Zum Erfolg von Georg T. Gsenger
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Beruflicher Erfolg bedeutet für mich, neue Strukturen zu schaffen, Pionierarbeit zu leisten, ein qualifiziertes Team zusammenzustellen, etwas zu bewegen und Gewinne zu erwirtschaften. Dazu sind neben fachlicher Kompetenz auch Einfühlungsvermögen und psychologisches Basiswissen notwendig. Schließlich spielt auch Erfahrung in dieser Branche eine wesentliche Rolle. Meiner Ansicht nach haben es Menschen, die bereits in diesem Metier aufgewachsen sind, leichter, diese Tätigkeit erfolgreich zu praktizieren.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich habe meine persönlichen Ziele erreicht und konnte meine Vorstellungen realisieren. Mir liegt dieses Gewerbe. Dienstleistung heißt dienen und leisten, ich denke, dies wird leider oft vergessen, besonders bei jungen Menschen, die diesen Beruf ausüben möchten. Man muß auch Emotionen verkaufen.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich habe mich immer an den Besten der Branche gemessen. Das Geheimnis des Erfolges ist harte Arbeit. Ich arbeitete immer mehr als andere, denn um diese Tätigkeit erfolgreich zu gestalten, reichen 40 Stunden wöchentlich nicht aus. Meine Eltern führen einen gastgewerblichen Betrieb, somit bekam ich schon seit Kindesalter mit, was Erfolg bedeutet. Es war beispielsweise für mich als Kind nicht ungewöhnlich, einen Apfelstrudel für 1800 Personen zu backen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung und Lob gibt es in dieser Branche selten. In meiner gesamten Lehrzeit wurde ich zum Beispiel nur dreimal gelobt. Wenn man etwas sehr gut gemacht hat, wird dies als selbstverständlich betrachtet. Die innere Befriedigung zählt, das heißt, im Gastgewerbe muß man mit sich selbst zufrieden sein.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
In der Dienstleistungsbranche hat man es mit Menschen zu tun. Aufgrund der Vielfalt an verschiedenen Charakteren kann man nicht nur einen bestimmten Führungsstil praktizieren. Ich pflege einen autoritären Stil, wenn er mir angebracht erscheint. Bei älteren Mitarbeitern ist hingegen ein kooperativer Stil eher angebracht. Meiner Ansicht nach, sollte man den Führungsstil den Mitarbeitern anpassen und diese selbstverständlich mit Vor- und Zunamen kennen.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Ich habe einen Hang zum Perfektionismus und bin der Meinung, daß das junge motivierte Mitarbeiterteam und unsere hochqualitativen Produkte die wesentlichsten Stärken unseres Betriebes sind.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Konkurrenz existiert nur dann, wenn beispielsweise ein Lokal vis-à-vis das gleiche Produkt anbietet. Dies ist bei uns nicht der Fall.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich teile mein Privatleben seit fünf Jahren mit meiner Lebensgefährtin, die selbst aus dem Gastgewerbe kommt und somit auch die Probleme und Eigenheiten der Branche kennt. Dieses Gewerbe ist jedoch ein Feind für das Privatleben. Wenn man einen Beruf im Gastgewebe ausübt, muß einem klar sein, daß man meist arbeitet, wenn andere Menschen frei haben und am Wochenende, zu Ostern, an Feiertagen sowie zu Weihnachten und Silvester die meiste Arbeit hat. Freundschaften zu pflegen ist in dieser Branche schwierig. Wenn man eine Stunde nach Mitternacht das Geschäftslokal verläßt, hat man keine große Lust mehr, Freunde zu treffen, besonders dann nicht, wenn man nächsten Tag um neun Uhr früh wieder im Lokal sein muß.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich besuche nach wie vor viele fachspezifische und psychologische Seminare. Fortbildung passiert jedoch permanent, denn man lernt jeden Tag dazu.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Um in diesem Beruf zum Erfolg zu kommen, sind Leidenschaft und der Spaß am Dienen notwendig. Weiters sollte man eine natürliche Freundlichkeit besitzen, keine gekünstelte, denn dies merkt der Gast sofort. Ebenso ist eine positive Einstellung wichtig, man darf sich auch nicht leicht erschüttern lassen, wenn es zu Problemen kommt. Das Gastgewerbe kann ein sehr schöner Beruf sein, wenn man sich persönlich nicht allzu viel erwartet. Die Erwartungshaltung ist aber leider bei vielen jüngeren Mitarbeitern sehr hoch. Emotionellen Lohn erhält man nicht oft. Man sollte sich immer vor Augen halten, daß Dienstleistung aus dienen und leisten besteht!