Zum Erfolg von Rudolf Zeindlinger
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, die Unternehmenskultur mitgestalten und Mitarbeitern in ihrer persönlichen Entwicklung weiterhelfen zu können. Es war in allen Firmen mein Ziel, die Mitarbeiter so zu entwickeln, daß sie ohne mich arbeiten können. Ich nehme Erfolge nicht als selbstverständlich hin, aber zu echter Befriedigung führen Erfolge erst dann, wenn sie von außen als solche anerkannt werden und ich Feedback erhalte.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich denke, daß neben der Einsatzfreude und Flexibilität meine Bereitschaft zur Mobilität und meine gute Teamführungsqualität ausschlaggebend waren. Zum Erfolg gehört auch die Bereitschaft, neue Herausforderungen annehmen und Neues lernen zu wollen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Es gab in meinem Leben zwei Persönlichkeiten, die mir große Vorbilder waren: Otto Lindner, damals Logistikleiter bei BMW, heute Produktionsleiter bei Audi Ingolstadt und Dr. Ernst Schmid, damals Geschäftsführer bei TNT/Contractlogistik. Beeindruckt haben mich beide, beruflich und menschlich, wobei ich glaube, daß die Menschlichkeit unbedingt dazugehört.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Ich kann keine ungelösten Probleme nennen, aber wir suchen weitere Vertriebsmöglichkeiten, um den Absatz zu erhöhen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich glaube, mein Umfeld kennt mich freundlich, offen, unterstützend.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
In unserem Unternehmen gibt es einen Anforderungskatalog, daneben spielt die Wellenlänge zur Person eine entscheidende Rolle. Mir ist eine fachliche Schwäche lieber als ein zwischenmenschliches Problem - fachliche Schwächen kann man ausmerzen. Wir führen in der Regel drei Bewerbungsgespräche, wobei wir im letzten Gespräch Mitarbeiter beiziehen und sie fragen, welches Gefühl sie bei diesem Bewerber haben. Diese Methode bestätigt sich immer wieder.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich bin der Meinung, daß Motivationstrainings Mitarbeiter nicht wirklich motivieren. Meine Mitarbeiter fühlen sich angespornt, weil sie wissen, daß sie Verantwortung tragen, gebraucht werden und den notwendigen Freiraum für selbständiges Arbeiten haben. Sie sind richtig eingesetzt und können ohne Überforderung Erfolg haben. Der pekuniäre Bereich muß natürlich auch stimmen.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Meine Mitarbeiter können sehr selbständig arbeiten, manchen bin ich zu wenig konsequent. Ich neige dazu, Mitarbeitern mehrere Chancen zu geben. Meine Bürotüre ist für alle offen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Bei Hilti verfolgen wir die Strategie Kunde, Konzentration, Kompetenz. Wir sind ein absolut kundenorientiertes Unternehmen. Bei uns wird jährlich von einem unabhängigen Institut die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit erhoben.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
An sich ist mein Familienleben auf das Wochenende beschränkt, weil mein Arbeitsplatz immer weiter von zu Hause entfernt war. Unter der Woche bleibt mir kaum Zeit für private Interessen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Beruflich möchte ich bei Hilti, in Bezug auf die EU-Erweiterung, die Logistik umgestalten und verbessern. Privat möchte ich es schaffen, die Arbeitswoche zu verkürzen und ein Dreitage-Wochenende zu haben. Auch habe ich vor, den Grad des MBA zu erlangen.
Ihr Lebensmotto?
Lebe den Tag, als wenn er Dein letzter wäre.