Zum Erfolg von Hannelore Wolf
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich bin erfolgsverwöhnt, den ich wurde bereits mit 27 Jahren Direktorin einer Schule, das gab mir viel Selbstbewußtsein. Erfolg empfinde ich, wenn mir etwas gelungen ist. Ich kann mich auch über kleine Erfolge freuen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Meine Entwicklung, meine Zielstellungen, die Ausbildung und die Leute, die mich umgeben. Darüber hinaus bin ich ein sehr positiv eingestellter Mensch.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Seit ich im Beruf stehe. Eigentlich schon während des Abiturs und der Ausbildung, aber die ersten Bestätigungen kamen im Beruf, da verspürte ich das Gefühl von Erfolg.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Meine Berufswahl war eine gute Entscheidung. Auch die Ausbildung, die mir nach der Wende die Möglichkeit gab, noch einmal neu durchzustarten, war wesentlich.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Elternhaus prägte mich, denn auch mein Vater war schon Lehrer. Während des Studiums prägten mich zwei Dozenten, besonders Dr. Kurt Maldritz hat mich charakterlich durch seine menschliche Einstellung und sein Wissen sehr beeinflußt. Und natürlich mein Mann, den ich beim Studium kennengelernt habe.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Zu DDR-Zeiten existierten viele Medaillen und ich besaß fast alle. Man konnte eine Menge Urkunden bekommen, wenn man systemkonform war, und das war ich durch meine Entwicklung. Jetzt kommt die Anerkennung durch die Arbeit selbst. Wenn Leute kommen und sagen Wir vertrauen Ihnen, kümmern Sie sich darum ehrt mich das. Damit kann ich mein Geschäft aufbauen und spüre, daß ich nicht umsonst arbeite.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Sie sind wichtig für den Erfolg. Wenn man etwas im großen Stil entwickeln will, kann man nicht allein arbeiten. Man muß die Arbeiter mitnehmen, sie qualifizieren und eine Atmosphäre schaffen, in der es ihnen die Arbeit Spaß macht.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich habe zwei fest angestellte Mitarbeiter, eine davon ist mit der Firma gewachsen. Ich brauche Leute, die gut abrechnen und mit Menschen umgehen können. Wichtig sind Qualifikation, Einsatzbereitschaft und die Motivation, auch manchmal am Wochenende zu arbeiten.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich versuche sie durch Vorbildwirkung und meine positive Einstellung zu motivieren. Wenn ich unterwegs bin, überlasse ich ihnen auch das Büro, und sie wissen, daß sie zwar viel Verantwortung haben, aber auch mein Vertrauen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir haben uns vor allem auf die Verwaltung konzentriert, der Maklerbetrieb läuft nur am Rande. Wir haben einen großen Kundenstamm an Eigentümern, die wissen, daß die Verwaltung reibungslos funktioniert. Daher stoßen ständig neue Eigentümer zu uns.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das ist sehr schwer. Wir sind vom Schicksal auch hart getroffen, mein Mann hat seit zehn Jahren Multiple Sklerose und kann nicht mehr arbeiten. Aber er kann mich geistig unterstützen und im Haushalt helfen. Auch mein 23-jähriger Sohn hilft und ist bei mir als Student stundenweise angestellt. Daher gibt es bei eigentlich keine Trennung von Familie und Beruf. Aber viel Freiheit bleibt nicht, denn in der Verwaltung muß immer jemand erreichbar sein, auch am Wochenende und spät abends.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich besuche jährlich zwei oder drei Seminare und lese natürlich Fachzeitschriften und aktuelle Veröffentlichungen. Mein Mann sortiert mir das vor.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Junge Leute sollten bereit sein, sich einzusetzen, wenn sie entdeckt haben, was sie machen wollen. Bevor man allerdings zu viele Kompromisse eingeht, sollte man lieber einen Schnitt machen und umschwenken.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte das, was ich aufgebaut habe, weiterentwickeln. Es muß keine riesige Firma werden, die enorme Gewinne abwirft, sondern es soll mir Spaß machen.