Zum Erfolg von Karl Ferdinand Blanckenstein
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg tritt dann ein, wenn man in der Lage ist, die Dienstleistung unseres Berufes an die richtigen Klienten zu verkaufen. Dazu bedarf es neben einer sehr hohen fachlichen Kompetenz auch eines ausgeprägten kommunikativen Verhaltens. Man muß in der Lage sein, mit Leuten verschiedenster Herkunft umgehen zu können. Aktives Zuhören ist wichtig.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich bin stolz darauf, was ich durch meinen persönlichen Einsatz bisher erreichen konnte. Nun stellt sich die Frage, wie der weitere Weg aussehen soll. Ich könnte eventuell einen Anlauf nehmen und eine größere Kanzlei auf die Beine stellen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Die fachliche Kompetenz ist sicherlich notwendig. Viel wichtiger ist jedoch, daß man darüber hinaus Klienten das Gefühl vermittelt, daß sie bekommen, was sie benötigen. Leider zeigt die Praxis, daß dies nicht immer so gehandhabt wird.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Als Prüfer gesteht man mir Kompetenz zu, als Berater werde ich geschätzt.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Neben dem fachlichen Teil zählt die Persönlichkeit. In jedem Auswahlverfahren kommt man auch an einen Punkt, an dem man eine Entscheidung zu treffen hat, bei der Sympathie von Bedeutung ist. Sie ist aber nicht allein entscheidend.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Die Erfahrung zeigt, daß qualifizierte Mitarbeiter nicht täglich motiviert werden müssen. Ein Problem stellen jene Mitarbeiter dar, die direkt von der Universität kommen und noch nicht in der Lage sind, ihr Wissen in der Praxis auf das jeweilige Thema abgestimmt einzusetzen. Diese Personen verstehen auch nicht, daß man das sogenannte Paragraphenwissen den Kunden nicht in jener Art und Weise, die auf der Universität gelehrt wird, vermittelt kann. Wenn man diesen Aspekt bereits bei der Auswahl von neuen Mitarbeitern berücksichtigt, hat man eigentlich bei der Führung und Motivation von Mitarbeitern kein Problem.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Als ich die ersten Schritt in diesem Beruf getan habe, gab es die Probleme nicht, die jetzt vorherrschen. Ein wirkliches Problem sind die Fusionierungen von großen Unternehmen. Dabei kommt es immer wieder vor, daß (bedingt durch das kaufende bzw. übernehmende Unternehmen) Steuer- bzw. Wirtschaftsprüfer ausgetauscht werden. In diesen Fällen nützt auch eine langjährige positive Beziehung nichts, denn der Druck eines Konzernes ist so stark, daß man keine Chance hat, die Beratertätigkeit weiterhin durchführen zu können. Somit muß man sich auf Nischenbereiche konzentrieren, in denen noch nicht dieser ausgeprägte Fusionierungsgedanke vorherrscht.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Es gibt zahlreiche Klienten, die im Laufe der Jahre zu guten Freunden wurden. Grundsätzlich trenne ich Beruf und Privatleben. Ich versuche zwar beide Bereiche auf einen Nenner zu bringen, dies gelingt mir aber leider nicht immer, dann kommt manchmal die Familie etwas zu kurz.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Abgesehen von unserer Verpflichtung, am Institut der Wirtschaftsprüfer Fortbildungsseminare zu besuchen, kostet das Studium der Fachliteratur sehr viel Zeit. Im konkreten Fall muß man täglich eine Stunde für dieses Literaturstudium aufbringen.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Die Praxis zeigt, daß die Universität die Kontakte zur Wirtschaft nicht intensiv genug pflegt. Studenten sollten nicht nur studieren, sondern auch Erfahrung im Ausland machen und während des Studiums die Praxis kennenlernen. Das Studium allein ist für diesen Beruf zu wenig. Steuer- und Wirtschaftsprüfer werden künftig mehr Chancen haben als Juristen, denn die Erfahrung zeigt, daß sich die Wirtschaft schneller ändert und qualifizierten Nachwuchs benötigt.