Zum Erfolg von Margret Riemekasten
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich ein Stück Freiheit und mir bestimmte Dinge leisten zu können.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend für meinen Erfolg ist mein Wille. Ich denke nicht, daß ich immer die besten Voraussetzungen hatte. Man muß den Willen haben, erfolgreich zu sein, um auch in nicht so guten Zeiten durchzuhalten.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Das erste Mal empfand ich mich als erfolgreich, als ich mein Medizinstudium abschloß. Gerade die ersten Semester zu bewältigen, war sehr wichtig, da die Exmatrikulationsrate sehr hoch war. Sehr erfolgreich fühlte ich mich auch, als ich schließlich promovierte.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ich habe mich immer für Persönlichkeiten wie Albert Schweitzer interessiert. Als Jugendlicher habe ich seine Biographie gelesen, die ich sehr faszinierend fand. In den einzelnen Abschnitten meines Lebensweges prägten mich jeweils die Personen, mit denen ich zu tun hatte.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich erfahre in erster Linie Anerkennung durch Patienten, wenn ich ihnen helfen konnte oder in aussichtslosen Situationen einen Weg aufgezeigt habe. In solchen Situationen merke ich auch, daß ich beruflich erfolgreich bin.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Das ist einfach die Struktur des Gesundheitswesens. Weil der Fortschritt immer weiter geht und es immer neue diagnostische Verfahren auf dem Markt gibt, denke ich, daß die Medizin so auf Dauer finanzierbar ist. Die Krankenkassen haben ständig Defizite und man fühlt sich als Arzt manchmal sozusagen als Mangelverwalter.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Meine Mitarbeiter spielen dabei eine große Rolle, weil ich denke, daß man alleine nicht sehr viel erreichen kann. Ein gut motiviertes und eingestimmtes Team ist ebenso wichtig wie ein gutes Klima in der Praxis.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Sie müssen fachlich geeignet sein, mit Menschen umgehen können und sich mit der Praxis identifizieren.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Wir führen regelmäßig Besprechungen durch, in denen jeder seine Meinung aussprechen und Kritik üben kann. Zudem motiviere ich sie natürlich mit Geld, also durch Umsatzbeteiligung.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Ich denke, daß die große Stärke meiner Praxis vor allem meine Vielseitigkeit ist. Ich biete Naturheilverfahren, traditionelle chinesische Medizin und Akupunktur und versuche die traditionelle Schulmedizin mit den alternativen Methoden zu verknüpfen. Darüber hinaus biete ich auch Ernährungsberatung und Diabetikerschulung.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Die beiden Bereiche miteinander zu vereinbaren war am Anfang sehr viel schwieriger, weil meine Kinder noch klein waren. Grundsätzlich ist das eine Frage der Organisation. Ich habe natürlich jemanden, der meinen Haushalt macht und mein Mann ist da auch sehr tolerant. Man braucht einfach einen Partner, der einen unterstützt, wenn man selbständig tätig ist. Heute achte ich auch auf meine Arbeitszeit und schaffe mir Freiräume.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Für Fortbildung verwende ich relativ viel Zeit, weil ich die TCM weiter ausbaue und demnächst mit Kräutertherapie beginne. Darüber hinaus lese ich viele Fachzeitschriften.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich denke, daß der Wille entscheidend ist. Man muß etwas wollen, denn der Erfolg entsteht im Kopf. Jeder hat verschiedene Voraussetzungen, wobei nicht unbedingt der mit den besseren Voraussetzungen auch erfolgreicher werden muß. Man muß die Zähne zusammenbeißen, wenn es einmal nicht so läuft, denn es kann nicht alles im Leben Spaß machen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte in den nächsten 20 Jahren nicht mehr so viel arbeiten wie jetzt. Das ist natürlich ein Ziel, das nicht so leicht umzusetzen ist, da die Praxis auch noch mit Schulden belegt ist, aber ich denke, daß ich in zehn Jahren nur mehr die Hälfte arbeiten muß.
Ihr Lebensmotto?
Leben und leben lassen.