn mich ein Profispieler monatlich anruft und mir dadurch zu verstehen gibt, daß ich an seinem Erfolg Anteil habe.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Einerseits werde ich als stur gesehen, andererseits kristallisiert sich oft gerade wegen dieser Eigenschaft Erfolg heraus.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Es gibt einen gewissen Trainermangel. Deswegen ist es für mich besonders wichtig zu sehen, wie ein Bewerber mit Menschen und insbesondere mit Jugendlichen umgeht. Was jemand in seiner Freizeit macht, ist ebenfalls ein Kriterium.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Nachdem ich mich als Arbeitstier bezeichne und immer vollen beruflichen Einsatz leiste, kommt das Privatleben oft zu kurz. Meine Lebensgefährtin hat ebenfalls einen zeitaufwendigen Beruf im Sportbereich. Dies macht es oft schwierig, genug Zeit zu erübrigen. Eine wirkliche Lösung konnten wir ehrlich gesagt noch nicht finden. Ich arbeite daher oft in der Nacht.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich habe einen gewissen Generationswechsel miterlebt. Früher war ein junger, vielleicht 13jähriger Mensch wesentlich umgänglicher als heute. Man sollte jedoch bedenken, daß das spätere Leben manches notwendig macht, das man in jungen Jahren nicht im erforderlichen Maß erkennen kann, wenn man älteren Menschen nicht vertraut. Ich bin zum Beispiel gegenüber Drogen und Alkohol absolut negativ eingestellt.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meine Ziele definierten sich stets neu. Sei dies durch ein neues Umfeld oder neue Voraussetzungen. Ich will so viele Möglichkeiten schaffen, daß unser Eishockeyunternehmen auf eigenen Beinen stehen kann. Dazu ist es notwendig, die richtigen Aktivitäten zu setzen.